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der klassischen Philologie, Germanistik und Theologie. Im Sommer 1887 auf Grund seiner Dissertation: „De republica Platonis“ von der philosophischen Facultät zu Münster zum Dr. phil. ernannt, bestand er im Februar 1888 ebendaselbst die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Dann absolvierte er, zugleich als ordentliches Mitglied des pädagogischen Seminars, sein Probejahr an dem dortigen Gymnasium. Von Ostern bis Herbst 1889 war er an Henkels Institut in Melsungen und von November 1889 bis März 1891 als Erzieher im Schlosse zu Benz(Hinterpommern) thätig.
Vom 16.— 24. Mai Pfingstferien.
Am 26. Mai fiel der Unterricht aus anlässlich des 25. Jahrestages der Einweihung der hiesigen protestantischen Kirche. Die katholischen Lehrer und Schüler machten einen Spazier- gang von 8— 9 ½ Uhr.
Durch Dekret Sr. Bischöflichen Gnaden vom 29. Mai wurde dem ordentlichen Lehrer und Religionslehrer Bahl die Stadtpfarrei Frankfurt a. M. übertragen und derselbe gleichzeitig zum Bischöflichen Kommissarius und Geistlichen Rath ernannt. Herr Bahl kündigte seine Stelle, wurde vom 1. Juni ab beurlaubt und dann auf Verfügung des Königlichen Provinzial-Schul- collegiums mit dem 1. Juli aus seinem seitherigen Amte entlassen.— Herr Bahl gehörte seit Sommer 1869, also volle 22 Jahre, dem Lehrercollegium der Anstalt an. Was er derselben ge- wesen, wissen alle seine Collegen, denen er mit Rath und That treu zur Seite stand, wissen seine zahlreichen Schüler, die mit Liebe und Dankbarkeit zu ihm emporblicken, wissen alle Bürger Limburgs, die je mit ihm in Berührung gekommen sind. Die Anstalt, um die er sich bedeutende Verdienste erworben, hat an ihm einen tüchtigen Lehrer verloren. Ich kann nicht umhin, ihm an dieser Stelle für seine langjährige, treue und gewissenhafte Arbeit meinen innigsten Dank auszusprechen und wünsche, dass er in seiner neuen Stellung lange, lange Jahre mit rüstiger Gesundheit wirken möge.
Bis zum Schlusse des Semesters übernahmen die Lehrer Schulte und Dr. Westerwick und Herr Kaplan Milbach die Vertretung Bahls.
Am 8. Juni Beginn des Schwimm-ÜUnterrichts und des beaufsichtigten Freischwimmens. (40 lernten das Schwimmen und 30 Freischwimmen).
15. Juni Gedächtnissfeier des Todestages Sr. Majestät des hochseligen Kaisers Friedrich.
21. Juli. Ausflug. Das Wetter war günstig uud der schöne Tag verlief zur Zufriedenheit von Lehrern und Schülern. Dem Ausflug der Sekunda schlossen sich drei Mitglieder des Kura- toriums, Herr Geheimrath Rabe, Herr Bürgermeister Schlitt und Herr Kaufmann Schmidt an.
Schluss des Sommersemesters und Censur am 14. August.
Mit dem Schluss des Sommersemesters 1891 schieden die beiden seitherigen evangelischen Religionslehrer, Herr Pfarrer Krücke und Herr Lehrer Deusser, aus dem Lehrerkollegium aus, da mit Beginn des Wintersemesters Herr Dr. Westerwick laut Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums(S. J. Nr. 2015 vom 18. April 1891) mit der Ertheilung des evange- lischen Religions-Unterrichts betraut worden war. Herr Pfarrer Krücke hatte seit 1. Oktober 1873 den Religions-Unterricht in IV, III u. II mit dem besten Erfolge erteilt und Lehrer Deusser hatte seines Amtes als Religionslehrer mit dem grössten Pflichteifer seit dem 4. Mai 1865 gewaltet. Das Kuratorium entschloss sich daher nur ungern und nur durch die Umstände gezwungen dazu, beiden Herrn zu kündigen, und hat es nicht unterlassen, denselben seinen Dank für die langjährigen, treuen und vom besten Erfolg begleiteten Dienste auszusprechen.
Die Herbstferien dauerten bis zum 20. September einschliesslich.
21. September. Beginn des Wintersemesters. Gottesdienst in den betreffenden Kirchen.
An demselben Tage trat Herr Abt als katholischer Religionslehrer und provisorischer Lehrer in das Lehrercollegium ein.
Ludwig Abt, katholisch, geboren den 29. November 1851 zu Seitzenhahn(Untertaunus), erhielt seine Vorbildung an der Realschule zu Montabaur und am Gymnasium zu Hadamar. Er studirte von Ostern 1872 an in Mainz Philosophie und Theologie, dann in Würzburg Theologie und Philologie, daselbst gleich- zeitig seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger genügend. Im Sommer 1876 bestand er die wissen- schaftliche philosophisch-theologische Prüfung. Hierauf nach Frankreich beurlaubt, ward er als Lehrer der deutschen Sprache an dem Knabenseminare und am Externate zu Grenoble angestellt und, am 16. März 1878 zum Priester geweiht, anch in der Seelsorge verwandt. Von Ilerbst 1879 bis Sommer 1885 war der- selbe als Hauslehrer auf Schloss Varambon(Ain) thätig. In die Diözese Limburg zurückberufen, bekleidete


