II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden.
1. Am. 26. März teilt das Königl. Provinzial-Schulkollegium mit, daß der Herr Minister die Realschule als
militärberechtigte Lehranstalt anerkannt habe. 2. Am 25. März bestimmt der Herr Minister, daß anläßlich des Regierungsjubiläums Sr. Majestät eine Schul-
feier stattfinden soll. 3 3. Am 2. April wird der Kandidat Dr. Wilhelm Benkert vom Königl. Provinzial-Schulkollegium zur Ableistung
seines Probejahres der Anstalt überwiesen. 4. Am 4. April beauftragt das Königl. Provinzial-Schulkollegium den Kandidaten Herbert Dünkel mit der
Verwaltung der unbesetzten Oberlehrerstelle. 5. Am 2. Mai teilt das Königl. Provinzial-Schulkollegium mit, daß vom 1. Mai an der Dezernent der Anstalt
Herr Provinzialschulrat Unruh sei.
6. Erlaß des Ministers vom 8. August: Es wird auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die für die Schüler mit der unvorsichtigen Annährung an Kraftfahrzeuge verbunden sind. Die Schuljugend wird eindringlich davor gewarnt, nach Kraftwagen mit Sand, mit Steinen oder anderen Gegenständen zu werfen. Durch solchen Unfug werden nicht nur die Insassen und die Lenker der Fahrzeuge ernstlich gefährdet, sondern es können sich auch für andere in der Nähe befindliche Personen leicht die schlimmsten Folgen ergeben, wenn der Lenker des Fahrzeuges etwa an den Händen oder Augen verletzt wird und dadurch, oder durch die Belästigung verwirrt, die Herrschaft über das Fahrzeug verliert.
7. Durch Erlaß vom 5. September erinnert der Minister daran, daß das Abwärtsrutschen an den Kletterstangen oder Klettertauen nicht zu dulden sei; ebensowenig statthaft sei wegen der damit verbundenen Gefahren das Abwärtsgleiten im Reitsitz auf der Oberseite der schrägen Leiter. Auch das Aufwärtsklettern an der Oberseite einer schrägen Stange sei zu untersagen.
8. Am 20. November verfügt der Minister, daß die spinale Kinderlähmung zu den ansteckenden Krankheiten zu rechnen sei. Es ist daher(§ 8 der Schulordnung) dem Direktor bei etwaigem Eintritt sofort Mitteilung zu machen und der Schulbesuch solange auszusetzen, bis der Arzt bescheinigt, daß keine Ansteckungs-— gefahr mehr bestehe.
III. Schulgeschichte.
Das Schuljahr begann am 3. April 1913 mit der Prüfung der für die Klassen Quarta bis Prima angemeldeten Schüler; die für Sexta angemeldeten waren bereits vor den Osterferien geprüft worden. Im ganzen wurden 87 Schüler aufgenommen, 81 in Sexta und ô in den übrigen Klassen.
Die Verwaltungskommission bestand aus den Herren: Bürgermeister Jochmus als Vor-— sitzenden; Stadtschulrat Bobritz, Stadtrat Schoppach, Stadtrat Stippich als Mitgliedern des Magistrats; Justizrat Dr. Bartels, Hofapotheker Nagell und Sanitätsrat Dr. med. von Wild als Stadtverordneten, sowie dem Unterzeichneten. Nach dem Tode des Stadtrats Stippich, der gerade für die Schulen ein warmes Herz hatte, trat Oberstleutnant Henrici ein.
Am 27. Mai unternahmen sämtliche Klassen unter Führung ihrer Klassenlehrer eine Turn- fahrt, und zwar besuchte die Prima den Teutoburger Wald, die Sekunda und Tertia Hofgeismar- Beberbeck-Sababurg-Veckerhagen-Münden, die Quarta Velmeden-Casseler Stein-Kalbe-Schwalben- thal-Höllenthal-Albungen, die Quinta Ihringshausen-Holzhausen-Gahrenberg-Münden, die Sexta a Elfbuchen-Hohes Gras-Ziegenkopf-Bilsteinklippen-Braselsberg, die Sexta b Bergshausen-Pionier- weg-Stellberg-Crumbach.
Am 16. Juni fand die Erinnerungsfeier zur Vollendung der 25 jährigen Regierung Sr. Maj. des Kaisers statt, bei der Herr Prof. Dr. Heuser die Festrede hielt. Von den zur Verfügung gestellten Bücherprämien wurden verliehen: den Primanern Burghardt, Hofsommer und Hubach


