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III. Chronik der Anstalt.
1) Entwickelung der Schule.
Mit der Errichtung der Gymnasial-Oberprima zu Ostern d. J. wird der äussere Ausbau der Schule zu einem Gymnasium mit Realprogymnasium vollendet sein. Die Anerkennung des Gymnasiums kann jedoch nach dem Ministerial-Erlass vom 23. Mai 1901, UII 1506 erst nach Abhaltung der ersten Reifeprüfung, also voraussichtlich zu Ostern nächsten Jahres be- antragt werden.
Die Baufrage hat eine neue Wendung genommen, indem die städtischen Behörden den Entschluss gefasst haben, von einem Um- und Anbau des alten Schulgebäudes abzusehen und an einem freien Platze einen allen Anforderungen genügenden Neubau zu errichten.
2) Veränderungen im Lehrerkollegium.
Auf Anordnung der Behörden sollten zu Beginn des neuen Schuljahres drei weitere Oberlehrerstellen errichtet werden. Für diese waren mit Genehmigung des Königl. Prov.- Schulkollegiums von dem Kuratorium gewählt worden: Dr. jöris*), bisher Oberlehrer an der höheren Töchterschule zu Mülhausen im Elsass, Dr. Klapprott“**), Oberlehrer an der Handelsschule zu Köln und der seitherige Hülfslehrer unserer Anstalt Dr. Horn. Dr. Jöris und Dr. Horn traten mit Schulanfang ihren Dieust an; Dr. Klapprott wurde jedoch aus seiner Stellung in Köln erst zum 1. Oktober v. J. entlassen und musste, da ein Ersatz für ihn in der Provinz nicht zu haben war, während des ganzen Sommerhalbjahres und vom 19. September bis 1. Oktober vertreten werden. Dieses war nur dadurch zu ermöglichen, dass mehrere Lehrer Ueberstunden übernahmen und 9 KReligionstunden den Herren Pfarrer Obenaus und Kaplan Friton übertragen wurden. Für die Bereitwilligkeit, mit der diese Herren uns aus der Verlegenheit halfen, sei Ihnen an dieser Stelle der verbindlichste Dank ausgesprochen. 5
Für den nach Marburg überwiesenen wissenschaftlichen Hilfslehrer Fürer, der dem Lehrer- Kollegium seit Ostern 1900 angehört hatte, wählte das Kuratorium mit Zustimmung der Behörde den bis dahin an einer höheren Knabenschule in Hamburg thätigen Kandidaten Bosing“) zum wissenschaftlichen Hilfslehrer vom 1. April v. J. ab.
*) Martin Jöris, geb. am 26. Oktober 1865 zu Bersitten, Kr. Geilenkirchen, Rgbz. Aachen, verliess mit dem Zeugnis der Reife das Königl Gymnasium zu Paderborn und studierte darauf klass. Philologie und Germanistik an den Hochschulen zu Münster, Bonn und Strassburg im Elsass. In Strassburg erwarb er im Wintersemester 1893/94 die philosophische Doktorwücde und bestand daselbst am 2. März 1895 die philolog. Staatsprüfung. Von Ostern 1895 bis Herbst 1895 war er als Probekandidat, dann als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymuasium zu Schlettstadt thätig und bekleidete von Herbst 1897 bis Ostern 1901 eine Ober- lehrerstelle an der mit einem Lehrerinnen-Seminar verbundenen höheren Mädchenschule zu Mülhausen i. E.
**) Ludwig Klapprott, geb. am 24. Januar 1866 zu Osterode a H, besuchte das Realgymnasium daselbst, das er Ostern 1884 mit dem Zeugunis der Reife verliess. Bis Ostern 1891 widmete er sich in Göttingen dem Studium der neueren Sprachen und der Geschichte, wurde unter dem 24. Februar 1890 zum Dr. phil. promoviert und bestand am 25. Februar 1893 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Alsdann wurde er Mitglied des pädagogischen Seminars zu Goslar, legte das Probejahr am Realgymnasium zu Harburg ab und wurde am 1. April 1898 als Oberlehrer an der Handelsschule der Stadt Köln angestellt. Unter dem 1. Oktober 1901 wurde er als Oberlehrer an das hiesige Gymnasium i. E. und Realprogymnasium berufen.
*n) Oscar Bosing, geb. am 7. Febr. 1872 zu Fulda, besuchte die Gymnasien zu Hersfeld und Hadamar und bestand Ostern 1890 an letzterem Orte die Reifeprüfung. Darauf widmete er sich von 1890— 94 in Marburg und Berlin dem Studium der klassischen Altertums-Wissenschaft und der Geschichte. Nachdem er sich im Sommer 1895 der Prüfung für das höhere Lehramt unterzogen hatte, geniigte er bis zum Herbst 1896 seiner Militär- pflicht. Von da an bis Oktober 1897 war er Mitglied des Pädagogischen Seminars zu Weilburg. Sein Probe- jahr leistete er von Oktober 1897 bis Oktober 1898 am Goethe-Gymnasium zu Frankfurt am Main ab. Dann versah er bis Ostern 1901 die Stelle eines wissenschaftlichen Hilfslehrers an der Realschule der katholischen Gemeinde zu Hamburg.


