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12) Walther Hempfing von hier, 19 ¹¼ Jahr alt, 10 Jahr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima; studiert Rechtswissenschaft.
13) Wilhelm Dörffler aus Kassel, 20 Jahr alt, 6 Jahr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima; studiert Rechtswissenschaft.
Mit den Vorgenannten wurde auch ein früherer Schüler des miesigen Gymnasiums, der Studiosus Ludwig Grau von hier, 21 ¾ Jahr alt, zufolge einer Verfügung des Königl. Provinzial-Schulcollegiums vom 29. Dec. 1874(S. 5649) geprüft und erhielt das Zeugnis der Reife. Er widmet sich dem Studium der neueren Sprachen.
Die unter No. 1—6 aufgeführten Abiturienten wurden von der mündlichen Prüfung dispensiert.
Mittwoch den 7. April wurde das neue Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht, welcher Psalm 145 zu Grunde gelegt war, eröffnet. Zugleich wurden zwei neue Lehrer eingeführt: Hülfslehrer Wilhelm Wilhelmi aus Runkel an der Lahn und Schulamts- Candidat August Fritze aus Wiesbaden; auch wurden 34 Schüler in das Gymnasium aufgenommen, dessen Schülerzahl dadurch auf 218 stieg.
Das schriftliche Tentamen der Primaner fand vom 21. bis 26. Mai statt.
Dienstag den 1. Juni wurde das herkömmliche Frühlingsfest am Forstgarten gefeiert, wobei die Primaner Scenen aus dem altdeutschen Epos Walthari darstellten.
Am 11. und 12. Juni unternahmen die Schüler der oberen Classen unter Begleitung von drei Lehrern: Müller, Wilhelmi und Fritze eine Turnfahrt in den Taunus, namentlich nach den wieder aufgegrabenen Ruinen des altrömischen Castells, jetzt Saal- burg genannt, und kehrten sehr befriedigt zurück.
Die Sommerferien dauerten vom 3. bis 25. Juli; am 26. begannen die Lectionen wieder.
Am 8. August nahmen Lehrer und Schüler des Gymnasiums gemeinsam an der Feier des Heiligen Abendmals Theil.
Am 10., 12. und 16. August wurden die Nachmittags-Lectionen wegen grosser Hitze ausgesetzt.
Vom 26. bis 31. August fand die schriftliche und am 16. September die mündliche Maturitäts-Prüfung statt; zur Leitung der letzteren war der unterzeichnete Director beauftragt worden.
Die zur schriftlichen Bearbeitung vorgelegten Aufgaben waren folgende: die zum deutschen Aufsatz: Welche Bedeutung gab die deutsche Volkspoesie dem Könige Dietrich von Bern?; die zum lateinischen Aufsatz: De M. Atilio Regulo; die mathematischen Aufgaben waren:
1) Ein leuchtender Punct ist 7,7932 Meter von der Oberfläche einer Kugel entfernt, deren Radius 2 Meter lang ist. Wie gross ist die beleuchtete Fläche der Kugel?
2) In einem Dreiecke sei der Radius des zur Seite a gehörenden äusseren Berührungs- kreises 6.= 429 m, der Radius des zur Seite 5 gehörenden äusseren Berührungskreises 0= 95 ew6. Wie gross ist der Radius des inneren Berührungskreises, wenn die Differenz der zu b und a gehörenden Höhen h— h.= 46,2 ist.


