Jahrgang 
1937
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Mehr Eiſen ins Blut!

Jünglinge müſſen gewagt werden,

daß Männer daraus werden! Fr. L. Jahn.

Leibesübungen.

Die nationalſozialiſtiſche Erziehung kennt ein anderes Erziehungsziel als die Erziehung vordem. Der politiſche Deutſche, der Menſch, der mit ſeiner Ganzheit Anteil am Leben ſeiner Gemeinſchaft, ſeines Volkes nimmt, ſoll geformt werden. Aber dem Einzelweſen ſteht der Wille zur volklichen Gemeinſchaft. Je größer der Wille zur volkhaften Bindung, umſo ſtärker und nachhaltiger die Geſchichte eines Volkes. Einer der größten Pädagogen aus völkiſcher Schau, Friedr. L. Jahn, rüttelte in einer ähnlichen völkiſchen Notzeit, nach Jena und Auerſtädt, den Deutſchen wach:Ein Volk, das mit Luſt und Liebe die Ewigkeit ſeines Volkstums auffaßt, kann zu allen Zeiten ſein Wiedergeburtsfeſt und ſeinen Auſerſe haihatag feiern. Das Ertennen und Begreifen einer ſolchen Forderung iſt viel, der Wille zur Tat mehr. Nicht nur der Geiſt, das Wiſſen hat ein Recht und gibt Macht. Was nützten alle geiſtigen Neuerungen ohne geſunden, kraftſtrotzenden Leib, der der Idee durch alle Fährniſſe und Anbilden zum Sieg verhilft. Wer nur ſpräche heute in aller Welt von einem nationalſozialiſtiſchen Programme, wenn nicht der Führer ſeiner Erkenntnis und Sehn⸗ ſucht ein ſtarkes Fundament und Gerüſt gegeben hätte. An unſerem Führer haben wir es vorbildlich erlebt, und wir erleben es täglich neu, daß nur der zum Ziele kommt, der weiß, was er will, und, weil er etwas will, raſtlos arbeitet. Zu ſolchem Ringen gehören neben dem Geiſt Charakterfeſtigkeit und ausdauernde Kraft. Das Bildungsziel des neuen Deutſchland heißt deshalb: harmoniſche Ausbildung und einheitliche Ausrichtung des Menſchen, dur körperliche Abung und Stählung Leiſtungsbereitſchaft, Charakterſtärke und höheres Wiſſen. Jahn ſagte einmal:Nur die ein⸗ trächtige Ausbildung des geſamten Menſchen bewahrt vor aller und jeder leiblichen und geiſtigen Verkrüppelung und Verzerrung. Wir wollen Jungens grad am Leivde, grad im Charakter und grad an Geiſt. Nur der in ſeiner anz⸗

eit erfaßte Junge erringt die wirkliche Gliedſchaft eines lebens⸗ und wehrfähigen Volkes und iſt deshalb dem bei aenfaee Geiſtesakrobaten vorzuziehen, der in vergangener Zeit trotz ſeiner Einſeitigkeit beſtechen, glänzen, Vorteil über Vorteil erringen konnte, auch wenn er außerhalb der Volksgemeinſchaft ſtand. üchtig ſein, heißt: Tugenden beſitzen, etwas taugen. Die Schule zeichnet neben der Partei und deren Gliederungen ausſchlaggebend für das Gelingen in der Erziehung zu dieſem Menſchentyp verantwortlich. Sie iſt nicht mehr nur Lernſchule, ſie will den Jungen mit beiden Füßen ins Leben ſtellen. Dieſe Aufgabe iſt für den Erzieher groß und dankbar. Daraus wird verſtändlich, daß die Leibesübung, bisher ein Stiefkind ſchuliſcher Erziehung, die notwendige Beachtun gefunden hat. Neben vem geſundheitlichen Wert bietet ſie eine hervorragende Chyarakterſchule. Einſatzwille, Kamerad ſchaftsgeiſt, Ritterlichkeit und unbeugſamer Siegeswille, natürliches Führertum und ſelbſtverſtändliche Anterordnung werden geweckt und geſchürt. Mit der Vorkehrung dieſer Charakterwerte wird auch die häufig vorhandene Auffaſſung von einer Bewertung nur nach praktiſchem Konnen hinfällig. Es ergibt ſich daraus für die Schule die Forderung, nicht einen einzigen Schüter bei der ſportlichen Betreuung zu übergehen. Die Breitenarbeit mit angepaßter Leiſtungsforde rung, ein Grundſatz nationalſozialiſtiſcher Leibesertüchtigung wir denken an die ſportliche Ausrichtung der H. J., des D J., an die Aufgabeſtellung des Sportamtes der N. S. GemeinſchaftKraft durch Freude iſt erſte Aufgabe ſchuliſcher Leibesübungen. Logiſcher⸗ und notwendigerweiſe kriſtalliſieren ſich aus der Maſſenarbeit höhere Leiſtungen, Spitzen⸗ leiſtungen, deren Träger in Schulmannſchaften zuſammengefaßt werden. Die Eingliederung in eine Kampfmannſchaft gibt keinen Freibrief zur überheblichkeit. Der wahre Sportler kennt dieſelbe nicht; in ſtolzer Beſcheidenheit nimmt er aus dem Sieg das ſtille Gelöbnis zu größerer Tat. Er wird dadurch zum lebendigem Vorbild, daß er durch ſeine Leiſtung dnd Lareung ſeine Kameraden zu gleichem Streben hochreißt. So ſoll jeder Schüler teilhaben an den Erfolgen ſeiner ule.

Ahed ſen der erzieheriſchen Werte der Leibesübungen, dank der rührigen Arbeit der Schulleitung wurden im vergangenen Jahr einige Neueinrichtungen geſchaffen. An erſter Stelle ſind der Boxraum und die Brauſeanlage zu nennen. Mit dem Boren verband ſich früher faſt allgemein der Begriff: glattgequetſchte Naſe. Das ſchuliſche Boxen, ſelbſt wenn es als Wettkampf betrieben wird, weiſt dieſen Vorwurf entſchieden zurück. Mut, Saeſl hliſce und Sicherheit ſind neben den körperbildenden Vorzügen Hauptattrirute des Boxunterrichts. Warum die Angſt der Eltern? extaner kämpft gegen Sextaner; einem bärenſtarken Anterſekundaner wird der Turnlehrer nie die Möglichkeit einräumen, ſeinen beträchtuch leichteren und kopfhoch kleineren Klaſſenkameraden zuſammen zu ſtauchen; er wird ihn vielmehr vor eine Aufgabe ſtellen, die ſeinem körperlichen Vorteil gerecht wird. Die zweite Neu⸗ anſchaffung iſt die Brauſeanlage. Das Natürliche und Notwendige iſt eine reinigende und erfriſchende Erholung unter der warmen Brauſe, wenn der Körper in heißem Kampf alle Schlacken ausgeworfen hat. Ein gutgeheizter Nebenraum, der als Kleiderablage eingerichtet iſt, bietet Gewäyr, daß dem Schüler durch die Benutzung der Brauſe⸗ anlage kein Nachteil in Form von Erkäitung entſteht. Als dritte Neuanlage iſt die Sporthalle im Erdgeſchoß des Hauptgebäudes zu nennen.(ſ. Amſchlagſeite). Zwei Wünſche trafen bei der Errichtung aufeinander. Der latz links des Haupteinganges bot beim Betreten der Schule keinen guten Eindruck. Dazu kam der Wunſch nach einer ſichtbaren und zugänglichen Aufſtellung der von Schülern unſerer Anſtalt errungenen Preiſe. Die Sporthalle iſt ein Schmuckſtück unſerer Schule geworden. Sie gewinnt in ſofern an Bedeutung, als ſie dem Begründer deutſcher Leibeserziehung, dem Turnvater Jahn, gewidmet iſt und ſeinen Namen trägt. Zwei Kernſprüche ſchmücken die Halle. Zwei Männer reichen ſich in ihr die Hand, der Turnvater und der Mann, der das große Erbe dieſes wahren Deutſchen erſt richtig angetreten hat, Soif Hitler. Beide ſtammen aus dem Volke, und beide verzehren ſich in grenzenloſer Liebe zu dieſem Volt. Möge ſich jeder von dieſer Liebe etwas anſtecken laſſen, dann ſtünde es um Deutſchland in aller Zeit gut. Ein Elrernabend gab den Beſuchern die Möglichkeit, Einblick in die Neueinrichtungen und deren Betrieb zu nehmen. In die Beſichtigung wurden außer den zeitgemäßen Ausſtellungen der chemiſchen und phyſikaliſchen Abteilung und Arbeiten aus dem Zeichenunterricht der Schießſtand im Keller einbezogen, von dem wir

auch eine Aufnahme im Jahresbericht finden.

Nachſtehend eine kurze überſicht während des Jahres errungener Preiſe im Wettkampf der Schulen.

ommerhalbjahr: Leichtathletiſcher Vierkamf 2. Platz 9 bebiat Fußſchlagball(Mittelſtufe)). Landesmeiſterſchaft Winterhalbjahr: Fußball(Anterſtufe) y.. Gruppenmeiſter der höheren Schulen in Mainz Handball(Mittelſtufe) y. 2. Platz im Kampf um die Bezirksmeiſterſchaft Handball(Oberſtufe) ͤͤͤ.. Pprovinzmeiſterſcha

Das Hans Schemm⸗Schwimmen im Sommer hatte ein um rund 100 Punkte beſſeres Ergebnis. 32 Schüler haben im letzten Schuljahr bis zum 1. Februar 1937 das Reichsjugend⸗Sportabzeichen erworben. (Acker)