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3. Ubersicht uber die während des abgelaufenen Schuljahres behandelten Pensen.
Prima 1. (Ordinarius im S. der Direktor; im W. Professor Loeber.)
Religionslehre. a) Evangelische: Neuere Kirchengeschichte. Die Hauptsachen aus der Bibelkunde des A. und N. Testamentes. Glaubens- und Sittenlehre im Anschluss an die Erklärung der Augustana, nebst kurzer Einleitung über die alten Symbole. Erklärung des Römerbriefes. 2 St. w.(Yogt.)— b) Katholische: Allgemeine und besondere Sittenlehre mit Rücksicht auf die das sittliche Leben und die gesellschaftliche Ordnung gefährdenden Grund- sätze und Bestrebungen der Gegenwart. Kirchengeschichtliche Mitteilungen aus der neueren Zeit; zusammenfassende Wiederholung der vorhergehenden Perioden. Nach Dreher, Lehrbuch der katholischen Religion. 2 St. w.(MWeber.)
Deutsch. Shakespeares Julius Cäsar. Herders Reisejournal mit Auswahl, Abhandlung über Shakespeare, Ossian und Volkslieder.— Shakespeares Richard III. Lessings Hamburgische Dramaturgie mit Auswahl.— Goethes Tasso.— Grillparzers Sappho.— Schillers philosophische Gedichte: das Glück, der Genius, das Ideal und das Leben, die Künstler.— Lessings Nathan der Weise.— Abhandlungen von Kuno Fischer, Hermann Grimm, Hettner, Treitschke und andern.— Freie Vorträge der Schüler über Themata meist litterarischen Inhaltes aus der Privat- lektüre.— Kleine Arbeiten.— Dispositionsübungen.— Aufsätze. 3 St. w.(Loeber.)
Themata der deutschen Aufsätze:
1) Welcher Art sind die Veränderungen, die Shakespeare in seinem Julius Cäsar an seinen Quellen vorgenommen hat? 2) Welche Erwägungen haben uns bei der Beurteilung hervorragender Männer der Geschichte zu leiten?(Klassenaufsatz.) 3) Welches Bild giebt uns Tacitus von der Lage der römischen Legionen in Germanien? 4) Worauf beruht unser Interesse für Tacitus? 5) Inwiefern sind die Worte der Prinzessin in Goethes Tasso II, 1 berechtigt„Zwar herrlich ist die liedeswerte That, doch schön ists auch, der Thaten stärkste Fülle durch würd'ge Lieder auf die Nachwelt bringen?“ 6) Worauf beruht unser Interesse für König Odipus in Sophokles' Drama? 7) Wie bestimmt Plato in seinem Laches den Begriff Tapferkeit?
Aufsatz der Reifeprüfung Ostern 1900: Aus welchen Gründen erklärt sich der Ausbruch der grossen französischen Revolution?
Latein. Lektüre: Ciceros II. Philippische Rede, Horaz' Oden, Satiren und Episteln mit Auswahl. Tacitus' Annalen II—V, c. 41; XV, c. 38— 51. Ubungen im unvorbereiteten Obersetzen. Privatlektüre: Ciceros I. Philippische Rede. Livius XXVIII. Ubersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische in der Regel alle 8 Tage. Ubersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche als Klassenarbeiten alle 6 Wochen. Grammatische und stilistische Wiederholungen. Übersetzungen aus Langes UÜbungsbuch für Prima und zahlreiche andere grammatische Übungen. — Auswendiglernen passender Stellen aus Horaz und Tacitus. 7 St. w.(Loeber.)
Griechisch. Homers Iliade I— II V. 493. Aus dem 1. Buch lernten die Schüler ge- eignete längere und kürzere Stellen auswendig.— Thucydides, II. 1— 101 mit Auswahl; sodann, Sophokles, König Odipus, V. 1— 462.(S. Buchenau.)— König Odipus zu Ende. Platos Laches. Homers Iliade III— XIohne Auswahl.— Extemporierübungen aus Xenophons Hellenika.(W. Loeber.) Wiederholungen aus der Grammatik. Schriftliche Übersetzungen aus dem Griechischen in der Klasse, aus den gelesenen Schriftstellern oder nach Diktaten. 6 St. w.(S. Buchenau; W. Loeber.)
Aufgabe der Reifeprüfung: Ostern 1900: Plato, Protagoras c. XI'Hy„dο ore bis Kal odro dogerrae dννοσmπ.


