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Am 7. Auguſt wurde durch Miniſterialverfügung der Lehramtsacceſſiſt Karl Wißner für 4 Wochen zur Aushülfe an das Gymnaſium in Worms beordert. Nach ſeinem Wiedereintritt in unſer Lehrerkollegium mit Beginn des Winterhalbjahres verſetzte ihn eine weitere Verfügung vom 25. September zur Aushülfe an die Realſchule zu Michelſtadt.
Unter Vorſitz des Herrn Oberſchulrat Soldan fand am 7. Auguſt die mündliche Maturitäts⸗ prüfung ſtatt. Von 7 Oberprimanern, die zum Teil der Schule nur kurze Zeit angehört hatten, beſtanden vier, einer trat freiwillig zurück.
Vom 17. Auguſt bis 23. September Herbſtferien.
Als Erſatz für Dr. Keller wurde durch Allerh. Dekret vom 26. September der ſeither an dem Realgymnaſium zu Gießen thätig geweſene Realgymnaſiallehrer Dr. Karl Baltz mit Wirkung vom 1. Oktober an ernannt. Die Einweiſung in den Dienſt erfolgte am 7. Oktober.
Zu der Eröffnungsfeier der neu errichteten höheren Mädchenſchule, welche am 30. September ſtattfand, war unſer geſammtes Lehrerkollegium eingeladen. Der Unterzeichnete überbrachte im Namen desſelben die herzlichſten Glückwünſche für das Gedeihen der neuen Anſtalt und einen kollegialiſchen Gruß dem neuen Lehrerkollegium.
Auch der am 4. November ſtattgehabten Einweihung des neuen Gymnaſialgebäudes wohnte unſer geſammtes Lehrerkollegium, ſowie einige Schüler der Oberklaſſen bei, welche letzteren zur Ver⸗ ſtärkung der Chöre in der Feſtaufführung der„Antigone“ zugezogen waren.
Durch Miniſterial⸗Verfügung vom 18. Dezember wurde der Lehramtsacceſſiſt Daniel Bonin als prov. Verwalter einer Lehrerſtelle an die höh. Mädchenſchule dahier verſetzt.
Mit Rückſicht auf die große Verbreitung der Influenza auch in unſerer Stadt blieb die Schule zufolge der Verf. Großh. Min. vom 4. Januar 1890 nach den Weihnachtsferien noch weitere 2 Wochen geſchloſſen. Wie ſich beim Wiederbeginn des Unterrichts herausſtellte, waren während eines Monats in manchen Schulklaſſen drei Viertel aller Schüler erkrankt geweſen.
Am 16. Januar wurde durch Miniſterialverf. der Realgymnaſiallehrer Dr. Jakob Schneider als Vertreter des erkrankten Realgymnaſiallehrers Prof. Dr. Külp in Darmſtadt beſtimmt, während hier die Vertretung für ihn dem Lehramtsacceſſiſten Dr. Georg Jacob übertragen wurde.
Wegen der in der Vorbemerkung zur Chronik der Anſtalt erwähnten Verlegung des Schuljahr⸗ anfanges von Herbſt auf Oſtern, ſowie wegen Verkürzung der Unterrichtszeit durch die Influenza⸗ Epidemie wurde durch Großh. Miniſterium am 18. Febr. verfügt, daß die öffentlichen Prüfungen diesmal ausfallen ſollen; ferner wurde durch Verf. vom 24. Febr. beſtimmt, daß der Beginn der Oſterferien um eine Woche zurückgeſchoben werde.
Die monatlichen Klaſſenſpaziergänge, ſowie ein ganztägiger Ausflug für jede Klaſſe wurden in der vorſchriftsmäßigen Weiſe ausgeführt, auch wurde den Schülern einigemal während der Schulzeit Gelegenheit gegeben, die Eisbahn zu beſuchen.
Die Geſundheitsverhältniſſe waren mit Ausnahme der Zeit der Influenza⸗Epidemie bei Lehrern und Schülern im ganzen gut.
Für die unſerer Schule im Laufe des Schuljahres zugewandten Geſchenke ſprechen wir den gütigen Gebern hiermit nochmals den verbindlichſten Dank aus. Außer einer Anzahl von Schul⸗ büchern, welche von den betr. Verlagshandlungen eingeſandt wurden, erhielt die Schule:
1. von dem Lehrer an der höheren Mädchenſchule dahier, Herrn Dr. Ledroit⸗ eine von ihm
ſelbſt gearbeitete Reliefkarte der Umgegend von Mainz;
2. von dem Schüler der IIIb, Karl Fülling, eine Anzahl niederer Tiere aus Indien
(Reptilien und Gliedertiere);


