Jahrgang 
1899
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VI. Stiftungen und Unterstützungen für Schüler.

1. Die Zahl der Freischüler während des Rechnungsjahres 1898/99 betrug 35, die Summe des erlassenen Schulgeldes 3657 Mark. Ausserdem wurde in diesem Jahr vom K. Prov.- Schulkollegium kein Schulgeld niedergeschlagen.

2. Der Kapitalbestand der Münscher-Stiftung*) beträgt 1644,96 Mark. Das Sti- pendium in der Höhe von 52,50 Mark wurde durch das Lehrerkollegium dem Oberprimaner Karl Schultze verliehen. Dieser Beschluss wurde gemäss§ 3 der Satzungen am 23. April 1898 in einer Versammlung der Lehrer und Schüler bekannt gemacht.

3. Das neue Stipendium, welches nach der Genehmigung durch das K. Prov.-Schul- kollegium unter dem Namen»Stiftung früherer Schüler« am 5. Oktober 1894 ins Leben getreten ist**), wird, nachdem die ersten Tausend Mark erreicht und in 3 ½% Preussischer konsolidierter Staatsanleihe angelegt worden sind, am 9. Mai d. Js. zum ersten Mal an einen braven und fleissigen Schüler der Klassen I'- IIi aus einer nur mässig bemittelten Familie, und zwar in erster Linie einem solchen, weloher sich auf ärztlichen Rat einer Badekur unterziehen muss, vergeben werden. Anmeldungen nimmt der Direktor entgegen. Das Kapital betrug am Schluss des Schuljahres 1178,01 M. Diese Stiftung wird unter dem Ausdruck herzlichen Dankes an die bisherigen Spender dein ferneren Wohlwollen der Eltern und früheren Schüler aufs angelegentlichste empfohlen.

4. Die Unterstützungsbibliothek, mit dankenswerter Hingabe seit Jahren durch Herrn Professor Dr. Wilhelmi verwaltet, leiht die eingeführten Schulbücher, soweit der Vorrat reicht, an unbemittelte Schüler aus. An Geschenken für dieselbe gingen ein: 1) von der Verlags- buchhandlung von Freytag, Leipzig: Soph. Antigone und Oed. rex(ungeb.); 2) von Teubners Verlagsbuchhandlung: Caes. bell. gall., Soph. Oed. rex., Xen. Anabasis, Xen. Hellenica, je 3 Exemplare; 3) von Kesselrings Verlag in Frankfurt: A. Lange, Ubungsbuch für Prima (1 Exemplar).

Für diese Geschenke wird hiermit im Namen der Anstalt bestens gedankt.

VII. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern.

1. Nichtöffentlicher Schlussakt.

Sonnabend, den 25. März vorm. 10 Uhr fand nach der in der Aula abgehaltenen Schlussandacht die Verkündigung der Versetzungen und Austeilung der Zeugnisse in den einzelnen Klassen durch die Ordinarien statt.

*) Ueber diese Stiftung vergl. das Anstaltsprogramm von 1886, S. 34 35. **) Ueber dieses neue Stipendium vergl. die Anstaltsprogramme von 1893, und namentlich von 1895 S. 35.