Jahrgang 
1872
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Die neu eingetretenen Lehrer haben über ihren Lebenslauf Nachstehendes mit- getheilt:

1) Franz Xaver Wannenmacher, geb. 1839 den 8. Mai in Owingen, Hohenzol- lern-Hechingen, besuchte die Realschulen in Hechingen und Sigmaringen, das Semi- nar zu Brühl, die Academie in Lausanne, die Universität Bonn. Mehrjähriger Auf- enthalt in Frankreieh und England zum Behufe der Erwerbung der Facultas in den neueren Sprachen. Am 24. Juli 1870 von London aus zur Fahne einberufen, stand derselbe während des Krieges beim 29. Landwehrregimente. Am 22. Juli 1871 er- warb er durch ein examen pro facultate docendi bei der wissenschaftlichen Prüfungs- commission in Bonn die Facultas im Englischen, Französischen und Deutschen. Ver- öffentlicht ist von ihm eine Uebersetzung vonSocrate et Jésus-Christ, par Frédé- ric de Rougemont und 3 Bändchen in der Regensburger Sammlung von Erzählungen für die Jugend.

2) Dr. Hermann Adolf Zim mermann, geb. den 15. Jan. 1841 in Düsseldorf a. Rh., besuchte von Ostern 1850 bis Ostern 1859 das Gymnasium zu St. Maria Magda- lena in Breslau, studirte hierauf an der Universität Breslau bis zum Sommer 1866 zn- nächst klassische Philologie, dann vom 6. Semester ab Naturwissenschaften und pro- movirte im genannten Jahre auf Grund der botanischen Dissertationde papyro bei der philosophischen Fakultät derselben Universität. Von Michaelis 1866 an war er ein Jahr lang am Magdalenäum in Breslau als Lehrer provisorisch thätig und gleichseitig Mitglied des Kgl. pädagogischen Seminars. Am 17. März 1871 unterzog er sich ebendaselbst vor der Kgl. wissenschaftl. Prüfungscommission dem examen pro facultate doc., auf Grund dessen er die Berechtigung zum Unterricht in den Natur- wissenschaften, der Mathematik, Physik und deutschen Sprache an Gymnasien und Realschulen erwarb. Ausser oben genannter Dissertation veröffentlichte er im 14. Bd. der Abhandl. der naturforsch. Gesellschaft in Görlitz die beiden Abhandlungen: die Spinnen der Umgegend von Niesky. Ein Beitrag zur Kenntniss der Arachni- denfauna der Oberlausitz undUeber Vaccinium u. Myrtilus vitis idaea(v. intermedium Ruthe) in der Preuss. Oberlausitz.

3) Heinrich Metzen ist geboren am 16. Juli 1848 zu Oestrich im Rheingau, be- suchte die dortige Elementarschule bis zur Versetzung seines Vaters nach St. Goarshau- sen im September 1859. Vom Frühjahr 1860 an war er Schüler desInstitut Hof- mann daselbst, das ihm zu Ostern 1863 das Maturitäts-Zeugniss ertheilte, dem er aber noch bis Frühjahr 1864 als Hospitant angehörte. Die drei folgenden Jahre wa- ren seine Seminarjahre. Von Sommer 1867 bis Ostern 1868 war er als s. g. Zeichen- candidat nach Wiesbaden zur Ausbildung als Zeichenlehrer an unseren Gewerbeschu- len berufen. Mit dem 15. April 1868 wurde er in Villmar angestellt und von da, nachdem er die vorschriftsmässige Wiederholungsprüfung bestanden, am 15. October