Jahrgang 
1867
Einzelbild herunterladen

ſolche, welche fünf Jahre zu den guten und beſten Schülern der Anſtalt gezählt wurden. Unter ihnen ſind recht viele, welche ſich durch gute Lebensführung und Berufstüchtigkeit auszeichnen. Dies ſoll zugleich zur Anerkennung der Lehrer geſagt ſein, welche hier wirkten und noch wirken.

II. Schulnachrichten. 1. Lehrverfaſſung. a) Aeußere Einrichtung der Schule.

Die Real⸗ und höhere Töchterſchule iſt eine zweiklaſſige, jede Klaſſe mit zwei Abtheilungen, in welchen Knaben und Mädchen in den meiſten Gegenſtänden zugleich unterrichtet werden. Ihre Leitung iſt von Königlicher Regierung dem Realſchul⸗Dirigenten Decan Jeckeln anver⸗ traut. Dieſem iſt als Beirath der Realſchulvorſtand beigegeben, welcher dermalen aus Fabri⸗ kant Philipp Schneider, als Vorſitzender, Bürgermeiſter Cramer und Gaſtwirth Franz Rösgen beſteht. Für die Schulvorſtände an den Realſchulen hat Königliche Regierung am 12. Januar 1867 eine neue Dienſtinſtruction erlaſſen.

Das Lehrercollegium beſteht aus dem Oberlehrer Becker, Lehrer Opel, und den Ele⸗ mentarlehrern Wehr, Budecker und Heimann als Hülfslehrern. Den Religionsunterricht ertheilen Decan Jeckeln und Pfarrer und Schulinſpektor Kuch.

Es folgen hier die kurzen Biographien der Hauptlehrer:

Karl Becker, evangeliſch, wurde 1809 zu Wallrabenſtein geboren, beſuchte die Elementarſchule daſelbſt, ſodann die Realſchule zu Üſingen. 1826 wurde er in das Lehrerſeminar zu Idſtein aufgenommen, und 1829 entlaſſen. Außer einer Privatſtelle im Auslande waren ſeine Schulſtellen: Reichenbach, Niederlauken, Seilhofen, Salzburg und Obermalmenach. Im Jahre 1843 ging er mit Genehmigung und Urlaub hoher Behörden nach Würzburg, um ſich an der Univerſilät daſelbſt weiter auszubilden. Im Herbſte dieſes Jahres verließ er dieſe Hoch⸗ ſchule, um ſeine Studien auf der polytechniſchen Schule zu Karlsruhe fortzuſetzen. Nachdem er ſechs Jahre lang dieſe Anſtalt beſucht hatte, übernahm er 1849 die erſte Reallehrerſtelle an der Realſchule zu Uſingen, 1854 die⸗ jenige zu Biebrich, 1857 diejenige zu Hachenburg, von wo er 1859 an das Schullehrerſeminar zu Uſingen diri⸗ girt wurde. Nachdem er ſechs Jahre daſelbſt gewirkt hatte, wurde er als Realoberlehrer wieder nach Hachenburg verſetzt. Das erſte Reallehrerexamen hat er 1854, das zweite abgekürzte 1864 beſtanden.

K. Opel, evangeliſch, geboren 1837 zu Staffel, beſuchte die Elementarſchule zu Diez, und von ſeinem zehnten Lebensjahre an die Realſchule daſelbſt. Mit dem 16. Lebensjahre trat er in das Schullehrerſeminar zu Uſingen, und nach Beendigung des dreijährigen Curſus begann er ſeinen Beruf als Lehrer in der Schirm ſchen Handels⸗ und Gewerbeſchule zu Wiesbaden. Nach 3 ½jähriger Wirkſamkeit nahm er eine Hauslehrerſtelle in Paris an und wirkte 6 ½ Jahre daſelbſt. Seine freie Zeit benutzte er zum Beſuche der Univerſitätsvorträge, zum Studium der franzöſiſchen Sprache, zu Reiſen in Frankreich und nach London, um ſeine geographiſchen Kenntniſſe durch Anſchauung zu erweitern und in der engliſchen Sprache ſich mehr zu befeſtigen. Im April 1866 wurde er an die Realſchule zu Hachenburg dirigirt. Sein erſtes Examen als Lehrer an Mittelſchulen hat er im December 1866 beſtanden.

b) Unterricht. Verzeichniß der im ablaufenden Schuljahre abgehandelten Lehrgegenſtände in den einzelnen Klaſſen.

1. Religionslehre.

a) Evangeliſche.

II.& I. Claſſe. 2 St. Die Lehre vom Beiſtande Gottes zur Heiligung und das zweite Hauptſtück des Katechismus, die Lehre vom chriſtlichen Leben. Kirchengeſchichte.

II. Cl. 2 St. Bibliſche Geſchichte des A. T. 4 Jee eckeln.