Jahrgang 
1899
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3. UÜbersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Lehraufgaben.

Oberprima.

Klassenvorstand: In a Oberlehrer Dr. Krüger, in b Oberlehrer Dr. Meyer. Wöchentlich 31 Stunden(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.

1. Religion. 2 Std. In a Professor Dr. Siebert l, in b Professor Dr. Schantz. Einleitung zu den drei alten Symbolen. Erklärung des Augsburgischen Bekenntnisses bis Art. 20. Er- klärung des Römerbriefs. Wiederholungen aus dem Katechismus und der Kirchengeschichte und einzelner Abschnitte aus dem Neuen Testament. Hollenberg, Hilfsbuch für den evangel. Religionsunterricht.

2. Deutsch. 3 Std. In a Direktor Dr. Wittich, in b Oberlehrer Dr. Peters. In a wurde gelesen und eingehend besprochen: Göthes Tasso und Lessings Nathan der Weise, Schillers Künstler, Götter Griechenlands, Spaziergang, Ideale, Pompeji und Herkulanum sowie einige Abhandlungen aus Muffs Lesebuch. Ferner wurden die Schüler mit den Quitzows von Wilden- bruch, dem Testament des Grossen Kurfürsten von Puttlitz, Zopf und Schwert von Gutzkow bekannt gemacht. Aus der Rhetorik wurden einige Abschnitte gründlich durchgenommen. Die freien Vorträge der Schüler erstreckten sich auf die Quitzows, das Testament des Grossen Kurfürsten, Zopf und Schwert, den Gang der Handlung in Göthes Tasso, jede der fünf handelnden Personen des Stücks, Ludwig XIV., Friedrich den Grossen, Napoleon, den Freiherrn vom Stein, Scharnhorst und Blücher. Vorträge von Gedichten nach freier Wahl. Die Besprechung bei Rückgabe der Aufsätze bot Veranlassung zu Hinweisungen und Wieder- holungen aus den verschiedensten Gebieten der deutschen Sprachwissenschaft. Muff, Lese- buch für Prima. In b wurde gelesen und eingehend besprochen: Lessings Nathan der Weise, Schillers Don Carlos und Demetrius, Göthes Tasso, ferner eine grössere Anzahl der Dichtungen Walthers von der Vogelweide. Zur Besprechung kamen auch die Graldichtungen, Schillers Räuber, Fiesko, Kabale und Liebe, Laubes Karlsschüler. Die freien Vorträge der Schüler bezogen sich besonders auf Schiller und seine Dichtungen. Erörterungen von Fragen aus dem Gebiete der Rhetorik und Sprachwissenschaft fanden bei der Besprechuug der Auf- sätze statt.

Aufsätze in a: 1) Wie steht es um die Worte Iphigeniens:O weh der Lüge! Sie befreiet nicht.) wie jedes andre, wahr gesprochne Wort, die Brust; sie macht uns nicht getrost, sie ängstet den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, ein losgedrückter Pfeil, von einem Gott gewendet und versagend, sich zurück und trifft den Schützen. 2) Sterben und seine Sinnverwandten. 3) Gliederung und Gedankengang des Schillerschen Gedichts:Die Ideale (Probearbeit.) 4) Welches ist das Landschaftsbild in SchillersSpaziergang, und welche Hauptgedanken knüpfen sich an dasselbe? 5) Das Verhältnis Antonios zu Tasso in Göthes Schauspiel. 6) Der deutsche Befreiungskrieg vom Jahre 1813(Klassenarbeit.) 7) Die Gestalt der Erminia in Tassos Befreitem Jerusalem. 8) Reifeprüfungsarbeit.

Aufsätze in b: 1. Wer ist ein Held? 2. Welchen Nutzen gewährt uns die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Natur? 3) Was lehrt uns das Schicksal des Ikarus? 4. Mit welchem Recht kann man den Menschen den Herrn der Erde nennen?(Probearbeit). 5. Hat Schiller in seinemDon Carlos es ausreichend begründet, dass der Marquis Posa so schnell das Vertrauen des Königs gewinnt? 6) Warum verheimlicht Posa seinem Freunde Carlos. wie er den Verdacht des Königs gegen Carlos und Elisabeth bekämpfen will?(Klassenarbeit). 7. Welche Bedeutung hat die Mahnung des delphischen GottesErkenne dich selbst! für die menschliche Lebensführung? 8. Reife- prüfungsarbeit.