Schulnachrichten.
4 I. Lehrverfaſſung.
Die Realſchule zu Montabaur beſteht dermalen aus 3 Realklaſſen, wovon die obere zwei⸗ jährig, zwei Abtheilungen bildet und aus 4 Pädagogial⸗ oder Gymnaſialklaſſen, welche den Unterricht in den altklaſſiſchen Sprachen in zwei Abtheilungen erhalten.
Mitglieder des Realſchulvorſtandes ſind: 1) Herr Pfarrverwalter Stein. 2) Herr Färber und Kaufmann Aloys Bollentin. 3) Herr Fabrikant Jakob Flügel. 4) Herr Gerber F. W. Hisgen. 5) Oekonom Löhr.
A. Das Lehrercollegium der Realſchule beſteht dermalen aus folgenden Mitgliedern: 1. Realoberlehrer Bode, erſter Lehrer und zugleich ſeit dem 10. Nov. v. J. mit der Direktion der Anſtalt betraut.
2. Reallehrer Reichwein, Klaſſenlehrer der zweiten Klaſſe.
3. Lehrgehilfe Hofmann, Klaſſenlehrer der dritten Klaſſe..
4. Schulinſpektor Klau, katholiſcher Religionslehrer und zugleich Lehrer der altklaſſiſchen Sprachen an den Gymnaſialklaſſen der Anſtalt. Kaplan Weckerling, evangeliſcher Religionslehrer. Seminarlehrer Hartmann. Elementarlehrer Müller, Elementarlehrer Herber,
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Hülfslehrer.
Ueber ſeinen Lebensgang erlaubt ſich der Unterzeichnete folgende Mittheilungen zu machen:
Michael Bode iſt geboren den 24. Auguſt 1799 zu Balduinſtein, beſuchte die Elementarſchule ſeines Geburtsorts bis zu ſeinem 14. Jahre, trat ſodann in die peſtalozziſche Knabenerziehungsanſtalt des Mathias Klein zu Mainz, um ſich daſelbſt nach der peſtalozziſchen Elementarbildungsmethode theoretiſch und praktiſch zum Lehrer und Erzieher auszubilden. Er wurde in ſeinem 19. Lebensjahre zuerſt in Limburg als Lehrgehilfe an der dortigen Elementarſchule angeſtellt. Nach zwei Jahren zum Lehrer ernannt, verblieb er noch weitere 4 Jahre daſelbſt und wurde in den ſieben folgenden Jahren nach einander nach Molsberg, Laufenſelten, Langen⸗ ſchwalbach, Mantabaur an die daſige obere Mädchenſchule verſetzt, bei Errichtung der Realſchule 1840 wurde er proviſoriſch zum Reallehrer ernannt
Reallehrer Reichwein gibt folgende Nachricht über ſeine bisherigen Lebensverhältniſſe:
Johann Reichwein iſt geboren den 15. Januar 1830 zu Thalheim, katholiſcher Confeſſion, beſuchte die Elementarſchule zu Thalheim, ſpäter das Pädagog zu Limburg, das Gymnaſium zu Hadamar, ſodann die Univerſitäten Gießen und Göttingen, ſpäter die Sorbonne zu Paris, London, wurde im Oktober 1856 Hausleh⸗ rer beim Präſidenten Muſſet, im Oktober 1857 Erzieher der Kinder des Rentier Schmidt zu Wiesbaden, übernahm zu gleicher Zeit mehrere Unterrichtsgegenſtände an der Schirm'ſchen Anſtalt, machte hierauf eine Reiſe nach Frankreich und England und wurde ſchließlich im Oktober 1862 als Reallehrer in Oberurſel angeſtellt, von wo er im Oktober 1865 nach Montabaur verſetzt wurde.


