Jahrgang 
1926
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X. Der Unterricht.

Als Grundlage des Unterrichts dienten seither die amtlichen Lehrpläne von 1914.

Mit dem Schuljahr 1926/27 werden neue Lehrpläne für alle Schularten in Kraft treten, die im Hess. Staatsverlag unter Schulwesen Heft III a veröffentlicht sind. UÜber die methodischen Grundsätze der Reform kann hier nicht berichtet werden; wir beschränken uns auf eine kurze Darstellung des künftigen Aufbaus unserer Anstalt:

Nach den neuen Lehrplänen bilden den Kern aller Schularten die Fächer Religion, Deutsch, Geschichte, Philosophie, in gewissem Sinne auch Zeichnen, Singen, Turnen. Erst durch die Sonder- fächer werden den einzelnen Schularten besondere Aufgaben gestellt. Dabei wird dem Gymnasium die besondere Pflege der alten Sprachen, dem Reformrealgymnasium die der neuen Sprachen und der Oberrealschule die der Mathematik und der Naturwissenschaften übertragen.

Da Neigung und Begabung der Schüler beim Eintritt in die höhere Schule in der Regel noch unentwickelt sind, haben wir in dem Streben, den Anlagen der Schüler möglichst Rechnung zu tragen und ihnen die Wege in möglichst viele Berufe zu öffnen, mit Genehmigung des Landes- amtes eine Vereinigung von Reformrealgymnasium und Oberrealschule in unserer Anstalt in Aussicht genommen.

In Zukunft werden die in Sexta eintretenden Schüler bis Quarta also 3 Jahre lang gemeinsam unterrichtet. Erste Fremdsprache ist Französisch. Dann teilen sich die Klassen in rea- listische(2. Fremdsprache ist Englisch) und realgymnasiale(2. Fremdsprache ist Englisch, 3. von II b ab Latein.) Die Eltern werden auf Grund der Erfahrungen, die in den ersten 3 Jahren gemacht wurden, zu entscheiden haben, welchem Zuge sie ihre Söhne zugeführt wissen wollen. Massgebend für diese Entschéidung werden auch die Pläne sein, die sie für die Zukunft ihrer Söhne haben. Das Ziel beider Anstalten ist die Reifeprüfung. Das Reifezeugnis des Reformreal- gymnasiums berechtigt über das der Oberrealschule hinaus zum Studium aller Fächer, für welche die Kenntnis der lateinischen Sprache Voraussetzung ist.

Wir hoffen durch Verbindung beider Schularten eine Einrichtung geschaffen zu haben, die es unsern Schülern ermöglicht, ohne Schulwechsel, der immer misslich ist, an derselben Anstalt dem Ziele zuzustreben, das ihren Wünschen für den zukünftigen Beruf und ihrer Be- gabung gemäss ist.

Ostern 1926 wird die geschilderte Teilung erstmalig für Unter- und Obertertia vorgenommen.

Um eine bessere Prüfung der beiden Wege zu ermöglichen, drucken wir die Stundentafeln der Oberrealschule und des Reformrealgymnasiums ab: