IV. Zur Geschichte der Anstalt.
Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern kann im Schuljahr 1927/28 im allgemeinen als gut bezeichnet werden, wenn sich auch gegen Schluß des Berichtsjahres die Erkrankungen infolge eines Kälterückfalles häuften. Eine längere Beurlaubung wurde nötig für den erkrankten Fierrn Oberreallehrer Jakob Schmidt, dessen Vertretung vom 13. Januar 1928 bis zu den Oster- ferien der Schulamtsanwärter Hierr Friedrich Stephan aus Gronau. Kreis Bensheim, übernahm, und für den Religionslehrer Herrn Studienrat Dr. Reichert. Er wurde von Herrn Kaplan Narz vom 30. Mai bis 14. September 1927 vertreten.
Ernannt wurde am 7. Juli 1927 mit Wirkung vom 1. Juni 1927 der Studienassessor Dr. Filtzinger zum überplanmäßigen Studienrat, Herr Reallehrer Seligmann Eschelbacher zum Oberreallehrer und am 5. November 1927 Herr Reallehrer Jakob Schmidt mit Wirkung vom 1. November 1927 desgleichen zum Oberreallehrer.
Durch den allzu frühen Tod des Herrn Präses Edmund Mickler vom Gesellenhaus in Mainz, der seit einem Jahre katholischen Religionsunterricht an unserer Schule erteilte, erlitt unsere Schule einen schweren Verlust. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit am Sonntag, 12. Februar 1928. Bei seiner Beerdigung auf dem Friedhof in Mainz legte Direktor Dr. Kämmerer einen Kranz an seinem Grabe nieder. Wir alle, Lehrer wie Schüler, werden dem lieben, guten Menschen und tüchtigen Lehrer ein gutes Andenken bewahren. Seine Vertretung übernahm Herr Pfarrkurat Schnabel von Mainz-Zahlbach bis zu den Osterferien.
Am 18. März 1928 starb der Oberstudiendirektor i. R. Herr Prof. Augustin Uebel, der 1. Direktor und Gründer unserer Schule. Er wurde am 21. März 1928 auf dem Mainzer Friedhof beerdigt. Der Direktor legte am Grabe einen Kranz nieder.
Am 30. August 1927 beehrte Herr Ministerialrat Glückert unsere Schule mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.
Der Unterricht mußte an 6 Tagen in den letzten Vormittagsstunden und am Nachmittag wegen großer Hitze ausfallen. An 1 Nachmittag war schneefrei. Durch eine Verordnung des Landesamtes für das Bildungswesen fiel der Unterricht an Fastnacht aus.
Die im letzten Jahresbericht erwähnte, dringend nõtige Verlegung der Chemie- und Physik- abteilung in die frei gewordenen Räume im Erdgeschoß kann erst im neuen Schuljahr vor sich gehnen. Wir hoffen aber, daß die Arbeiten gleich nach Ostern beginnen können. Der Stadt- verwaltung, insbesondere Herrn Bürgermeister Dr. Ehrhardt, sagen wir für die Bereitstellung der Mittel unseren herzlichen Dank.
Auch im Schuljahr 1927/28 trieben wir zur körperlichen Ertüchtigung unserer Schüler eifrig Spiel und Sport und beteiligten uns an verschiedenen Wettkämpfen. So konnten in den Reichs- jugendwettkämpfen die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg erhalten die Schüler Groben, Wilhelm Ub; Gewert, KarlIIb u. Hilse, Fritz IIla im Sechskampf; Roos, Georg IIIb ¹; Steinhauer, Peter IlIbi u. Fischer, Werner Ilb2 im Fünfkampf. Die Urkunde des deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen erhalten 58 Schüler.
In den Schlagballwettspielen um die Spießplakette blieb unsere Mannschaft unter Führung des Herrn Studienrat Dr. Bredel Sieger und zwar am 13. Juli 1927 gegen die Mannschaft der Realschule i. E. Ingelhneim mit 87: 17 und am 7. September 1927 gegen die Realschule in Langen mit 59: 13. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in Hessen, das in Butzbach gegen die Realschule Laubach stattfand, wurde von unserer Mannschaft mit 123:3 gewonnen. Damit ist die Spielplakette in unseren vorübergehenden Besitz gekommen und es gilt, sie im kommenden Jahr zu verteidigen. Die Namen der Sieger, die wir herzlichst zu ihrem schönen Erfolg beglück- wünschen, sind: Bastiné, Becker, Boos, Breitenstein, Brückner, Enderle, Gewert, Gläser, Groben Wilhelm. Hilse, jamin, Krauskopf, Mundo, Wittmann.
Auch das Baden und Schwimmen wurde im verflossenen Jahr wieder, soweit es uns irgend möglich war, von allen Klassen geübt. Die von der städt. Verwaltung in dankenswerter Weise ermäßigten Badepreise in der städt. Badeanstalt für jugendliche unter 17 Jahren gestattete uns eine volle Ausnützung des günstigen Wetters. 47% unserer Schüler können schwimmen.
Die Atemübungen in der Pause setzten wir auch in diesem Jahre fort. Wir werden den Erfolg der Uebungen mit Hilfe eines im Werkunterricht unter Herrn Studienrat Dr. Stautz her- gestellten Respirometers fortlaufend kontrollieren.
Das Jugendfest feierten wir am 6. Juli 1927 in Form einer Rheinfahrt nach St. Goarshausen mit dem Dampfer„Aurea Moguntia“. Auf dem Schiff hielt der Direktor eine Ansprache mit


