Jahrgang 
1929
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Es war nicht möglich, einen Studienaſſeſſor als Vertreter für Dr. Eymer zu erhalten. Seinen Unterricht übernahmen dafür in dankenswerter Weiſe Studiendirektor i. e. R. Bruns, der bereits im Vorjahre ſeine Arbeitskraft in den Dienſt unſerer Schule geſtellt hatte, und Univ. Profeſſor Dr. Wagner, der aber nur bis Weihnachten bleiben konnte, ſodaß ſeine Stunden im letzten Schulvierteljahr unter verſchiedene Herren verteilt werden mußten. Als Nachfolger von St. Rat Eymer wurde der bisherige Studienaſſeſſor an unſerer Schule, Dr. Hermann Seidenſtücker, gewählt.

Von Erkrankungen blieben nur 6 Herren verſchont. Längere Zeit fehlten Ober⸗ ſtudienrat Koch, die Studienräte Schüler, Dr. Zimmermann, Zeichenlehrer Becker, Ober⸗ ſchullehrer Möller.

In unterrichtlicher Hinſicht ſtand auch das Berichtsjahr wieder im Zeichen der Durch⸗ führung der Schulreform. An Pädagogiſchen Tagungen und Lehrgängen nahmen teil: Oberſtudienrat Prof. Dr. Glaſer als Vertreter des Provinzial⸗Schulkollegiums Kaſſel und Studien⸗ rat Faſer am Neuphilologentag in Hamburg vom 30. Mai-1. Juni, Studienrat Doerbecker an einem Lehrgang für Werkunterricht in Berlin vom 10.13. Oktober, der Direktor, die Studienräte Martin und Dr. Zimmermann am Pädagogiſchen Kongreß in Kaſſel vom 4. 6. Oktober. Ob. Stud. Rat Prof. Dr. Glaſer war außerdem zu einer Studienfahrt nach Frankreich vom 25. Sept. 13. Okt. beurlaubt und hielt vom 25.27. Oktober in Darmſtadt in dem ſtaatlichen Fortbildungslehrgang heſſiſcher Studienräte franzöſiſche Vorträge.

Vom 20. Okt.-3. Nov. fand an unſerer Schule unter Leitung des Oberſtudiendirektors ein Lehrgang zur Durchführung der Schulreform ſtatt, zu dem 20 auswärtige Studien⸗ räte und Studienaſſeſſoren vom Provinzial⸗Schulkollegium Kaſſel als Teilnehmer ausgewählt waren. Ein ausführlicher Bericht über dieſenLandeskundlichen Lehrgang, bei dem auch eine engere Zuſammenarbeit mit der Univerſität vorgeſehen war, erſcheint als Beilage zum Jahresbericht unter dem Titel:Heimatkunde und Landeskunde an höherer Schule und Univerſität. Hier ſeien nur Plan und Verlauf kurz angegeben:

1. Unterrichtsbeiſpiele:

Religion: UIOR St.⸗Rat Kürſchner: Einführung der Reformation in Heſſen.(2 Std.). Vb St.⸗Rat Schüler: Die heilige Eliſabeth.(1 Std.).

Deutſch und Geſchichte: OIl OR St.⸗Rat Dr. Weber: Sozialwirtſchaftliche Fragen in der heſſiſchen Dorfgemeinde G Std.). OIlRg St.⸗Rat Dr. Zimmermann: Die Stadt. G Std., in der 1. St. Führung durch die Stadt). UIlRg St.⸗Rat Martin: Das Marburger Religionsgeſpräch.(1 Std., in der Aula der Univerſität). UIIRg St.⸗Rat Martin: Siedlungsgeſchichte des Lahntals, Abſchnitt Marburg.(1 Std.).

Erdkunde: UIlRg St.⸗Rat Manns: Die Marburger Landſchaſt.(2 Std. im Gelände).

Zeichnen: Ul Ok Zeichenlehrer Becker: Heſſiſche Landſchaft.(1 Std.).

2. Führungen: 1. Methodiſche Wanderung in der Umgebung Marburgs(Führer: Geh. Archivrat Prof. Dr. Küch). 2. Schloß(Archivrat Dr. Knetſch). 3. Eliſabethkirche (Dr. Kippenberger). 4. Kunſthiſtoriſches Muſeum(Dr. Kippenberger).

3. Vorträge: 1. Geh. Archivrat Prof. Dr. Küch: Heimatkunde und Univerſität. 2. Studienrat Dr. Zimmermann: Heimatkunde in der höheren Schule. 3. Prof. Dr. Stengel: Aus der hiſtoriſch⸗geographiſchen Werkſtatt des Inſtituts für geſchichtliche Landes⸗ kunde von Heſſen und Naſſau. 4. Bibliotheksrat Dr. B. Martin: Die Mundartforſchung von Heſſen und Naſſau. 5. Prof. Dr. Wagner: Volkskunde und Schule in Heſſen⸗Naſſau.

4. Ausſtellungen: 1. Schülerzeichnungen und Werke heſſiſcher Maler. 2. Heſſiſche