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15. März konnte Pfr. Vogt, und erst seit dem 21. März Dr. Braun seinen Unterricht im vollen Umfang wieder übernehmen.
Am 25. Februar veranstaltete der Instrumental-Musik-Verein der Gymnasiasten in der Aula eine musikalische Abend-Unterhaltung. Der Ertrag der freiwilligen Gaben war zur Anschaffung von musikalischen Instrumenten bestimmt.
Vom 25. bis 29. Februar fand die schriftliche Maturitäts-Prüfung statt. Die münd- liche wurde am 24. und 25. März unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrats Dr. Lahmeyer abgehalten. Unter den 13 Abiturienten erhielten 11 das Zeugnis der Reife; von letzteren waren drei von der mündlichen Prüfung dispensiert worden.
Im Monat Februar verlor das Gymnasium zwei sehr brave Schüler. Am 10. Februar starb der Obertertianer Adolf Hartert an einem Herzleiden, den 27. Februar der Untersecundaner Emil Fuchs an einem Ohrgeschwür, durch welches zuletzt das Gehirn ergriffen worden war. Den Leichenbegängnissen beider folgten Lehrer und Schüler des Gymnasiums.
Das Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers am 22. März wurde von dem Gymnasium in herkömmlicher Weise gefeiert. G. L. Dr. Schäfer hielt die Festrede und zwar über Friedrichs des Grossen Stellung zur Deutschen Literatur.
Am Ende des Schuljahrs, den 8. April, wird der vierte Oberlehrer des hiesigen Gymnasiums, Dr. Philipp Braun, durch Rescript vom 21. März d. J. zum zweiten, Ober- lehrer an dem Königlichen Gymnasium zu Weilburg vom 1. April ab ernannt, aus unserer Lehranstalt scheiden, an welcher er 8 ½ Jahre hindurch, seit 11. October 1875, mit grossem Eifer und Geschick, sowie mit segensreichem Erfolg thätig gewesen ist. Die Liebe und Achtung der Lehrer und Schüler, welche ihn ungern verlieren, wird ihm in seine neue Stellung folgen. Möge seine Wirksamkeit dort ebenso erfolgreich sein, wie sie es hier gewesen ist!
Auch der unterzeichnete Director wird seine Thätigkeit am hiesigen Gymnasium, das er seit dem 15. April 1850 34 Jahre lang geleitet hat, mit dem Ende des Schuljahrs beschliessen. Er hat nämlich mit Rücksicht darauf, dass er am 21. März d. J. sein 798tes Lebensjahr vollendet hat und am 21. April sein 51stes Dienstjahr vollenden würde, an die Höhere Behörde ein Gesuch um Versetzung in den Ruhestand gerichtet und hofft mit Zuversicht, dass Seine Majestät der Kaiser dieser Bitte willfahren werde. In dieser Voraussetzung spricht er seinen geehrten Collegen, den treuen Mitarbeitern an dem Werk des Unterrichts und der Erziehung, sowie allen, die seine amtliche Thätigkeit unterstützt haben, seinen herzlichen Dank aus und wünscht dem Gymnasium, dass es, getreu dem über dem Eingang stehenden Wahlspruch:»Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang« in immer höherem Grade eine Pflanzstätte christlicher Frömmigkeit, vaterländischer Gesinnung und wissenschaftlicher Bildung sein möge!


