I. Kuratoriunm.
l. Bürgermeister-Beigeordneter Dr. H. Gassner, Vorsitzender. 2. Geh. Kommerzienrat St. K. Michel. 3. Gymnasiallehrer Professor Dr. J. Stigell. 4.„„ J. Schlenger. 5. Direktor Dr. J. Keller. Sitzungen fanden statt:
1. am 22. Juli 1892. 3. am 7. 0kt. 1892. 2.„ 23. Sept. 1892. 4.„ 4. März 1893.
II. Zur Geschichte der Schule.
Das Schuljahr begann am 25. April. Die seither in den Schulzimmern auf dem Quintinskirch- hofe untergebrachten beiden Klassen wurden, weil sich aus ihrer räumlichen Absonderung und der Be- schaffenheit und Lage der beiden Zimmer mancherlei Missstände ergeben hatten, in das Schulhaus zu- rückgenommen; deshalb mussten der Physik- und der Zeichensaal zugleich als Klassenzimmer dienen; der Selekta ward das physikalische Sammlungszimmer als Klassenzimmer angewiesen.
Mit Beginn des Schuljahres übernahm der Lehrer Siegfried Eschelbacher wöchentlich 4 Stunden israelitischen Religionsunterrichts. Im Laufe des Sommerhalbjahres nahm Herr Oberschulrat Soldan eingehende Besichtungen des Unterrichts vor; an einer nahm die Lehrerin an der Industrieschule des Alice-Vereins, Frl. Götz, zum Zweck einer Prüfung des Handarbeitsunterrichts teil; dem Turnunterricht wohnte Herr Turninspektor Marx an zwei Tagen bei.
Dreimal musste im Mai, je einmal im Juni und Juli der Nachmittagsunterricht wegen der Hitze ausgesetzt werden; am 25. Juli, dem Hauptfesttage des 20. mittelrheinischen Turnfestes, fiel der Unter- richt aus.
Am 29. Juli fand die Wiederimpfung der wiederimpfpflichtigen Schülerinnen, am 5. August die Nachschau durch den Grossh. Kreisassistenzarzt statt.
Am 13. September trat der Lehrer Otto in den Kirchendienst über.
Am 19. September begann das Winterhalbjahr.
Durch Verfügungen Grossh. Ministeriums vom 15. Oktober und 2. November wurden dem Religions- lehrer Dr. Joseph Seitz 12 Wochenstunden katholischen Religionsunterrichts übertragen. Er trat am 25. Oktober seinen Dienst an.
Dr. Joseph Seitz, geb. 17. Okt. 1858 zu Offenbach a†M., gebildet auf dem Grossh. Gymnasium zu Mainz, stu- dierte Philosophie und Theologie auf der Gregorianischen Universität in Rom, bestand die philosophische Prüfung im Herbst 1879, im April 1881 die erste, am 30. Juli 1883 die zweite theologische Prüfung und erwarb die theologische Doktorwürde. Er war an mehreren Stellen des Bistums Mainz in Seelsorge und Schule thätig, seit 1886 wirkte er in Vorarlberg, zuletzt als Religionslehrer an der Mädchen-Volksschule in Bregenz am Bodensee und am Mädchenpensionat Riedenburg bei Bregenz.
Durch Verfügung Grossh. Ministeriums vom 11. November wurde die seither an der Schule zum Ilospitieren zugelassene Lehramtsaspirantin Elisabeth Bensel als Schulverwalterin nach Mörfelden, Kreis Gross-Gerau, versetzt.


