Jahrgang 
1900
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Vertreter ihrer Ansprüche und Bestrebungen in den städtischen Behörden. Sie wird den Entschlafenen stets in besonders dankbarem Angedenken behalten.

Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: Direktor Dr. Wittich; Professoren IV: Prorektor Dr. Hornstein, Dr. Siebert, Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz, Dr. Ulrici, Vö6Iler, Dr. Danker; Oberlehrer: Krauth, Dr. Stehlich, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Dithmar, Kratsch, Grebe, Menges, Bauer, Dr. Fuckel; Wissenschaftliche Hilfslehrer: Oberlehrer Kunze, Dr. Knatz, Kaplan Lammeyer, Katz, Güngerich(zur Vertr., später unbes. Hilfsl.), Dr. Heinze, Michels(beide Vertr.); Zeichenlehrer: Karbiner; Lehrer am Realgymnasium: Jürgens, Erdmann; dazu Seminarkandidaten: Dr. Kugel, Plangemann(bis Herbst), Dr. Eichelkraut, Wenderoth(seit Herbst).

Die Herren Dr. Kugel und Plangemann gingen Herbst 18900 nach Vollendung ihres Seminarjahres ab, ersterer an das hiesige Wilhelmsgymnasium, letzterer an das Real- progymnasium in Biedenkopf. Herr Dr. Kugel wird vom 1. April ab sein Probejahr an unserer Anstalt vollenden und gleichzeitig eine Oberlehrerstelle versehen. Herr Güngerich ging im Herbst an das Progymnasium zu Eschwege. Die Herren Obl. Kunze und Dr. Knatz übernahmen Ostern die beiden Hilfslehrerstellen, nachdem die neue Oberlebrerstelle Herrn Dr. Fuckel übertragen war. Herr Kunze hatte unserer Anstalt schon von Ostern 1800(vgl. XXII. Jahres- bericht des R.-G.) bis Ostern 1802 als unbesoldeter Hilfslehrer angehört, dann für ein Jahr eine Vertretung an der höheren Bürgerschule in St. Goarshausen übernommen, war darauf noch einmal ein halbes Jahr an unserer Anstalt als unbesoldeter Hilfslehrer beschäftigt gewesen und hatte Ostern 1804 eine Oberlehrerstelle am Realprogymnasium zu Arolsen erhalten, die er nur zur vorläufigen UÜbernahme der Hilfslehrerstelle an unserer Anstalt wieder aufgab. Im Herbst traten die Herren Dr. Eichelkraut und Wenderoth als Seminarkandidaten bei uns ein; von Neujahr ab übernahmen die Herren Dr. Heinze und Michels Vertretungsstunden für Herrn Dr. Stehlich bis zum Schlusse des Winterhalbjahres.

Knatz, Friedrich, Dr. phil., geboren am 29. April 1868 zu Orb, Kreis Gelnhausen, besuchte das Friedrichsgymnasium zu Cassel, studierte seit Ostern 1886 zu Leipzig, Freiburg und Bonn klassische Philologie. Am 18. März 1892 promovierte er in Bonn auf Grund einer DissertationQuomodo Persei fabulam artifices Graeci et Romani tractaverint. Die Staatsprüfung bestand er gleichfalls in Bonn, am 28. Mai 1892. Von Ostern 1802 bis 93 genügte er seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger und war dann bis Ostern 1894 dem Königlichen Gymnasium in Wiesbaden als Seminarkandidat und bis Ostern 1895 dem Städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. als Probekandidat überwiesen. Von Herbst 1895 bis Frühjahr 1898 war er in Österreich als Hauslehrer und vom 15. Juni 1898 bis Ostern 1899 am Kadettenhaus'zu Wahlstatt als Hilfslehrer thätig.

Eichelkraut, Paul, Dr. phil, geb. am 90. September 1869 zu Niederpöllnitz(Grossherzogt. Sachsen), evan- gelischen Glaubens, besuchte von Ostern 1884 bis dahin 1891 das Gymnasium zu Gera. Seine Universitätsstudien machte er von Ostern 1891 bis Juli 1895 in Jena und Halle. Am 25. Juli 1895 promovierte er in Jena bei der philosophischen Fakultät auft Grund seiner DissertationBeiträge zur Kenntnis der Didaktik des Wolfgang Ratichius. Nach ¼ jährigem Aufenthalt in Frankreich und Belgien übernahm er im August 1806 eine Lehrerstelle an der v. Hartungschen Militär-Vorbereitungsanstalt zu Cassel. Ostern 1898 nach Jena zurückgekehrt, legte er dort am 18. Februar 1899 seine Staatsprüfung ab. Nach einer weiteren 8 Monate dauernden Lehrthätigkeit an der v. Hartungschen Anstalt wurde er Mitte Oktober 1899 dem Realgymnasium als Seminarkandidat zugewiesen.

Wenderoth, Oskar, geb. am 20. Juli 1875 zu Bockenheim, evangelischen Glaubens, besuchte die Klingerschule(Oberrealschule) zu Frankfurt a. M. und legte auf der Wöhlerschule(Realgymnasium) eben- daselbst eine Ergänzungsprüfung im Lateinischen ab. Von Ostern 1894 ab widmete er sich an den Universitäten Marburg und Berlin dem Studium der neueren Sprachen und der Germanistik. Er bestand die wissenschaft- liche Prüfung für das höhere Lehramt am 3. November 1890 in Marburg, worauf er dem Realgymmasium zu Cassel als Seminarkandidat zugewiesen wurde.