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Unter der bewährten Führung des Herrn Professor Buxm ann besuchte am 28. No- vember 1914 eine Anzahl Schüler das Stadttheater zu Giessen, um einer Aufführung von Lessings„Minna von Barnhelm“ beizuwohnen.
Gesundheitszustand.
Während des verflossenen Schuljahres war der Gesundheitszustand bei Lehrern und Schülern im allgemeinen gut, doch stellten sich im Laufe des Winters leichtere Erkrankungen bei einigen Schülern ein, so dass sie genötigt waren, auf kürzere Zeit dem Unterricht fern zu bleiben.
Schulgebäude.
Am 24. November erfolgte die Einweihung der im letzten Jahresberichte erwähnten Erweiterungsbauten unserer Anstalt, zu der ausser dem Lehrkörper und den Schülern die Herren Kreisrat Dr. Merck und Regierungsbaumeister Frey aus Schotten, sowie Vertreter der Stadtverwaltung und die am Neubau beteiligten Handwerker sich eingefunden hatten. Die Feier wurde durch einen Schülerchor im Hof der Anstalt eröffnet. Darauf übergab Herr Regierungsbaumeister Frey mit herzlichen Wünschen für das fernere Gedeihen der Schule den Schlüssel zum Bau dem Grossh. Bürgermeister Herrn R. Ritter, der dann den Neubau Grossh. Direktion zur Verfügung stellte. Nach Offnung des Baues fand im Festsaal eine Schulfeier statt, mit der zugleich die Vorfeier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs verbunden wurde. Das Grossh. Ministerium hatte zu diesem für die Ent- wicklung der Schule bedeutsamen Tage seine besten Wünsche gesandt, ebenso Herr Direktor Dr. Müller, der durch seinen militärischen Dienst an der Feier teilzunehmen verhindert war. Herr Professor Dr. Wetzell hielt die Festrede, in der er im Namen der Schule allen dankte, die bei Errichtung des neuen Schulhauses beteiligt waren und der Lehrer und Schüler der Anstalt gedachte, die in den Krieg gezogen waren. Sodann legte er die Entstehung und Bedeutung des Weltkrieges dar, der unserem Reich und der österreichisch-ungarischen Mon- archie von unseren Feinden und Neidern aufgezwungen wurde.
Schon vor Einweihung des neuen Schulhauses war die Wohnung für den Schuldiener fertiggestellt und bezogen worden.
Mit der Errichtung der Neubauten hat die Stadt Laubach wiederum ihr reges Interesse für unsere Anstalt betätigt; kein Opfer wurde gescheut, um der Schule ein stattliches, den heutigen Anforderungen entsprechendes Heim zu schaffen. Unsere Anstalt ist der Gemeinde für ihre weitgehende Opferwilligkeit zu dauerndem Danke verpflichtet.
Geschenke für unsere Sammlungen.
Für unsere Bibliothek erhielten wir vom Grossherzoglichen Ministerium mehrere Exemplare der Flugschrift von Professor Eugen Kühnemann, An die deutsche Jugend im Welt- kriegsjahr 1914 und Max Schwarte, Technik des Kriegswesens, von der Grossh. Zentral- stelle für die Landesstatistik die laufenden Nummern der Mitteilungen sowie der Beiträge zur Statistik des Grossherzogtums Hessen.
Herr Rechnungsrat Stroh, Philippshospital bei Goddelau, stiftete uns zum Andenken an seinen im Felde gefallenen Sohn Wilhelm Heft 121 der Historischen Studien, enthaltend das Verhältnis zwischen Frankreich und England in den Jahren 1801— 1805 im Urteil der politischen Literatur Deutschlands von Dr. Wilhelm Stroh.
Herr Prof. Diehl, Friedberg, übersandte uns je 2 Exemplare der Hessischen Volks- bücher, Band 21 und 22, enthaltend Karl Esselborn, Darmstadt und sein Hof zur Zopfzeit.
Allen Gebern sei an dieser Stelle für ihre Geschenke herzlichst gedankt.
Alumnat.
Das Evangelische Alumnat leitete bis Ende Mai Herr Dr. Rudolf Graf, von Anfang Juni bis Ende September Herr Dr. Ruppel und seit Mitte Oktober Herr Lehramtsassessor Friedrich Frank.
Die Zahl der Schüler im Alumnat betrug anfangs 10, zuletzt 6.


