Jahrgang 
1926
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D. Zur Geschichte der Anustalt.

1. Schulgebäude. Die Arbeiten an der Wiederherstellung der Einrichtungen und Räume unseres schönen Schulhauses, das wir am 16. 3. 25 wieder bezogen hatten, wurden in dem Sommerhalbjahr zunächst noch fortgesetzt und zum Abschluss gebracht, ohne im wesentlichen den Unterricht zu stören.

Ausser den 23 Klassen der Oberrealschule nahnm das Gebäude noch 9 Klassen des Real- gymnasiums auf, dessen Gebäude auch heute noch von den Franzosen zu Schulzwecken beschlag- nahmt ist. Es wurden zur Verfügung gestellt: 5 Klassensäle im Obergeschoss, 3 im Erdgeschoss, dazu 1 Zimmer der Direktorwohnung als Amtszimmer des stellvertretenden Direktors. Lehrer- zimmer, Bücherei, Zeichensäle, Singsaal und Turnhalle wurden gemeinsam benutzt. Ausserdem wurde die Turnhalle an allen Wochentagen näch Schluss des Unterrichts hiesigen Turn- und Sportvereinen zur Verfügung gestellt, während im Singsaal die städt. Musikhochschule Sing- stunden abhielt.

2. Lehfer. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten wurde mit *Wirkung vom 1. Juni 1925 unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten langjährigen und erspriesslichen Dienste in den Ruhestand versetzt der Oberstudienrat Herr Prof. Rudolf Gerhard. Mehr als 40 Jahre war Herr Kollege Gerhard an den höheren Schulen in Mainz tätig: Seit dem 20. April 1884 am Gymnasium, seit dem 25. September 1887 am Realgymnasium und seit Gründung der Oberrealschule an unserer Anstalt. Mit ihm scheidet ein Pädagoge aus dem Amte, der eine Zierde unserer Schule war, ein aufopfernder Lehrer und Erzieher der Jugend, der in hingebender Liebe sein reiches, gediegenes Wissen in den Dienst der Musen gestellt, der in unermüd- licher Arbeit und mit seltenem Geschick wissenschaftlichen Eifer anregte und befruchtete und darüber hinaus der Wissenschaft selbst ein verständnisvoller Freund und warmherziger Förderer gewesen. Die dankbare Anhänglichkeit und Verehrung seiner zahlreichen Schüler folgen ihm über, die Zeit seines amtlichen Wirkens hinaus. Gern hätte sich das Kollegium noch einmal zu einer Ab- schiedsfeier um Herrn Gerhard versammelt; da aber sein Gesundheitszustand dies nicht zuliess, drückten wir dem verehrten Kollegen in einem Schreiben unsere aufrichtige Anerkennung und Hochschätzung aus und verbanden damit den Wunsch, dass es ihm vergönnt sein möge, sich noch viele Jahre eines ungetrübten Lebensabends zu erfreuen.

Zu seiner Vertretung trat Studienassessor Axel in das Kollegium ein. Die endgültige Besetzung der Stelle erfolgte am 10. 8. 25 durch die Ernennung des Studienrats Ludwig Hesse, seither an der deutschen Schule zu Barcelona. Die Funktionen des Oberstudienrats übernahm gemäss Verfügung des Landesamts Studienrat Dr. Mannheimer.

Ausserdem traten am Anfang des Schuljahrs in das Kollegium ein: 1. Studienassessor Heinrich Bertram, seither am Realgymnasium, und 2. Studienreferendar Dr. Hans Winterholer zur Ableistung seines zweiten Vorbereitungsjahres..

Nach den Sommerferien trat Studienassessor Axel eine Stelle in Dieburg an und Studien- referendar Winterholer übernahm die Vertretung des erkrankten Oberreallehrers Häusser am Realgymnasium, um nach einer vorübergehenden Verwendung in Alzey am 11. 1. 26 an unsere Anstalt zurückzukehren, wo er am 9. 2. 26 sich mit Erfolg der Staatsprüfung unterzog.

Studienrat Dr. Schorn kehrte nach Zurücknahme der Ausweisung nicht mehr an unsere Anstalt zurück, sondern trat eine Studienratsstelle am hiesigen Gymnasium an.

Studienassessor Dr. Volk erhielt mit Wirkung vom 17. 7. 24 die AmtsbezeichnungStudienrat.