Jahrgang 
1864
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IX. Der größte Theil des Unterrichts fand in franzöſiſcher Sprache ſtatt. Mündliche und ſchriftliche Extemporalien. Memoriren poetiſcher Stücke. Sprechübungen mit Benutzung des Handbuchs von F. Haas.

3) Engliſche Sprache, bei Demſelben, 3 Stunden wöchentlich. Aus Pineas' engliſch⸗deut⸗ ſcher Handels⸗Correſpondenz wurden ca. 50 Briefe überſetzt, die engliſchen mündlich, die deutſchen ſchrift⸗ lich. Lectüre: Shakespeare: Julius Cäsar; die ſchönſten Stellen wurden memorirt. W. Irving: Co- lumbus, Chap. XIVXXX. Sprechübungen knüpften ſich an das Geleſene und an die Ueberſetzungen. Mündliche und ſchriftliche Extemporalien.

C. Mathematik. Bei Herrn Albert, 2 Stunden wöchentlich: 1) a. Darſtellende Geometrie in einer Stunde wöchentlich, und zwar Entwerfung des Punktes und der Linie, der Ebene, der Polyeder und runden Körper; b. das Wichtigſte aus der ebenen Trigonometrie, in einer Stunde wöchentlich.

2) Algebra, bei Herrn Schumacher, nach deſſen Lehrbuche, 2 Stunden wöchentlich: Quadra⸗ tiſche Gleichungen mit einer und mehreren Unbekannten; Zinſeszins⸗ und Rentenrechnung; Permutationen, Variationen und Combinationen mit Anwendung auf die Potenzirung des Binomiums. Unbeſtimmte Gleichungen.

3) Kaufmänniſches Rechnen und Buchführung, bei Demſelben, nach deſſen Lehrbüchern, 2 Stunden wöchentlich: Aufgaben über alle Arten des kaufmänniſchen Rechnens; Wechſel⸗Commiſſions⸗ rechnung; die 3 Arten der Zinsberechnung bei Contocorrenten; Staffelrechnung; Terminrechnung. Von den Schuͤlern wurden über ein fingirtes Geſchäft die Einträge in die verſchiedenen Haupt⸗ und Hilfsbücher und der Abſchluß derſelben gemacht.

D. Naturwiſſenſchaften. 1) Chemie, bei dem Direktor, nach eignem Lehrbuch, 4 Stunden wö⸗ chentlich: Die Chemie der Metalle; organiſche Chemie und ihre Beziehungen zur Phyſiologie und Technologie.

2) Mineralogie und Geologie, rurſoriſche Ueberſicht unter Benutzung der Sammlungen.

3) Phyſik, bei Herrn Albert, nach Schödler's Buch der Natur, 2 Stunden wöchentlich; Gleichförmige und ungleichförmige Bewegung, freier Fall, Wurfbewegung, Centralbewegung, Pendel; Sprit, Magnetismus, Elektricität. Löſung von Aufgaben aus Fliedner's Sammlung pphyſikaliſcher Aufgaben.

is E. öiſtoriſche Wiſſenſchaften. 1) Geſchichte, im Sommer bei Herrn Dr. Sparſchuh, im Win⸗ ter bei Herrn Dr. Bamberger, 2 Stunden wöchentlich: Die deutſche Geſchichte vom ſiebenjährigen Krieg bis zum Jahre 1815.

2) Geographie, bei Herrn Kölſch, 1 Stunde wöchentlich: Wiederholende Ueberſicht der wichtig⸗ ſten Länder und Staaten, mit beſonderer Rückſicht auf Produkte und Handel, nach Hopf's Handelsgeographie.

F. Zeichnen. Bei Herrn Schleidt, gemeinſchaftlich mit der II. Klaſſe, 2 Stunden wöchentlich: Fortſetzung der Uebung wie in der II. Klaſſe.

G. Modelliren. Bei Herrn Schleidt, gemeinſchaftlich mit der II. Klaſſe, 2 Stunden wöchentlich: Nach Gypsmodellen in Thon.

H. Schönſchreiben. Bei Herrn Magnus, 1 Stunde wöchentlich: Wie in der II. Klaſſe.

Geſang.

Bei Herrn Werner: 1) In der Klaſſe VI und V, je 2 Stunden wöchentlich: Einübung deutſcher Volkslieder mit Auswendiglernen des Textes; Kenntniß der zu einem Elementargeſang erforderlichen Vor⸗ begriffe aus der Muſik; Uebungen in rythmiſcher und melodiſcher Hinſicht. 2) Mit dem aus den brauch⸗ baren Stimmen aller Klaſſen gebildeten Sängerchor: Uebungen in Chorälen, drei⸗ und vierſtimmigen Cantaten, 2 Stunden wöchentlich.