Reifeprüfungen.
Am 23. März 1906 bestand der Realgymnasialabiturient Anton Heinstadt aus Butzbach unter dem Vorsitz des Direktors eine ausserordentliche Reifeprüfung im Lateinischen und Griechischen. Er widmet sich dem Studium der katholischen Theologie.
Die mündliche Reifeprüfung des Schuljahres 1905/06 fand am 27. Juli 1906 unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Oberschulrats Nodnagel statt. Folgenden Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife erteilt:
1. Franz Börckel aus Mainz(Rechtswissenschaft).
2. Hermann Brittner aus Mainz(Rechtswissenschaft).
3. Johann Burkard aus Mainz(Heilkunde).
4. Fritz Dörr aus Wiesbaden(Heilkunde).
5. Willy Henkel aus Mainz(Mathematik und Naturwissenschaften). 6. Eduard Kammandel aus Geisa(Heilkunde und Naturwissenschaften). 7. Wilhelm Krieg aus Gustavsburg(Mathematik und Physik).
8. Ernst Lang aus Herzogenaurach(Katholische Theologie).
9. Arthur Lion aus Mainz(Rechtswissenschaft).
10. Philipp Nicolay aus éstrich(Katholische Theologie).
11. Friedrich Römheld aus Mainz(Neuere Philologie).
12. Robert Schmidt aus Mainz(Katholische Theologie).
13. Georg Schorn aus Mainz(Germanistik).
14. Heinrich Viecenz aus Neisse(Katholische Theologie).
IV. Zur Geschichte der Anstalt.
Mit Beginn des Sommerhalbjahrs trat mit Genehmigung hoher Behörde die bisherige Oster- quinta als Quarta an das Ostergymnasium über, während die Ostervorklasse 1 als Ostersexta bei dem Herbstgymnasium blieb. Dagegen kam eine neue 1. Ostervorklasse von dem Ostergymnasium an das Herbstgymnasium herüber.
Herr Pfarrassistent Schuster, der den evangelischen Religionsunterricht der oberen Klassen seit Ostern 1904 gegeben hatte, verliess Mainz am Schluss des letzten Schuljahrs, um eine Pfarrstelle in Hering zu übernehmen. An seine Stelle trat am 26. Oktober 1905 Herr Pfarrer Karl Stempel, bis dahin Pfarrer in Angenrod, der, zunächst provisorisch, als evangelischer Religionslehrer an das Ostergymnasium berufen wurqde.
Herr Professor Braun, schon im letzten Jahre wegen eines Ohrenleidens beurlaubt, war auch zu Anfang des neuen Schuljahres nicht imstande, den Unterricht wieder aufzunehmen, und erhielt weiteren Urlaub für das Winterhalbjahr. Da auch im Winter sich keine Besserung einstellte, so sah er sich genötigt, um seine Versetzung in den Ruhestand einzukommen, die ihm mit Wirkung vom 1. Mai 1906 unter Anerkennung seiner treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit gewährt wurde. Lehrer und Schüler bedauern aufrichtig den vorzeitigen Verlust eines stets freundlichen Kollegen, eines anregenden und erfolgreichen Lehrers.


