Jahrgang 
1891
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Obertertia. Klassenlehrer., Werle.

1. Religion: vereinigt mit II. 2. Deutsch: 3 Stunden

Prosaische Lesestücke erzählenden und beschreibenden Inhalts und ausgewählte Gedichte wurden gelesen und erklärt. Im Anschluss an die Lektüre ging der Unterricht darauf aus, den Unterschied zwischen Erzählung und Beschreibung(Schilderung) klar zu machen und das Wichtigste über Metrik, Tropen und Figuren einzuprägen. Nach einer übersichtlichen Behandlung der Satzlehre wurde die Tempuslehre besonders unter Hinweis auf das Lateinische behandelt und die Periode an Musterbeispielen erläutert. Die im Kanon bestimmten Gedichte wurden gelernt, früher gelernte wiederholt. Die Aufsätze, an deren Stelle zuweilen Diktate oder Dispositionsübungen traten, lehnten sich vorzugsweise an gelernte oder besprochene Gedichte oder an Cäsar an.(Linnigs Lesebuch. 2. Teil).

Im Sommer: Bode, im Winter: Kerstgens. 3. Latein: 6 Stunden.

Im Anschluss an Ostermanns Ubungsbuch für Tertia wurde die Kasuslehre wieder- holt, die Syntax der Tempora und Modi, Infinitiv, Participium und oratio obliqua durch- genommen nach der Grammatik von siberti-Meiring. Die festgesetzten Exempla wurden gelernt und Vokabeln eingeprägt nach Ostermanns Vokabular für Tertia. Die wöchentlich abwechselnden Haus- und Klassenarbeiten schlossen sich in der Mehrzahl der Cäsarlektüre an.

Gelesen wurde: Caesar, de bello gallico comm. I, II; aus Ovid der Raub der Proserpina. Hierbei lernten die Schüler das Nötigste über den Bau des daktylischen Hexameters kennen und prägten sich eine Anzahl Verse ein.

Im Sommer: Kerstgens, im Winter: Dr. Bodewig.

4. Französisch: 4 Stunden.

Die Bemerkungen zu den regelmässigen Konjugationen, die unregelmässigen Verba, die Anwendung von avoir und être bei der Konjugation, die reflexiven und unpersönlichen Verba, die Formenlehre des Substantivs, Adjektivs und Adverbs, sowie die Zahlwörter und Präpositionen wurden nach Ploetz' Schulgrammatik Lekt. 1 38 durchgenommen und an den dort gegebenen Ubungssätzen eingeübt. Das grammatische Pensum der vorhergehenden Klassen wurde gelegentlich wiederholt. Gelesen wurden ausgewählte Stücke aus Lüdeckings Lesebuch, und einiges wurde auswendig gelernt. Alle 14 Tage fertigten die Schüler in der Klasse oder zu Hause eine schriftliche Arbeit an.

Werle. 5. Englisch: 4 Stunden.

Die Formenlehre wurde nach dem Elementarbuch von Gesenius beendigt. Die Ubungsstücke der ersten und zweiten Reihe, sowie die zusammenhängenden Ubungen des- selben Buches wurden übersetzt und die den Übungsstücken voraufgehenden englischen Anekdoten nebst einigen Gedichten auswendig gelernt. Gelesen wurden ausgewählte Stücke aus Lüdeckings Lesebuch. Alle 14 Tage fertigten die Schüler zu Hause oder in der Klasse eine schriftliche Arbeit an. Werle.

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