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Tod den Seinigen entriſſen worden iſt. So iſt denn leider der ſchöne Wunſch, welchen das vorjährige Programm dem ſcheidenden Freunde im Sinne aller ſeiner Collegen nachrief:„daß er in der Stille des Geiſtes, welche die wohlverdiente Ruhe ihm gewähren würde, neue Lebenskraft ſammeln möge, um noch lange der Mittelpunkt einer zahlreichen Familie zu bleiben,“ nicht in Erfüllung gegangen. Ihm ſelbſt iſt nach langer, treuer und mühevoller Arbeit ein höherer Friede, als aller irdiſche, zu Theil geworden; aber im Kreiſe der Seinen, in welchem er den Sinn liebevollſter Eintracht und beglückender Häuslichkeit zu beleben und zu erhalten wußte, wird ſeine Stelle nie erſetzt werden, und viele Schüler und Freunde, welche aus ver⸗ trauterem Umgang ſein warmes Herz, ſeine ſtrenge Redlichkeit, ſeine ausdauernde Pflichttreue, ſeinen gebildeten Geiſt kannten und ſchätzten, bewahren ihm ein ehrendes Andenken.
Auch einen Schüler haben wir im Laufe des Jahres durch den Tod verloren: es war mein zweiter Sohn, Friedrich Wilhelm, ein lieber, hoffnungsvoller Knabe von 11 Jahren, welcher ſeit Oſtern 1844 unſere Schule und ſeit Oſtern 1848 die fünfte Klaſſe beſuchte. Nachdem uns ſchon ſeit längerer Zeit Spuren eines tiefer liegenden Uebels betrübt hatten, ſtarb er am 30. Auguſt vor. J. an der Hautwaſſerſucht. In unſerm tiefen Schmerz ſind uns viele Beweiſe der Liebe und Anhänglichkeit ſeiner Lehrer und Mitſchüler ein wehmüthiger Troſt geweſen.
Für die Schulbibliothek wurden außer einigen kleinern für die Lectüre der Schüler beſtimmten Werken angeſchafft: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, und die Zeitſchrift für das Gymnaſialweſen, welche beide, wie früher, unter dem Lehrercollegio circulirten; Bronn Geſchichte der Natur III. 1, 2. Reichenbachs Uni⸗ verſum des Thierreichs 38— 47. Berghaus phyſik. Atlas 19. Humboldt Anſichten der Natur, 3 Wandkarten. Von zwei Schülern aus IIIb., Schenkewitz und Greiß, wurden Wandkarten von Nord⸗ und Süd⸗Amerika unter Zugrundelegung der Sydow'ſchen Wand⸗ karten mit der politiſchen Eintheilung gezeichnet. Alle vorhandenen Wandkarten wurden revi⸗ dirt und, ſo weit nöthig und noch der Mühe werth, reſtaurirt.— Als Geſchenke erhielt die Bibliothek: von Einem hohen Senate drei Hefte der Geſchichtſchreiber der Vorzeit und ein Exemplar der hiſtoriſch⸗genealogiſchen Stammkarten des Oldenburgiſchen Königshauſes; von der verehrlichen Schuldeputation 60 Exemplare von Jimmerthals evangeliſchem Choralbuche.
Die naturhiſtoriſchen Sammlungen, ſo wie die Waaren⸗ und Productenſammlung ſind durch einige kleine Geſchenke theils von einzelnen Schülern, theils von der Schule befreun⸗ deten Perſonen bereichert worden. Zur Förderung des naturhiſtoriſchen Unterrichts trugen die Zeichnungen bei, welche unter der Anleitung des betreffenden Lehrers von dem Selectaner Stahl und dem Tertianer Joh. Fehling von einzelnen charakteriſtiſchen Theilen des thieri⸗ ſchen Körpers in vergrößertem Maaßſtabe ausgeführt und der Schule geſchenkt wurden. Eben


