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Es beſtanden 4 Turnabteilungen, die in 12 Turnſtunden unterrichtet wurden: in der Prima erteilte im Sommer Viſſeenſchaftlicher Hilfslehrer Schnädter, im Winter Viſſeenſchaftlicher Hilfs⸗ lehrer Dr. Heinze den Unterricht, in der Sekunda und in den drei unteren Klaſſen Oberlehrer Th. Becker. In der Tertia erteilte den Turnunterricht im Sommer Viſſenſchaftlicher Hilfslehrer Schnädter, im Winter Oberlehrer Eiſel.
Im Sommer wurde im Freien auf dem unmittelbar am Gymnaſialgebäude liegenden Platze geturnt, ſpäter in der Turnhalle des Königlichen Lehrerſeminars. Den Schülern ſtand die Schwimm⸗ anſtalt des Gymnaſiums zur Verfügung.
Bewegungsſpiele wurden im Sommer auf dem Turnplatze vorgenommen. Auch wurden Übungsmärſche ins Gelände unternommen. Außerdem beſteht zur Pflege von Bewegungsſpielen eine Vereinigung von Schülern, die namentlich das Fußballſpiel betreiben. Die Schüler, die im Biſchöf⸗ lichen Konvikte wohnen, ſpielen und turnen außerdem auf eigenem Spiel⸗ und Turnplatz.
b) Geſang. Aus den Klaſſen 0 I bis IV einſchließlich wurden ein gemiſchter Chor und ein Männerchor gebildet. Der gemiſchte Chor ſang aus Palme„Sangesluſt“, Stein„Feſtchor“, Müller„Friedrich Rotbart“; mit dem Männerchor wurden Kompoſitionen von Kern, Schaefer, Wilt⸗ berger, Lieder aus Jepkens„Kirchliche Geſänge“ und Choralgeſänge eingeübt. 3 St.
Quinta und Sexta wurden im Singen kombiniert. Die Belehrungen und Übungen erſtreckten ſich auf: Tonbildung, Einführung in die Notenſchrift, Notenleſen und Notenſchreiben, Verſetzungs⸗ und Pauſezeichen, Takt und Taktarten, Tonleiter, ganze und halbe Tonſtufen, Notenwerte, Bindungen, punktierte Noten ꝛc. Zur Einübung kamen ferner einſtimmige Volks⸗ und Kirchenlieder, kleinere mehr⸗ ſtimmige Sätze(auch Canons) und die mehrſtimmige Tonleiter in verſchiedener Tonhöhe und man⸗ nigfachſter Abwechslung bezüglich Melodie, Takt und textlicher Unterlage. 2 St. Kämpfer.
c) Zeichnen. Obertertia: Perſpektiviſche Ubungen im Darſtellen von Teilen des Zeichen⸗
ſaales. Zeichnen nach Fußbodenplatten und andern Natur⸗ und Kunſtformen(präparierten Blättern, bedruckten Stoffen, Gipsmodellen) mit Wiedergabe von Licht und Schatten. Übungen im Malen mit Waſſerfarbe. 2 St. Untertertia: Zeichnen nach einfachen Gegenſtänden(Gebrauchsgegenſtänden, Fuß⸗ bodenplatten) mit Darſtellung von Licht und Schatten. Malen mit Waſſerfarbe. Übungen im Skizzieren. 2 St. Quarta: Zeichnen ebener, geradliniger und krummliniger Gebilde und Übungen im Treffen von Farben nach farbigen Gegenſtänden und in der Farbengebung. Zeichnen aus dem Gedächtnis. Einübung der griech. Buchſtaben. 2 St. Quinta: Zeichnen gerader Linien und geradliniger Gebilde. Übungen im Auftragen von Waſſerfarben. Zeichnen aus dem Gedächtnis. 2 St. Im wahlfreien Zeichnen wurden Zeichnungen nach Natur und Kunſtformen und farbigen Vorlagen angefertigt. übungen im Malen mit Waſſerfarbe. 2 St. Kämpfer.
d) Schreiben: Quinta und Sexta komb. Deutſche und lateiniſche Schrift.— Buchſtaben, Wörter, Sätze—, die Ziffern und die griechiſchen Buchſtaben. Mit den Schülern der III. und IV., welche eine ſchlechte Handſchrift haben, wurde in einer beſonderen Schreibſtunde deutſche und lateiniſche Schrift geübt, meiſtens in zuſammenhängender Form. Übungen im Taktſchreiben. 2 St. Kämpfer.


