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6. Künſtleriſcher und techniſcher Unterricht.
Zeichnen. Serta bis Obertertia je 2 Stunden wöchentlich, Unterſekunda bis Oberprima je 2 Stunden alle 14 Tage. Hauptziel des freien Zeichnens war Wecken und Bilden ſchöpferiſcher Anlagen; verwandt wurden Kohle, Blei, Paſtellkreide, Waſſerfarbe, Buntpapier, Linoleum. Jahreszeiten, Erlebniſſe, Spiel, Sport, Märchen gaben den Stoff dazu. Auf der Mittel⸗ und Oberſtufe wurde auch nach der Natur gezeichnet, wozu die Sammlungen der An⸗ ſtalt ſowie die Straßen und Gaſſen der Stadt Gelegenheit boten.— Linearzeichnen: Darſtellen einfacher Körper(Prisma, Zylinder, Pyramide, Kegel) mit Schnitten, Abwicklungen, Durch⸗ dringungen und Schrägbildern.
Geſang und Muſik. Serxta und Quinta je 2 Stunden wöchentlich. Einführung ins Notenleſen. Erfaſſen, Darſtellen, Erfinden und Niederſchreiben einfacher rhythmiſcher Motive im geraden und ungeraden Takt. Erarbeitung der Durtonarten bis A- und Es-dur. Ableitung der Moll⸗Leiter. Homophoner und polyphoner ein⸗ und zweiſtimmiger, bisweilen auch dreiſt. Liedgeſang und Kanongeſang; außerdem erſte Einführung in das Verſtändnis der Inſtru⸗ mentalmuſik. Quarta bis Prima: 4 Stunden, nämlich je eine Stunde Knabenchor und Männerchor, je eine Muſikſtunde für vereinigte IV—O III und II— I. Einſtimmige Lieder, meiſt Volkslieder, teils ohne Begleitung, teils zu Klavier, Geige oder Laute. Choralgeſang der Meſſeliturgie. Zwei⸗ bis vierſtimmiger homophoner und polyphoner Liedgeſang. Zum gemiſchten Chor wurden nach Bedarf die beiden Chöre in einer der beiden Chorſtunden ver⸗ eint. Einfache Inſtrumentalmuſik(Märſche, Tänze). Einführung in die Kompoſition ein⸗ facher Lieder und Muſikſtücke. Gelegentlich Proben aus Beethovens Muſikwerken.
Turnen. Die Anſtalt beſuchten im Sommer 265, im Winter 266 Schüler. Von dieſen waren befreit im Sommer 4, im Winter 10 Schüler auf ärztliches Zeugnis oder wegen offen⸗ ſichtlicher Gebrechen. Geturnt wurde in 8 Abteilungen, die 21 bis 43 Schüler zählten, wöchentlich in je 2 Turnſtunden. Die Turnhalle wurde endlich von der Beſatzung freigegeben. Spielturnen wurde im Sommer in 4, im Winter in 5 Abteilungen abgehalten, die 34 bis 70 Schüler zählten. Geübt wurde auf dem Jugendſpielplatz oder auf dem Seminarturnplatz; bei ungünſtiger Witterung mußte in der Turnhalle geübt werden, oder, wenn dieſe von anderen Schulen beſetzt war, die Stunde ausfallen. Lauf⸗ und Fahrſchüler wurden bei ſchlechtem Wetter von Fall zu Fall beurlaubt. Am 22. September machten Auswahlmannſchaften der Jahrgänge 1908—13 die Wettſpiele der höheren Lehranſtalten des Lahngaues in Limburg mit und gewannen die Wanderpreiſe(Domſchild und Silberſchild) in der Stafette von 4 4100 m und im Mehrkampf der Altersklaſſe III(1909—08 und älter).


