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seines körperlichen Befindens keinen Dienst mehr hatte thun können. Zunehmende Schwer- hörigkeit mit sich steigernder Nervosität hatte ihm den Unterricht, der ihm früher stets eine be- sondere Lust gewesen, zur schweren Last gemacht. Der Schule seit ihrer Gründung angehörig, hatte er wesentlich zum kräftigen Emporblühen derselben mit beigetragen, wozu ein sehr viel- seitiges Wissen und ein durchdringender Verstand ihn besonders befähigten. Hunderte alter Schüler wie seine langjährigen Kollegen gönnen und wünschen ihm noch einen recht angenehmen Lebensabend, und wir sprechen ihm hier für seine Verdienste um die Schule und seine echte Kollegialität den Dank aus, dem er sich durch Ablehnung der Einladung zu einer Abschieds- feier bescheiden entzog. Das Kgl. Prov.-Schulk. hatte durch das Kuratorium seinem Dank und seiner Anerkennung für die langjährige treue und erfolgreiche Wirksamkeit im Schuldienst schriftlich Ausdruck geben lassen, und Seine Majestät der Kaiser und König verlieh dem tüch- tigen Manne den Roten Adlerorden IV. Klasse.
Auch der Tod riss eine Lücke in das Lehrerkollegium. Am 31. Juli starb der Lehrer am R.-G. Johannes Spangenberg im 74. Jahre seines Lebens, im 53. Dienstjahre, nachdem er unserer Anstalt mehr als 25 Jahre treu gedient hatte. Von dem Schlaganfalle, der ihn im Dezember 1896 getroffen, hatte er sich nicht wieder vollständig erholen können. Lehrer und Schüler, soweit sie am letzten Ferientage die Todesnachricht noch hatten bekommen können, gaben ihm das letzte Geleite, und der Direktor gedachte seiner mit ehrenden Worten in der Eröffnungsandacht der Schule am nächsten Morgen. Die Schule wird dem verdienten, treff- lichen, bescheidenen Manne stets ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.
Andere Veränderungen im Lehrerkollegium bestanden darin, dass Herr Menges zum 1. Juli eine Oberlehrerstelle erhielt, dass Herr Bauer für die nach dem Tode des Herrn Spangen- berg anstatt der Elementarlehrerstelle geschaffene Oberlehrerstelle gewählt wurde und Herr Dr. Fuckel in die Hilfslehrerstelle einrückte sowie dass Herrn Völler das Prädikat Professor ver-— liehen wurde. An Stelle des Kaplan Braun trat zu Ostern 1897 Kaplan Lammeyer als wissenschaftlicher Hilfslehrer für den katholischen Religionsunterricht.
Am 6. Febr. d. J. starb der Dirigent des hiesigen israelitischen Lehrerseminars, Dr. Jakob Stein, dessen Scheiden von unserer Anstalt aus Gesundheitsrücksichten mit Ende 1805/06 erfolgt war. Auch ihm ist ein ehrendes Andenken an unserer Schule gesichert, wie schon der vorige Jahresbericht hervorhob.
Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer wohnte am 14. juni dem Unterricht des Herrn Stoll, am 9. Februar dem des Herrn Canstein und des Herrn Wenck als Leiter des Pädagogischen Seminars bei.
Im regelmässigen Gang des Unterrichts wurden mancherlei Störungen durch Ein— berufung von Lehrern zu militärischen UÜbungen, durch Urlaub für Ferienkurse, zu einem Auf- enthalt im Ausland, zu einer Reise infolge besonderer sonstiger Veranlassung, zur Wiederher- stellung der Gesundheit und durch Fehlen infolge von eigenem Kranksein oder ansteckender Krankheit in der Familie hervorgerufen. So wurde Herr Heydenreich 9 Tage, Herr Dr. Krüger und Herr Menges 4 Wochen, Herr Dr. Hornstein 5 Wochen, Herr Lammeyer 14 Tage, Herr Dr. Schantz, Herr Karbiner, Herr Völler, Herr Katz 8 Tage seinem Unter- richt entzogen. Herr Dr. Peters liegt seit Mitte November krank darnieder und wird kaum in den ersten Wochen des nächsten Schuljahres schon wieder Dienst thun können. Ausserdem waren für mehr als 20 Stunden an der Erteilung ihres Unterrichts während des Schuljahres folgende Herren durch ihren Gesundheitszustand verhindert: O.-L. Krauth und Bauer. Die Vertretung des Herrn Kratsch im August und September übernahm der Kand. d. höheren


