12
3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durch- genommenen Lehraufgaben.
Oberprima.
Klassenvorstand: Oberlehrer Menges.
1. Religion: 2 Std. Professor Dr. Schantz. Einleitung zu den drei alten Symbolen. Erklä- rung des Augsburgischen Bekenntnisses bis Art. 20. Erklärung des Römerbriefes. Wieder- holung einzelner Abschnitte aus dem Neuen Testament und aus der Kirchengeschichte, sowie aus dem Katechismus und einiger Kirchenlieder, Lehrbuch für den evangelischen Religionsunter-— richt von C. O. Schäfer. Das Neue Testament in Luthers Übersetzung. Katechismus. Gesang- buch.
.Deutsch: 3 Std. Professor Dr. Schantz. Göthes Leben, folgende kleinere Gedichte: Mahommets Gesang, Wanderers Nachtlied, Prometheus, Gesang der Geister über den Wassern, Meine Göttin, Ganymed, Grenzen der Menschheit, das GCöttliche, Mignon, Meeresstille, glückliche Fahrt, Zueignung,
die erste Epistel, einige von den venetiani- schen Epigrammen, Euphrosyne, Hans Sachsens poetische Sendung, ausgewählte Abschnitte aus Dichtung und Wahrheit, kurze Wiederholung früher gelesener Gedichte, ferner lphigenie, im Anschluss daran Euripides' Iphigenie(kurso- risch). Schillers Leben, seine Abhandlung: Was heisst und zu welchem Ende studiert man Uni- versalgeschichte? Zusammenfassung der früher gelesenen Balladen und anderer kleinerer Ge- dichte. Lessings Leben. Nathan der Weise. Besprechungen über die Hauptepochen der deutschen Literatur. Das Wichtigste von der deutschen Rechtschreibung. Wiederholung früher gelernter Gedichte. Freie Vorträge, hauptsäch- lich über Aufgaben aus der Literatur. 8 Auf- sätze. Die Besprechung der Aufsätze, nament- lich bei deren Rückgabe, bot Gelegenheit zu man- cherlei Belehrungen aus dem Gebiet der Gram- matik, Rhetorik und Logik.
Latein: 4 Std. Im Sommer: Dir. Dr. Wittich. im Winter: Oberlehrer Dr. Peters. Gelesen
. Französisch:
wurden im Sommer eine grössere Zahl von Oden des Horaz(Buch I- II!) und Abschnitte aus Livius, B. XXIII, im Winter die Germania des Tacitus und Abschnitte aus Livius, B. XXIII. Die Liviuslektüre diente besonders zur Übung im unvorbereiteten Übersetzen. Schriftliche UÜbersetzungen ins Deutsche, meist als Klassen- arbeiten, im ganzen 10 Arbeiten.
4 Std. Oberlehrer Menges. Gelesen wurde: P. Lanfrey, Expédition d'Egypte et Campagne de Syrie in der Ausgabe B von Velhagen& Klasing. Der Privatlektüre in den Sommerferien diente Molière, les Femmes savan- tes. Sprechübungen im Anschluss an das Ge-— lesene und über Vorkommnisse des alltäglichen Lebens. Französische Vorträge über Haupter- eignisse der Weltgeschichte. Die Haupttatsachen aus der französischen Literaturgeschichte. Me- trisches, Stilistisches, Synonymisches. 16 schrift- liche Arbeiten(Aufsätze, Diktate, Ubersetzungen).
.Englisch: 3 Std. Oberlehrer Menges. Gram-
matische Wiederholungen nach Deutschbein- Willenberg, Leitfaden, II. Teil. Belehrungen über Synonymik. Gelesen wurde Macaulay, History of England, Kap. I. nach der Ausgabe bei Weid- mann, Berlin. Sprechübungen über das Gelesene sowie über die Entstehung des englischen Vol- kes, der englischen Sprache und den Lebensgang und die Hauptwerke hervorragender englischer Schriftsteller. 16 schriftliche Arbeiten(Aufsätze, Exercitien, Extemporalien, Diktate.)
Geschichte und Erdkunde: 3 Std. Im Sommer:
Dir. Dr. Wittich; im Winter: Prof. Siebert. Die wichtigsten Begebenheiten der Neuzeit, ins- besondere der preussisch-deutschen Geschichte vom Ende des dreissigjährigen Krieges bis zur Gegenwart unter eingehender Berücksichtigung der Verfassungs- und Kulturverhältnisse. Wieder- holungen aus dem Gebiete der mittelalterlichen Geschichte und der beginnenden Neuzeit, vor allem der deutschen, preussischen und hessischen Geschichte. jänicke, l.ehrbuch der Geschichte


