3. UVebersicht über den wänrend des Schuljahres 1891/92 behandelten Lehrstoff.
Secunda.
Ordinarius Rector Haas.
Religionslehre. 2 St. a) Katholiken. 1. Q. Bahl. 2. Q. Kaplan Milbach. Im W.: Abt. — Dubelmann, Leitfaden für den katholischen Religionsunterricht. Der katholische Glaube: Von der Erschaffung, Erlösung, Heiligung und Vollendung.— Kirchengeschichte von Christi Himmelauffahrt bis zum 16. Jahrhundert. b) Protestanten. Im S.: Pfarrer Krücke, im W.: Dr. Westerwick. Noack, Hülfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht. Kirchengeschichte seit der Reformation. Das Evangelium Matthäi wurde gelesen und erklärt. Wiederholung der Glaubenslehre.
Deutsch. 3 St. 1. Q. Bahl, dann Dr. Westerwick. Pütz, Lesebuch. Das Wichtigste aus der Poetik im Anschluss an die gelesenen Dichtungen. Uebungen im Disponieren von Lese- stücken. Lektüre: Ausgewählte Teile mittelhochdeutscher Epen(des Nibelungenliedes, der Gudrun, des Parcival); Uhland, Herzog Ernst von Schwaben; Schiller, Tell und die kultur- historischen Gedichte. Repetiert wurden Balladen von Schiller, memoriert„das Lied von der Glocke“. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. Die Themen der Aufsätze waren: 1) a. Ein unnütz Leben ist ein früher Tod. b. In welcher Weise verhöhnt Bertran de Born den König? 2) a. Die Skythen(nach Göthes Iphigenie auf Tauris), b. Der Prolog zu Uhlands Ernst, Herzog von Schwaben. 3) a. Die Segnungen des Ackerbaues nach Schillers Gedicht:„Das eleusische Fest.“ b. Die Vaterlandsliebe, erläutert an Beispielen aus der Geschichte. 4) Die Feuersbrunst.(Klassenarbeit). 5) a. Die Bedeutung der Glocke für das menschliche Leben, im Anschluss an Schillers Gedicht„Das Lied von der Glocke“. b. Der Glockenguss. nach Schillers„Lied von der Glocke“. 6) a. Warum und wie ist das Greisenalter zu ehren? b. Der Winter, ein Bild des Greisenalters. 7) Warum erregt Siegfrieds Tod unser Mitleid? (Klassenarbeit). 8) a. Das Freundespaar Erust und Werner in Uhlands Drama„Ernst, Herzog von Schwaben“. b. Labor non onus, sed beneficium. 9) a. Tragische Elemente im Nibelungenlied. b. Wie ward Kriemhild, die Holde, zur Unholdin? 10) Die Bedrückung des Schweizervolkes in Schillers„Tell“.(Klassenarbeit).
Latein. a) Realisten. 5 St. Im Sommer, 1. Q. Schulte, dann Dr. Westerwick.— a. Grammatik: Siberti-Meiring, Schulgrammatik. Syntaxis verbi, Repetition der Kasuslehre. Uebungen aus Ostermann für Tertia, Wöchentlich eine häusliche oder Klassenarbeit. 2 St.
b. Lektüre: 1. Caesar, de bello civili, lib. II u. III c. 1— 100. Sallust, de coniuratione Catilinae. 2 St. 2. Ovid, Metamorphosen II 1— 333, III 1— 137, VIII 611 724, X 1—- 77, XI 1— 84, XII 580— 628, XIII 576— 622. Memorieren ausgewählter Verse. Das Wichtigste über den epischen Hexameter. Umstellen von versus turbati. 1 St.
Latein. b) Gräcisten. 9 St. Ellendt-Seyffert, Lat. Grammatik, Süpfle, Aufgaben zu lat. Stil-
übungen II.— 1. Q. Bahl, dann Schulte.— a) Grammatik: Syntaxis nominis, daneben Repetition der syntaxis verbi. Das Wichtigste aus der Stilistik. Mündliches Uebersetzen aus Süpfle. Alle 8 Tage ein Exercitium oder Extemporale.— b) Lektüre: 1) Livius, lib. V
und Ciceros Briefe(Ausgabe von Frey) mit Auswahl. 2) Vergil, Aeneis I, II, III. 50 Verse wurden memoriert.
Griechisch. 7 St. Michel. a. Im S.: 1) Tempus- u. Moduslehre nebst Repetition der Kasuslehre und Formenlehre. 2) Lektüre: Xenophon, Anab. II. IV. V.(mit Auswahl). Homer, Od. I. II. II.— b. Im W.: Michel 7 St., davon 5 IIIl u. I2 comb. und III 2 St. allein. 1)


