Jahrgang 
1880
Einzelbild herunterladen

Klassen geübt. Von Ostern bis November erhält jede Klasse 2 St. auf dem Turnplatze, im Winter muss das Turnen eingestellt werden, da das Gymnasium immer noch nicht im Besitze einer Turnhalle ist.(G. E. L. Müller).

ſhoh=·ʒʒyꝙqYq

II. Chronik des Gymnasiums.

Mit einer gemeinsamen Andacht und mit der Aufnahme von 51 Schülern wurde das neue Schuljahr Donnerstags den 24. April begonnen. Zugleich wurde der von dem Königlichen Gymnasium zu Fulda an das hiesige versetzte und zum Oberlehrer ernannte Dr. Karl Weidenmüller in sein Amt eingeführt; auch begann der Schulamts-Candidat Dr. Adolf Lange sein Probejahr am hiesigen Gymnasium.

Bei der am 28. Mai von dem Akademischen Senat auf hiesigem Schloss ver- anstalteten Vorfeier zur Einweihung des neuen Universitäts-Gebäudes hatte der unter- zeichnete Director die Ehre, im Namen sämmtlicher Gymnasien der Provinz deren Glückwünsche aussprechen und eine von allen Gymnasiallehrern unterzeichnete lateinische Votiv-Tafel dem Rector Magnificas überreichen zu dürfen.

Vom 1. bis 3. Juni fielen die Lectionen wegen des Pfingstfestes aus.

Vom 6. bis 13. Juni wurde das herkömmliche Tentamen der Primaner abgehalten.

Am 11. Juni fand zur Feier der goldnen Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin in der Aula des Gymnasiums ein Rede-Act unter Begleitung von Declamationen und musikalischen Vorträgen statt. Die Festrede hielt der Unterzeichnete und zwar darüber, welche Segnungen wir der in unserem Staate bestehenden erblichen Fürstengewalt verdanken.

Der Frühlings-Spaziergang, welchen die Lehrer und Schüler des Gymnasiums am Nachmittag des 20. Juni in den hinter dem Glaskopf gelegenen Wald unternahmen, war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Gesänge und theatralische Vorstellungen wechselten mit einander ab. Die Primaner führten ein komisches Stück:»Monsieur Herkules«, die Obersecundaner die Rütli-Scene aus Schillers Wilhelm Tell auf.

Am 21. Juni begann der Schulamts-Candidat Dr. Eduard Rosenstock sein Probejahr am hiesigen Gymnasium.

Dem Gymnasium zu Corbach, dessen 300jähriges Jubiläum am 3. Juli gefeiert wurde, sprach das Lehrercollegium des hiesigen Gymnasiums seine Glückwünsche durch eine Abhandlung aus, welche von dem Unterzeichneten verfasst war und-von dem historischen Charakter der Gymnasien« handelte.

Die Sommerferien dauerten vom 6. bis 27. Juli.