Jahrgang 
1926
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Herr Höfer aus Wiener-Neustadt den oberen Klassen einen Vortfrag über neuzeifliche Flugtechnik, der durch Vorführung eines guten Modells besonders lehrreich gestaltet war.

Am 22. September starb nach kurzer Krankheit der frühere langjährige Lehrer des Neuen Gymnasiums Herr Oberstudienrat Prof. Dr. Willenbücher. Seine Beerdigung fand in der ötille statt. Das Kollegium legte einen Kranz an seinem Grabe nieder und ehrte auch in dieser Weise das Andenken des verstorbenen hochgeehrten Amtsgenossen.

Am 15., 16. und 17. November wurde in dem großen Saale der Liedertafel zu Mainz durch dasPaedagogische Institut bei der Technischen Hochschule zu Darmstadt in Mainz in Verbindung mit der Lehrerschaft von Mainz einPaedagogischer Kurs veranstaltet. Um den Amts- genossen Gelegenheit zum Besuche der Vorlesungen zu geben es sprachen u. a. die Professoren Dr. Theodor Litt aus Leipzig und Geh. Rat Dr. Georg Kerschensteiner aus München hatte das Landesbildungsamt am 16. und 17. November von 10 Uhr vormittags ab den Ausfall des Unter- richts gestattet. Die Beteiligung der Herren Kollegen an der Veranstaltung war infolge des dankens- werten Entgegenkommens des Landesbidungsamts sehr rege.

Intolge der erwähnten räumlichen Verhältnisse in unserem Gebäude mußte auch die jährliche Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkriegs sehr eingeschränkt werden. Sie fand am 21. November staft. Die Gedächtnisansprache hielt Herr Prof. Sartforius.

Auch in diesem Jahre hatten sich die Schüler unserer Anstalt in den Dienst derNothilfe gestellt. Am 21. September beteiligten sie sich an der Haussammlung desRoten Kreuzes, im Monat Januar 1926 hatten sie den Verkauf vonWohlfahrtsbriefmarken(Opferwoche der deutschen Nothilfe) übernommen.

Am 15. Februar feierte Herr Geh. Schulrat Dr. Helm, der neunzehn Jahre lang die Leitung des ehemaligen Neuen Gymnasiums innehatte und sich seit der Zusammenlegung der beiden Mainzer Gymnasien im Ruhestand befindet, in ungeschwächter Gesundheit seinen 70. Geburtstag. Das frühere Kollegium seiner Anstalt sprach ihm aus diesem Anlaß durch die Herren Ober- studienräte Prof. Dr. Schrohe und Prof. Dr. Wißmann seine besten Glückwünsche aus.

Am 18. März 1926, dem Tage der fünfzigsten Wiederkehr des Todes Ferdinand Freiligraths, wurde auf Anordnung der obersten Schulbehörde vor den Schülern die Bedeufung dieser Persön- lichkeit für seine und unsere Zeit gebührend gewürdigt.

Am 24. März hielt Herr Oberstudienrat Prof. Dr. Schrohe den Primanern unseres Gym- nasiums einen sehr lehrreichen Lichtbildervortrag über Mainzer Kupferstecher des 17. und 18. Jahr- hunderts und erwarb sich dadurch mit Herrn Prof. Dr. Kübel, der so freundlich war, den Pro- jektionsapparat zu bedienen, besonderen Dank der Schule und der Schüler.

Am 3. Juli und am 8. Dezember beehrte Herr Ministerialrat Glückert die Anstalt mit seinem Besuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.

Als Tage für die mündliche Reifeprüfung unserer beiden Oberprimen hatte das Landes- bildungsamt den 18. und 19. Februar Ifd. Is. festgesetzt. Beidemal führte Herr Ministerialrat Glückert den Prüfungsvorsitz. Es bestanden im ganzen 35 Schüler, 20 davon waren mit Rücksicht auf die Jahresleistungen und die Ergebnisse der schrifflichen Prüfung von der mündlichen Prüfung befreit. Der vorgeschriebene hygienische Aufklärungsvortrag wurde den Abiturienten der hiesigen höheren Lehranstalten auch am Ende dieses Schuljahres von dem Kreisarzt Herrn Obermedizinalrat Dr. Schäffer in dankenswerter Weise gehalten.

In der Frage der Förderung der körperlichen Ausbildung der heranwachsenden Jugend sind wir auch für dieses Berichtsjahr sehr zu klagen gezwungen. Unsere dunkle, kleine und niedere Turnhalle ist, zumal nach der Vereinigung beider Gymnasien zu einer Anstalt, für ihren

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