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(Seit l. Juli), Bauer(seit l. Novbr.); Wissenschaftliche Hilfslehrer: Dr. Fuckel, Kaplan Lam- meyer, Katz, Becker(zur Vertr.); Zeichenlehrer: Karbiner; Lehrer am Real-Gymnasium: Spangenberg(† 31. Juli), Jürgens, Erdmann; dazu Seminarkandidaten: Stoll(bis Herbst); Canstein, Wenck(seit Herbst).
Lammeyer, Joseph, geb. den 13. März 1870 zu Fulda, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, dann das zu Warburg, wo er im Juli 1891 die Reifeprüfung bestand. Danach studierte er katholische Theologie, indem er 6 Halbjahre theologische und philosophische Vorlesungen am Priesterseminar zu Fulda hörte und nach be- standenem examen pro introitu seine Studien zu Innsbruck und Würzburg fortsetzte, worauf er seine zweite, prak- tische Prüfung. pro cura animarum, ablegte. Im Juni 1895 wurde er zum Stadtkaplan von Hünfeld, im Juli 1896 zum zweiten Kaplan in Cassel ernannt, wo ihm zugleich der katholische Religionsunterricht an den beiden königl. Gymnasien übertragen wurde. Vom 1. April 1897 an ist er durch die Wahl der städtischen Kuratorien mit Er- teilung des gleichen gemeinsamen Unterrichts an Realgymnasium, Oberrealschule und Realschule beauftragt worden.
Canstein, Ernst, geboren am 14. Mai 1867 zu Wilhelmshütte(Lahn), Kreis Biedenkopf, evangelischen Glaubens, besuchte das Realprogymnasium zu Biedenkopf sowie das Gymnasium zu Marburg und Wertheim(Main). Er bestand im Juli 1888 die Reifeprüfung. Hierauf studierte er bis 1895 in Marburg Geschichte und neuere Sprachen und legte seine Staatsprüfung zu Marburg am 20. Mai 1897 ab. Im Oktober 1897 wurde er dem Real- gymnasium zu Cassel als Seminarkandidat zugewiesen.
Wenck, Wilhelm, geb. am 21. März 1870, in Lauenburg a. d. Elbe, evangelischen Glaubens, bestand die Reifeprüfung Ostern 1892 am Realgymnasium des Katharineums zu Lübeck. Er studierte in Göttingen, Berlin und Marburg Geographie, Naturwissenschaften und Mathematik. Am 7. Mäürz 1895 bestand er in Berlin die Turnlehrerprüfung und legte am 25. Juni 1897 in Marburg seine Staatsprüfung ab. Am 8. Oktober 1897 wurde er als Seminarkandidat dem Realgymnasium zugewiesen.
Becker, Emil, geboren am 17. Oktober 1867 zu Hanau a. M., evangelischen Glaubens, besuchte von Ostern 1877 bis ebendahin 1886 das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte hierauf bis Sommer 1890 in Erlangen und Marburg Geschichte, Geographie und klassische Philologie. Im Dezember 1891 bestand er vor der Königl. Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg das Examen pro facultate docendi. Nachdem er hierauf noch mehrere Jahre Nationalökonomie studiert hatte, trat er Herbst 1894 in den praktischen Schuldienst ein und leistete das Seminarjahr am Friedrichsgymnasium in Cassel und das Probejahr am Gymnasium in Hersfeld ab. Seit Herbst 1896 ist er in Cassel als Hilfslehrer thätig.
Der Gesundheitszustand bei den Schülern war, abgesehen von Einzelfaällen, befriedigend. Am 27. September starb der Quartaner Kurt Gilbert in Rothwesten, nachdem er schon während des ganzen Sommerhalbjahrs die Schule nicht hatte besuchen können, am 4. Januar d. J. aus derselben Klasse Otto Müller von hier nach ganz kurzem Kranksein. Beide waren stille, pflichtgetreue, liebenswürdige Schüler, deren Tod die Schule mit den Eltern tief betrauert.
An Leistungen früherer Schüler gingen der Schule oder dem Direktor zu: Dr. Voltz, Kattowitz, Zeitschrift des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins; Dir. Dr. Klöpfer, Die Ernährung und Haltung der Ziege; Untersuchungen über die Wirkung des schwefelsauren Ammoniaks und des Chilisalpeters; Philipp Simon,-Jacques d'Amiens(Doktor- dissertation); Otto Cartelllieri: AbtzSugier von Saint-Denis(desgl.); Prof. Dr. Reichenbach, Rückblicke auf die Biologie der letzten 80 Jahre.


