Jahrgang 
1903
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17

Der übliche Schulausflug fand bei günstiger Witterung am 17. Juni statt, und zwar zog: die Prima über das Römerkastel in Holzhausen durchs Schweizertal nach St. Goars- hausen; die Obersekunda nach Caub, Blüchertal, Schweizertal, St. Goarshausen; die Untersekunda nach Hachenburg, Marienberg, Kroppacher Schweiz; die Obertertia nach Niedernhausen, Feldberg, Idstein; die Untertertia uach Ems, Arenberg, Ehrenbreitstein, Sayn; die Quarta nach Ems, Braubach, Marxburg, Coblenz; die Quinta nach Wilsenroth, Dornburg, Wallmerod, Molsberg; die Sexta und Vorklasse nach Weilburg, Freienfels, Cubach, Weilbach.

Infolge der veränderten Ferienordnung fiel in diesem Schuljahre zum ersten Male der Sedantag in die Schulzeit. Es wurde deshalb beschlossen, das Turnfest der Schule auf diesen Tag zu verlegen und dabei durch eine passende Ansprache auf die Bedeutung des nationalen Festtages hinzuweisen.

Die Feier fand am Nachmittag des 2. September auf der Dornburg statt, zu deren Fuss ein Extrazug die Festteilnehmer gebracht hatte. Sie bestand in Schau- und Wett- turnen, Reigen, Absingen von Vaterlandsliedern und einer patriotischen Ansprache des Oberlehrers Dr. Klapprott.

Am 20. Dezember wurde seitens der Schule eine französische Vorlesung des Lektors der französischen Sprache an der Universität Giessen, Dr. Götschy, veranstaltet. An dieser beteiligten sich die Schüler der Gymnasialklassen von U II bis OT und die Real- klassen O III und UII, sowie die Schüler der oberen Klassen des Gymnasiums zu Hadamar und der Realschule zu Diez.

Der Festaktus zur Feier des Allerhöchsten Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde dieses Mal im Rathaussaale abgehalten. Der Unterprimaner Fachinger hielt einen Vortrag über Schiller, den Dichter der Freiheit, und Oberlehrer Dr. Jöris be- handelte in der Festrede das Thema:Bildung vom materiellen und idealen Standpunkt. Im Anschluss hieran wurde dem Schüler der UII G. Karl Rothbrust die von Sr. Majestät gestiftetePrämie Wislicenus, Deutschlands Seemacht sonst und jetzt und dem Schüler der O III G. Wilhelm Huth das Geschenk des Herrn Ministers der geistlichen etc. An- gelegenheitenMächtig zur See überreicht.

Der Geburts- und Todestage der beiden dahingeschiedenen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurde in den einzelnen Klassen in entsprechender Weise gedacht.

Auch in diesem Winter wurden wieder mehrere populär-wissenschaftliche Vorträge gehalten, zu denen die Schüler der oberen Klassen unentgeltlich Zutritt hatten, während die übrigen Zuhörer ein geringes Eintrittsgeld entrichteten. Die sich ergebenden Uber- schüsse fliessen dem Unterstützungsfonds zu.(Siehe Abschnitt IV.)

6) Gesundheitszustand, Todesfälle etc.

Am 21. August starb das Mitglied des Kuratoriums, Hotelbesitzer Georg Stierstädter. An der Beerdigung am 24. August beteiligten sich das Kuratorium, das Lehrerkollegium und die oberen Klassen der Anstalt. Das warme Interesse, welches der Verblichene in der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit im Kuratorium der Anstalt und ihrer Entwickelung entgegenbrachte, sichert ihm ein dankbares Andenken an der Schule. Seine Erben lösten in anerkennenswerter Pietät ein von ihm früher gegebenes Versprechen ein und schenkten der Anstalt 500 Mark zur Beschaffung einer Schulfahne und zur Vermehrung des Unter- stützungsfonds, wofür ihnen auch an dieser Stelle der wärmste Dank ausgesprochen sei.

Der Gesundheitszustand der Lehrer liess in dem abgelaufenen Schuljahr manches zu wünschen übrig, indem nicht nur Lehrer Rupin und Oberlehrer Dr. Rudolph krank- heitshalber längeren Urlaub nehmen mussten(siehe Abs. 2), sondern auch öfter kürzere Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtsbetriebs durch Erkrankungen der Lehrer eintraten, die häufige Vertretungen und Anderungen des Stundenplans erforderlich machten.

Wenn auch schwere Erkrankungen der Schüler gottlob zu den Seltenheiten ge- hörten, so mussten doch viele, besonders in dem Winterhalbjahr, wegen Erkältungen und Katarrhe die Schule auf längere oder kürzere Zeit versäumen.