— 23—
16. 1. 1902. Das P. S. C. sendet der Anstalt ein Exemplar des Plakates „Deutschlands Seemacht.“—
25. 1. 1902. Das P. S. C. setzt für dieses jahr den Beginn der Osterferien auf Palmsonntag und den Beginn des Sommerhalbjahres auf Donnerstag den 10. April.
10. 2. 1902. Das P. S. C. sendet eine Abschrift des Min.-Erl. vom 4. Februar, durch den die Abhaltung der Prüfung in der Gymnasial-Untersekunda zur Anerken- nung des Progymnasiums gestattet. der Ausbau des Progymnasiums zur Vollanstalt genehmigt und Bestimmungen über die abzuhaltende Prüfung getroften werden.
11. 3. 1902. Durch Verfügung vom 1. 4. wird der wissenschaftliche Hilfslehrer Plangemann mit dem 1. 4. der Realschule in Geisenheim überwiesen.
26. 2. 1902. Das P. S. C. sendet infolge Min.-Erl. vom 30. Jan. 1 Exemplar des Berichtes über den am 28. und 29. Septbr. v. J. in Dresden abgehaltenen Kunst- erziehungstag.
Il, Zur Geschichte des Schuljahres.
Das Schuljahr nahm am 16. April seinen Anfang; um 7 ½ Uhr wohnten die katholischen Schüler dem Gottesdienste in der Pfarrkirche bei, um 8 Uhr wurden den Schülern in der Aula der Anstalt die Schulgesetze verlesen. Darnach wurden die neu aufgenommenen Schüler, die am Tage zuvor geprüft worden waren, von dem Direktor auf die Befolgung der Schulgesetze verpflichtet.
Der Wissenschaftliche Hilfs- und katholische Religionslehrer Michels*) und der Wissenschaftliche Hilfslehrer Goerg**) wurden zum 1. April vom Kuratorium zu
*) Jakob Michels, geb. 7. Sept. zu Eddersheim am Main, katholisch, besuchte die Realschule zu Höhr, das Realprogymnasium zu Oberlahnstein und das Königl. Gymnasium zu Coblenz, welches er Ostern 1894 mit dem Zeugnis der Reife verliess. Darauf studierte er Theologie und Philologie an der Akademie zu Münster i./W. sowie an den Universitäten Tübingen und Freiburg i./B. Sein theologisches Examen pro introitu legte er Ostern 1897 zu Limburg a/L. ab und wurde am 26 März 1898 in Fulda zum Priester geweiht. Darauf war er ein Jahr lang Kaplan zu Oberlahnstein, bestand sein philologisches Staatsexamen pro facultate docendi im November 1898 zu Münster i./W. und wurde am I. April 1899 als kath. Religions- und wiss. Hilfslehrer am Realprogymnasium zu Oberlahnstein angestellt. Am 1. April 1901 wurde er zum Oberlehrer an derselben Anstalt ernannt.
**) Joseph Goerg, geboren den 4. Oktober 1862 zu Elgendorf bei Montabaur, besuchte das Kaiser Wilhelm-Gymnasium zu Montabaur und stadierte, nachdem er die Reifeprüfung bestanden hatte, Philologie und Geschichte auf der Universität zu Würzburg und der Akademie zu Münster. Am 1. Juli 1889 bestand er vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Münster das Examen pro facultate docendi. Zu Herbst 1889 wurde er dem Gymnasium zu Montabaur zur Ablegung seines Probejahres überwiesen. Nach Beendigung des Probejahres war er zunächst weiter in Montabaur, darauf in Höchst a./M., alsdann in Frankfurt a./M. beschäftigt. Im Herbst 1894 wurde er Erzieher der Prinzen von Bragança. Nach 2 Jahren kehrte er wieder in den Schuldienst zurück und wirkte als Hilfslehrer an den höheren Schulen zu Frankfurt a./M.(Selektenschule), Castrop, Friedrichsdorf, Ostern 1899 wurde er Hilfslehrer am Realprogymnasium zu Oberlahnstein. Am 1. April 1901 wurde er zum Oberlehrer ernannt.


