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Schwer erkrankt war bereits gegen Ende des vorigen Schuljahres Herr Professor Heydenreich, sodass er bis zu den Herbstferien dem Unterricht fern bleiben musste und auch im Winterhalbjahr nur einen Teil seiner Stunden übernehmen konnte. Er wurde durch die Kandidaten Fischer und Dr. Hess vertreten. Auch die Herren Professor Dr. Schantz und Völler sahen sich genötigt, zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit einen vierwöchigen Urlaub im Anschluss an die Sommer-, bezw. Herbstferien zu nehmen. Ihre Vertretung wurde teils von den der Anstalt überwiesenen Kandidaten übernommen, teils durch Klassenkombinationen ermöglicht. Dagegen konnte zu unserer Freude Herr Professor Dr. Peters nach überstandener schwerer Erkrankung seinen Unterricht von Anfang Mai an wieder übernehmen. Im letzten Viertel des Schuljahrs traten mehrfach länger andauernde Erkrankungen auf, so musste Herr Zeichenlehrer Karbiner von Mitte Februar an, Herr Oberlehrer Lic. Bach von Mitte bis Ende Februar und Herr Erdmann vom 21. März an den Unterricht aussetzen. Eine Woche und mehr mussten fehlen die Herren Professor Dr. Meyer, Professor Dr. Peters, Professor Bauer, Oberlehrer Dr. Knatz, Oberlehrer Mondon und Realgymnasiallehrer Jürgens. Ausserdem machten Scharlacherkrankung in der Familie(Oberlehrer Dr. Kugel vom 23. Mai bis 29. juni), Teil- nahme an einem naturwissenschaftlichen Ferienkursus in Göttingen(Oberlehrer Mondon vom 11. April bis 25. April), teilweise Beurlaubung(Dr. Koch vom 28. Februar bis 14. März) Ver- tretungen notwendig..
Einen schweren Verlust erlitt das Lehrerkollegium durch den am 30. Oktober erfolgten Tod des früheren Leiters der Anstalt, des Realgymnasialdirektors a. D. Dr. Wilhelm Wittich. Was Direktor Wittich der Anstalt gewesen ist, hat im Jahresbericht der Anstalt von Ostern 1905 eingehende Würdigung erfahren. Hier mõge daher nur der Nachruf des Lehrerkollegiums Aufnahme finden, in dem es heisst:„Seit Begründung der Anstalt im Jahre 1869 hat er un- unterbrochen seine Kräfte dem Realgymnasium zu Cassel gewidmet und die Schule von Ostern 1883 bis Herbst 1904 mit aufopfernder Pflichttreue und strengem Gerechtigkeitssinn geleitet. Als ein Mann von edler und wohlwollender Gesinnung, starkem Willen und unermüdlicher Arbeitskraft wird er in den Herzen seiner Mitarbeiter wie seiner früheren Schüler weiter leben. Die Verehrung und Liebe, die sich bei seinem Ubertritt in den Ruhestand so allseitig bekundete, wird nicht erlöschen.“ Am 1. November hielt der Direktor in der Aula der Anstalt in der letzten Vormittagsstunde eine Trauerandacht, in der er der grossen Verdienste des Verstorbenen und des Schmerzes seiner Mitarbeiter gedachte. An der Überführung der Leiche nach dem Bahnhof nahm das Lehrerkollegium und alle Schüler der Klassen Ol bis UIII einschliesslich teil. Der Feuerbestattung in Eisenach wohnten am folgenden Tage ausser dem Direktor 6 Mitglieder des Lehrerkollegiums bei.
Am 5. August verschied ferner zu Homburg v. d. Höhe nach längerem Leiden Herr Oberlehrer a. D. August Krauth, der dem Lehrerkollegium der Schule vom 1. Januar 1872 bis zum I. Mai 1905 angehört hatte. In dem ihm gewidmeten Nachruf heisst es:„Sein ehren- werter Charakter, sein stets freundliches und hilfsbereites Wesen, seine unermüdliche Pflichttreue sichern ihm die Hochachtung und Liebe seiner früheren Amtsgenossen und Schüler.“
Professor Dr. Krüger benutzte die Sommerferien dazu, mit Unterstützung der Stadt eine Studienreise nach Paris zu unternehmen. An der Hauptversammlung des Philologenvereins der Provinz in Hofgeismar am 8. Mai nahmen ausser dem Direktor die meisten Mitglieder des Lehrerkollegiums teil.
3. Schüler. Der Gesundheitszustand der Schüler liess, im Winterhalbjahr insbesondere infolge von Influenza, manches zu wünschen übrig. Leider hatte auch die Schule den Tod


