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6. März. Jakob Hoch aus Engelſtadt erwirbt ſich nach vorausgegangener mehrtägiger ſchriftlicher Prüfung das Zeugnis der Reife für die Oberſekunda der Realſchule.
7,u. 8. März. An der mündlichen Abgangsprüfung der Oberſekundaner der Realſchule, bei welcher der Direktor den Regierungskommiſſär vertrat, beteiligten ſich 34 Schüler, welche alle beſtanden.
7 März. Oberlehrer Dr. Made, welcher ſeit 1. März erkrankt iſt, wird durch Verf. vom 4. März bis
zum Schluſſe des Schuljahres beurlaubt. Lehramtsacceſſiſt Börſtel tritt als Vertreter für ihn ein. (Verf. vom 4. März.)
9. März. Die 7 Schüler der Höheren Handelsſchule, welche den zweijährigen Kurſus derſelben voll⸗ ſtändig durchlaufen haben, werden mit Abgangszeugniſſen entlaſſen. 11. und 12. Von 44 Schülern, welche ſich aus den beiden Unterſekunden der Realſchule zur Abſchlußprüfung unin gemeldet hatten, beſtanden 41. 14. März. Oberlehrer Neeb wurde zu einer 14tägigen militäriſchen Uebung eingezogen. 14. März. Durch Konferenzbeſchluß wurde 27 Schülern der Unterſekunda des Realgymnaſiums das
Zeugnis über die wiſſenſchaftliche Befähigung für den Einjährig⸗Freiwilligendienſt verliehen.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war zwar etwas beſſer als im Vorjahr, ließ aber immer noch viel zu wünſchen übrig. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im ganzen gut.
Die monatlichen Klaſſenſpaziergänge, ſowie ganztägigen Ausflüge wurden in vorſchriftsmäßiger Weiſe ausgeführt. An den Bewegungsſpielen auf einem beſonderen, von der Schule gepachteten Spielplatze, welche unter der freiwilligen Leitung der Kollegen Sohn, Aſchenbrenner und Luley ſtanden, beteiligten ſich eine ziemliche Anzahl von Schülern aus allen Klaſſen.
Die Schüler der Höheren Handelsſchule beſuchten am 6. März unter Führung des Prof. Uebel die Chokoladenfabrik der Firma Joh. Phil. Wagner u. Co. dahier. Für die zum Beſuche erteilte Erlaubnis der Firma unſeren beſten Dank.
Die große Hitze veranlaßte auch im letzten Sommer mannigfache Störungen des Unterrichts. Im Juni ſchon mußte derſelbe in 3 Stunden ausgeſetzt werden; auf die 2. Hälfte des Juli dagegen entfielen 19 Stunden, im ganzen 22 Stunden(gegen 32 im Vorjahre).
Für die der Anſtalt im Laufe des Schuljahrs zugewandten Geſchenke ſprechen wir den gütigen Gebern hiermit nochmals den verbindlichſten Dank aus. Außer einer Anzahl von Schulbüchern, welche von den betreffenden Verlagsbuchhandlungen zur Prüfung eingeſandt wurden, erhielt die Schule:
1. von den Verlagsbuchhandlungen der Herren Baedeker in Eſſen, Weidmann in Berlin und B. G. Teubner in Leipzig je eine Anzahl von Schulbüchern zum Gebrauch für unbemittelte Schüler; von Herrn Prof. Dr. Nover, dahier, ein Exemplar ſeiner Schrift„Gutenberg und die Bedeutung der Buchdruckerkunſt“; durch Herrn Oberbibliothekar Prof. Dr. Velke, dahier, die Feſtſchrift des Gutenbergfeſtes; von Herrn Rechtsanwalt Görz, dahier, eine reiche Sammlung von Mineralien; von Herrn Dr. Wilh. Georgi in Weiſenau ein Exemplar von„Dr. Juſtin Timoth. Balth. Linde, Überſicht des geſamten Unterrichtsweſens im Großherzogtum Heſſen ſeit den Jahren 1829. Gießen 1839“;
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