Jahrgang 
1899
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18. April.

2. Mai.

11. Mai.

7. Juni.

13. Juli

28. Juli. 30. Juli. 1. Aug.

6. Aug.

Anfang des Schuljahres 1897/98. Die Schülerzahl in den beiden 6. Realſchulklaſſen und in einigen Abteilungen für Religionsunterricht war im abgelaufenen Schuljahr derart angewachſen, daß mit Beginn dieſes Schuljahres eine weitere Klaſſenteilung(der beiden ſechſten Klaſſen in drei Parallelklaſſen) und die Teilung von 2Religionsabteilungen vorgenommen werden mußten. Mit Rückſicht auf die daraus und durch die Errichtung der höheren Handelsſchule erwachſende größere Zahl von Unterrichtsſtunden wurden 3 neue Lehrkräfte eingeſtellt und zwar durch Dekret vom 9. April der ſeitherige Lehrer vom Gymnaſium zu Büdingen, Dr. Julius Jäger, und durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 12. April Lehramtsaſſeſſor Franz Hilsbos und Lehramts⸗ acceſſiſt Auguſt Klein.

Die höhere Handesſchule wurde wie am 4. April beſchloſſen durch Herrn Geheime Ober⸗ ſchulrat Soldan in Gegenwart der Vertreter der Großherzoglichen Handelskammer, der Herren Kommerzienrat Weismann und Fabrikant Wolf, der beteiligten Lehrer und der Schüler der neuen Anſtalt eröffnet.(Der Unterzeichnete war vom 26. April bis 9. Mai an Influenza erkrankt, konnte daher der Eröffnung nicht beiwohnen.)

Lehramtsaſſeſſor Berthold Weidig wurde durch Allerhöchſtes Dekret definitiv angeſtellt.

Die Monate Mai und Juni waren für einen regelmäßigen Schulbetrieb außerordentlich un⸗ glückliche. Zunächſt fehlte im Dienſt Realgymnaſiallehrer Bronner, der bereits in den Oſterferien ſchwer erkrankt war und ſpäter bis zu den Herbſtferien beurlaubt werden mußte. Dann konnte der für die Handelsſchule in Ausſicht genommene Handelslehrer, der ſeitherige Supplent an der Handels⸗ akademie in Wien, Friedrich Leitner, ſeine Stelle in Wien nicht ſofort verlaſſen und mußte ſeinen Eintritt hierorts bis zum 13. Juli verſchieben. Am 14. Mai erkrankte die ganze Familie des Profeſſor Dr. Schäfer an Diphtheritis, ſo daß dieſer die Schule nicht beſuchen konnte und durfte, am 16. Mai wurde Realgymnaſiallehrer Neeb zu 6wöchigem Militärdienſt einberufen, am 26. Mai erkrankte Profeſſor Weihrauch und wurde für den Reſt des Schuljahres beurlaubt und am 6. Juni Realgymnaſiallehrer Gerhard, welcher bis zu den Herbſtferien Urlaub erhielt. Auch dem Unter⸗ zeichneten, der ſich von ſeinem Influenzaanfall während der Schulzeit nicht erholen konnte, mußten die Pfingſtferien um 2 Wochen verlängert werden. Dazwiſchen fehlten für nur mehrere Tage 3 Lehrer wegen Unwohlſeins, 2 Lehrer wegen Erkrankungen und Sterbfällen in deren Familien und für je 2 Tage 3 Lehrer, welche an den Einjährigenprüfungen im Schickert'ſchen Inſtitut beteiligt waren, ſo daß während dieſer zwei Monate für längere Zeit ſechs fehlende Kollegen, an einigen Tagen ſogar neun durch die übrigen ſoweit dies überhaupt möglich war vertreten werden mußten.

Als einzige verfügbare Aushülfe in dieſer Zeit trat nach den Pfingſtferien der Lehramtsacceſſiſt Fritz Bernhardt in das Lehrerkolegium ein und erſt am der lic. theol. Dr. Freiherr von Gall als Vertreter für Profeſſor Weihrauch. An demſelben Tage trat auch der Lehrer für Handelswiſſenſchaften, Friedrich Leitner, durch Dekret vom 28. Mai 1898 mit Wirkung vom 10. Juli an definitiv angeſtellt, ſeinen Dienſt an.

Durch Konferenzbeſchluß wurde an 3 Schüler der Unterſekunda des Realgymnaſiums das Zeugnis über wiſſenſchaftliche Befähigung für den Einjährig⸗Freiwilligendienſt verliehen.

Hermann Achenbach beſtand die Reifeprüfung an dem Realgymnaſium, wobei dem Unter⸗ zeichneten die Funktionen des Regierungskommiſſärs übertragen waren.

Die Schüler Friedrich Keßler, Otto Mayer, Guſtav Schaberg und Georg Schmitt beſtanden die Abgangsprüfung an der Realſchule(Regierungskommiſſär: der Direktor.)

Schluß des Sommerhalbjahres. Lehramtsacceſſiſt Bernhardt, der ſeither den erkrankten Realgymnaſiallehrer Gerhard vertreten hatte, tritt aus dem Lehrerkollegium aus.