Jahrgang 
1902
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an der hiesigen Oberrealschule als Oberlehrer für so lange in Thätigkeit zu treten, bis für ihn bei uns eine Stelle wiederum vorhanden ist. Der schwache Besuch der obersten Klassen hat eine Zusammenlegung der beiden Oberprimen und der beiden Unterprimen notwendig gemacht; und da gleichzeitig an der Oberrealschule ein Lehrer gesucht wurde, wurde Dr. Knatz dorthin versetzt..

Loewe, Paul, geb. den 31. Oktober 1875 zu Frankfurt a. M.(Bockenheim), besuchte dieWöhler- schule(Realgymnasium) zu Frankfurt a. M., wo er am 7. März 1894 die Reifeprüfung bestand. Er studierte seit Ostern 1894 in Marburg und Paris neuere Sprachen und Geschichte, bestand am 12. Juli 1901 in Marburg

die Staatsprüfung und wurde, nachdem er in das Pädagogische Seminar zu Cassel aufgenommen war, dem Realgymnasium zu seiner praktischen Ausbildung überwiesen.

Jürgens, Georg, Dr. phil., geb. den 25. Dezember 1876 zu Cassel, Provinz Hessen-Nassau, reformierter Konfession, besuchte das Realgymnasium zu Cassel von Ostern 1886 bis Ostern 1895 und studierte dann in Marburg und München neuere Sprachen und Germanistik. Am 24. Oktober 1900 promovierte er bei der philosophischen Fakultät zu Marburg auf Grund seiner Dissertation: DieEpistolae Ho-Elianae. Ein Beitrag zur englischen Litteraturgeschichte. Den Sommer 1901 verbrachte er studienhalber in Frankreich (Grenoble. Paris). Am 8. November 1901 bestand er in Marburg die Staatsprüfung und wurde, nachdem er in das Pädagogische Seminar zu Cassel aufgenommen war, dem Realgymnasium Anfang Dezember zu seiner praktischen Ausbildung überwiesen.

Aus dem Kreise der Schüler wurde einer, Hans Willert in VIb, durch den Tod hinweggerissen. Schwer herzleidend hatte er schon seit Jahren in der Vorschule nur unter den grössten Schwierigkeiten seinen Schülerpflichten genügen können, und die besorgte Mutter konnte sich nur schwer entschliessen ihn den so viel grösseren Aufgaben einer höheren Schule gegenüberzustellen. Er löste sie willig, so lange sein Leiden ihm die Kräfte liess. Der Tod bewahrte ihn vor längerem schweren Siechtum. Lehrer und Mitschüler behalten ihn in liebendem Andenken. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen günstig; einzelne Schüler wurden durch nervõse Leiden längere Zeit von der Schule ferngehalten; Scharlach gab nur wenigen Schülern Veranlassung zum Fehlen.

Von Leistungen früherer Schüler gingen ein: Dr. Voltz, Zeitschrift des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins. Wilh. Emmerich, Uber Chlor- und Bromderivate des p-Kresols, Doktordissertation.

Am 30. September 1901 trat der bisherige langjährige Schuldiener des Real- gymnasiums, Jakob Schütz, in den Ruhestand. Nachdem er zuerst in der kurhessischen Garde du corps als Gemeiner und Unteroffizier und dann bei der Schweizer Leibgarde auf Wilhelmshöhe als Unteroffizier gedient, war er Ostern 1871 als Schuldiener am Realgymnasium angestellt worden und hatte über 30 Jahre seinen Dienst mit Verständnis, Gewissenhaftigkeit und innerem Anteil an dem Ergehen der Anstalt pflichtgetreu geübt. So sprach ihm denn das Kuratorium bereits bei der Bewilligung des Urlaubsgesuchs Dank und Anerkennung für die treuen Dienste aus. Vom Direktor und Lehrerkollegium geschah dies am letzten Schultage vor den Herbstferien ebenfalls; zugleich wurden dem Scheidenden Geschenke in deren Namen überreicht. Von Seiten der Staatsregierung fand die Anerkennung in der Verleihung des Kreuzes des Allgemeinen Ehrenzeichens ihren wertvollen Ausdruck. Lehrern und Schülern wird Herr Schütz unvergessen bleiben. Möge ihm auch noch manches Jahr der Erholung von seinem schweren Dienst beschert sein!