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eintretet, ihr werdet ſtets die ſicherſte Berathung und Bewahrung finden, wenn ihr zurückdenket an dieſe Stätte eurer Jugendbildung und Erziehung, wo man die erſten Grundlagen eurer Bildung und Geſittung zu legen ſuchte. So gehet denn hin, von unſerem beſten Segen begleitet, der Herr führe euch Alle, wenn auch auf verſchiedenen Wegen, zum ſchönen Ziele. Amen!
Zahlreiche Zuſchriften hoher Gönner und hochgeehrter Freunde der Anſtalt bezeugten bei dieſer Gelegenheit das lebhafte Intereſſe, welches man an dem fortſchreitenden Gedeihen derſelben nahm und werden nicht verfehlen, uns und unſere Nachfolger im Amte zu fortgeſetztem Eifer und gewiſſenhafter Pflicht⸗ erfüllung anzuſpornen, um die in dieſen Schreiben ausgeſprochenen Wünſche und Hoffnungen in Erfüllung zu bringen. Dieſe Zuſchriften werden daher einen ſehr werthvollen Theil der Acten, welche über die Ein⸗ führung in das neue Realſchulgebäude erwachſen ſind, bilden.
Bezüglich unſerer Erfahrungen hinſichtlich der Lokalitäten conſtatiren wir zunächſt, daß die Größen⸗, Licht⸗ und Luftverhältniſſe vollſtändig den pädagogiſchen Forderungen entſprechen. In Bezug auf die Luft⸗ heizung können wir gleichfalls im Allgemeinen unſere volle Zufriedenheit ausſprechen. Wir behalten uns vor, in einem beſonderen Aufſatz unſere Erfahrungen über die Luftheizung, die Feuchtigkeitsverhältniſſe und die Zuſammenſetzung der Zimmerluft zuſammenzuſtellen. Die neuen Schulbänke in den drei Unterklaſſen der Realſchule haben ſich vorzüglich bewährt, die Kappen⸗ und Mantelhalter, ſowie die Schirmſtänder auf den Corridoren ſind ſehr zweckentſprechend.
In Betreff der Umgeſtaltung der Vorſchule erlauben wir uns die hierauf bezüglichen Schreiben an die Eltern der die Vorſchule beſuchenden Kinder, ſowie die Verfügungen Großherzoglichen Miniſteriums des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, beizufügen:
Die Großherzogliche Direction der Realſchule zu Michelſtadt
an die verehrlichen Eltern der die Vorbereitungsſchule beſuchenden Kinder.
Im Auftrage Großherzoglichen Miniſteriums des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, zeigt der Unterzeichnete den Eltern der die Vorbereitungsſchule beſuchenden Kinder hierdurch ergebenſt an, daß die Vorſchule vom 1. Oktober 1878 an proviſoriſch mit der Realſchule verbunden, und daß höheren Ortes das Schulgeld, vorbehaltlich definitiver Regelung, auf 48 Mark jährlich feſtgeſetzt, das Eintrittsgeld da⸗ gegen aufgehoben worden iſt.
Der Unterzeichnete erlaubt ſich, dieſer Anzeige folgende Erläuterung ergebenſt beizufügen:
Wäͤhrend an anderen Orten des Landes die Vorſchulen zu öffentlichen, mit den Hauptſchulen organiſch verbundenen Anſtalten erhoben, hierdurch in ihrer Organiſation, die zum Theil die Mitwirkung der Hauptſchule in ſich ſchloß, zeitgemäß entwickelt und befeſtigt wurden, und tüchtige Lehrkräfte auf die Dauer gewonnen werden konnten, blieb die hieſige, ſeit 1845 gegründete Vorſchule im Weſentlichen in ihrer urſprünglichen Einrichtung. Da an ihr, als Privatlehranſtalt, kein Lehrer definitiv angeſtellt werden konnte, ſo hatte dieß zunächſt einen häufigen Lehrerwechſel— ſeit ihrer Entſtehung haben 8 verſchiedene Lehrer an ihr gewirkt— zur Folge. Da ferner durch die inzwiſchen erfolgte Aufbeſſerung der Lehrer⸗ gehalte die Koſten der Vorſchule bedeutend wuchſen, ſo mußte, wenn die Eltern kein höheres Schulgeld aufbringen ſollten, auf eine ſehr hohe Frequenz— in den letzten Jahren ſtieg dieſelbe über 50 Schüler— gerechnet werden, was der Ausbildung der Schüler, die in 3 Abtheilungen zu unterrichten waren, keines⸗ wegs förderlich ſein konnte. Man ſah daher von der ſchon bei der Gründung der Schule feſtgeſtellten Beſtimmung ab, daß nur 30 Schüler höchſtens zuſammen unterrichtet werden ſollten, und daß ein zweiter Lehrer angenommen werden ſollte, wenn die Zahl 40 erreicht ſei. Unter ſolchen Umſtänden gelang es nur durch den Fleiß und die Tüchtigkeit des Lehrers, das Ziel im Weſentlichen mit der Mehrzahl der Schüler zu erreichen. Dieſe große Zahl von Schülern war ferner in einem ſehr beſchränkten, niedrigen und nicht gehörig beleuchteten Raum untergebracht, konnte nur im Sommer Turnunterricht empfangen, ſo⸗ daß die Geſundheit der Kinder ſehr bedenklich bedroht war. Um dieſen großen Mißſtänden wenigſtens theilweiſe abzuhelfen, beſchloß die Generalverſammlung der Eltern der die Vorbereitungsſchule beſuchenden Kinder am 15. Mai 1872 einſtimmig, ein Erſuchen an den Gemeinderath der Stadt Michelſtadt zu richten und um Uebernahme der Vorbereitungsſchule auf ſtädtiſche Verwaltung, reſp. Vereinigung der Rechnung mit dem Realſchulfonds zu bitten und wegen Erhebung der Vorſchule zu einer öffentlichen, mit der Real⸗ ſchule in engere Verbindung tretenden Anſtalt mit der Direction der Realſchule in Benehmen zu treten. Der Stadtvorſtand lehnte damals das Erſuchen unter der Bemerkung ab, daß der Stadt durch die Ueber⸗ nahme fraglicher Anſtalt neue Laſten erwachſen würden. Obgleich nun die in einer weiteren Generalver⸗ ſammlung der Eltern erwählte Commiſſion, beſtehend aus Herrn Dr. Weyprecht, Herrn Lehrer Eid⸗


