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Secunda und Prima. Köpfe und Ornamente nach Gyps. Landschaften in Kreide oder Sepia. Linearzeichnen(freiwillig): Projectionslehre und Schattenconstructionen. 1 St. w.(GEI. Miller.)
Turnen. Es wechseln Frei- und Ordnungsübungen mit Geräth- und Gerüstübungen; die ersteren werden mehr von den unteren, die letzteren mehr von den oberen Klassen geübt. Im Sommer erhält jede Klasse 2 St. auf dem Turnplatze, im Winter 1 St. in der städt. Turnhalle.(GEL. Mäüller.)
II. Chronik des Gymnasiums.
Mit einer gemeinsamen Andacht und mit der Aufnahme von 45 Schülern wurde das neue Schuljahr Donnerstags den 12. April eröffnet. Zugleich wurde der Schulamts-Candidat, Karl Kraatz in seine Stellung am Gymnasium eingeführt, wo er theils zur Ableistung des Probejahrs, theils als beauftragter Hülfslehrer thätig sein sollte. Auch übernahm der am 31. März d. J. bestellte Gymnasiums-Diener Gust. Ad. Pohle seine Obliegenheiten von diesem Tage an in ihrem vollen Umfange.
Dienstag den S. Mai langten die Rescripte an, durch welche Dr. Fr. Braun zum Oberlehrer, Hülfslehrer Aug. Fritze zum ordentlichen Lehrer ernannt, alle Lehrer von Dr. Fr. Braun abwärts in ihrem Gehalt verbessert wurden.
Am Pfingstsonnabend den 19. Mai wurde in feierlicher Versammlung des Lehrer- Collegiums durch den unterzeichneten Director der neu ernannte Gymnasiallehrer Fritze beeidigt.
Wegen des Pfingstfestes wurden die Lectionen am 20., 21. und 22. Mai ausgesetzt.
Das herkömmliche Tentamen der Primaner fand vom 25. bis 30. Mai statt.
Montags den 28. Mai starb Dr. August Soldan, der 25 Jahre am Gymnasium zu Hanau, 15 Jahre lang am hiesigen Gymnasium mit unermüdlichem Eifer gewirkt hatte und nicht blos als Lehrer, sondern auch als Schriftsteller für die Interessen der Schule thätig gewesen war. Nachmittags den 30. Mai folgte das Lehrercollegium seiner Leiche.
Vom 8. bis 10. Jani machten 39 Schüler der oberen Klassen unter Leitung der Gymnasiallehrer Dr. Eberhard und Fritze eine Turnfahrt zum Meissner, nach Allen- dorf und Witzenhausen, wo sie die freundlichste Aufnahme in dortigen Familien fanden. Von Witzenhausen kehrten sie über Kassel und Wilhelmshöhe hierher zurück.— Die übrigen Classen unternahmen am Nachmittag des 8. Juni unter der Leitung ihrer Ordinarien Ausfiiige in die nähere oder entferntere Umgegend.


