II. Mitteilungen aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörde.
Caſſel, 1. April 1899. Dem Kaplan Leopold Reuß zu Wiesbaden wird die kommiſeariſche Verwaltung der kath. Religionslehrerſtelle übertragen.
Caſſel, 9. Mai. Die Einführung des 2. Nachtrags zum Normaletat wird verlangt.
Caſſel, 11. Juli. Bei Verſetzungen von Beamten und Militärs ſoll für die Söhne der⸗ ſelben beim Übergang aus einer höheren Schule in eine andere keine Aufnahmegebühr erhoben werden.
Berlin, 19. Juli. Gegenüber der ſichtlich im Steigen begriffenen Frequenz der Anſtalt wird auf die Notwendigkeit von Klaſſenteilungen hingewieſen.
Caſſel, 22. Auguſt. Oberlehrer Wurm erhält die feſte Zulage.
Caſſel, 6, November. Das Prachtwerk von dem Marinemaler Peterſen:„Deutſchlands Ruhmestage zur See“ wird von dem Königl. Provinzial⸗Schulkollegium dem Gymnaſium als Geſchenk überwieſen.
Caſſel, 21. Novbr. Bei Erteilung des Primanerzeugniſſes ſoll mit der vorgeſchriebenen Strenge verfahren und denjenigen Schülern, welche Seeoffizier zu werden beabſichtigen, bei Eintritt in die Oberſekunda die Vorſchriften für die Seekadetten⸗Eintrittsprüfung mitgeteilt werden.
Caſſel, 5. Januar 1900. Auf Befehl Sr. Majeſtät wird von dem Werk von Wigslicenus „Deutſchlands Seemacht ſonſt und jetzt“ 1 Exemplar als Prämie zum 27. Januar für einen würdigen Schüler der Anſtalt überſandt.
III. Zur Geſchichte der Schule.
Das neue Schuljahr begann am 11. April. Am vorhergehenden Tage unterzogen ſich die neu angemeldeten Schüler, die nicht von einer berechtigten Anſtalt kamen, der vorgeſchriebenen Prüfung. Im ganzen wurden 52 Schüler neu aufgenommen.
Die kommiſſariſche Verwaltung der durch die Beförderung des Oberlehrers Dr. Kilian zum Domkapitular und Geiſtlichen Rate in Limburg a. d. L. erledigte katholiſche Religionslehrerſtelle wurde durch Verfügung des Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 1. April 1899 dem Kaplan an der Bonifatiuskirche zu Wiesbaden, Leopold Reuß, übertragen. Über ſeinen Lebensgang diene folgende Angabe:
Leopold Reuß, geboren am 24. Juli 1869 zu Limburg a. d. L., katholiſcher Konfeſſion, be⸗ ſuchte das Realgymnaſium ſeiner Vaterſtadt und weiterhin 2 Jahre das Gymnaſium in Montabaur. Nach erlangtem Reifezeugniſſe lag er ſeinem philoſophiſchen und theologiſchen Studium an dem Prieſter⸗ ſeminare zu Fulda und zu Limburg ob und wurde am 26. November 1891 in Limburg zum Prieſter geweiht. Bis zu ſeiner Berufung an unſere Anſtalt war er als Kaplan in Montabaur, Hadamar und Wiesbaden thätig.
Am 11. Juli machten ſämtliche Klaſſen des Gymnaſiums die übliche Turnfahrt.
Am 27. Juli beehrte der Herr Oberpräſident unſerer Provinz, Staatsminiſter Graf Zedlitz, unſer Gymnaſium mit ſeinem Beſuche. Er ließ ſich das Lehrerkollegium vorſtellen, begrüßte die Schüler, die auf dem Spielplatze Aufſtellung genommen hatten, und ſah den Spielen der einzelnen Abteilungen zu; ſodann beſichtigte er einige Räume des Schulgebäudes. 4


