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9. Chemie und Mineralogie. 2 Std. Prorektor Prof. Dr. Hornstein. Systematische Behand- lung des Aluminiums und der Schwermetalle mit gleichzeitiger Besprechung und Betrachtung der wichtigeren Mineralien der behandelten Metalle. Rüdorff, Elemente der Chemie; Hornstein, kleines Lehrbuch der Mineralogie.
Aufgabe für die Reifeprüfung: Herbst: Die Methoden der Sodafabrikation. 10. Zeichnen. 2 Std. Karbiner. Zeichnen nach Gipsornamenten u. s. w. Projektives Zeichnen.
Unterprima.
Klassenvorstand in a Prof. Dr. Siebert l, in b Prof. Dr. Schantz. Wöchentlich 31 Stunden (ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.
1. Religion. 2 Std. In a Prof. Dr. Siebert, in b Prof. Dr. Schantz. Kirchengeschichte unter Beschränkung auf die für die kirchlich-religiöse Bildung der evang. Jugend bedeutsamen Stoffe aus der alten, mittleren und neuen Zeit. Gelesen wurde in a: das Evang. Johannis, der Galater- brief und der Brief des Jakobus, in b: das Evang. Joh. und der erste Korintherbrief. Hollen- berg, Hilfsbuch für den evangel. Religionsunterricht.
2. Deutsch. 3 Std. In a Oberlehrer Dithmar, in b Prof. Dr. Schantz. Gelesen und be- sprochen wurden in a: ausgewählte Abschnitte aus dem Gudrunliede nach dem Lesebuche von Muff-Hoffmann, ferner Göõthes Iphigenie in Tauris, Lessings Emilia Galotti und Laokoon, Schillers Braut von Messina, Sophokles' Antigone. In freien Vorträgen behandelten die Schüler Fragen aus den gelesenen und verwandten Werken und das Leben der Dichter. Früher gelernte Gedichte wurden wiederholt. In b: ausser Gudrun Hartmanns Iwein und Armer Heinrich. ferner Euripides, Iphigenie bei den Tauriern, Göthes Iphigenie auf Tauris, Schillers Braut von Messina, Maria Stuart, Lessings Emilia Galotti. Vorträge und Deklamationen wie in a.
Aufsätze in a: 1. Gehen hat wohl mehr ausgerichtet als Laufen. 2. Sind die Freiheitsbestrebungen der Schweizer in Schillers Wilhelm Tell berechtigt? 3. Wate, der Alte, der Held von Sturmland. 4. Gudrun.(Eine Charakteristik. Probearbeit.) 5. Bewährt sich in Göthes Iphigenie das Wort des Arkas:„Die Götter pflegen Menschen menschlich zu erretten“? 6. Woran scheitern in Lessings Emilia Galotti die Plüne Marinellis? 7. Warum mussten die Meister der Daokoongruppe in der Darstellung des körperlichen Schmerzes Mass halten? 8. Die Fürstin Isabella in Schillers Braut von Messina.
Aufsätze in b: 1. Neid und Nacheiferung. 2. Weshalb hat Deutschland Arminius ein Denkmal errichtet? 3. Das Glück eine Klippe. 4. Des Helden Namen ist in Erz und Marmorstein so wohl nicht aufbewahrt als in des Dichters Liede(Probearbeit). 5. Iweins Schuld und Sühne. 6. In welchen Stücken weicht Göthes Iphigenie
von der des Euripides ab?(Probearbeit). 7. Vergleichende Charakteristiken Don Manuels und Don Cesars. 8. Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann, Die Nacht bricht ein, da niemand wirken kann.
3. Latein. 4 Std. In a Oberlehrer Dithmar, in b Prof. Dr. Schantz. Gelesen wurde in a: Livius, l. XXI, und Vergil, Aeneis, l. III und VI, nach Langes Auswahl, in b: Liv., l. II, und Vergil. Aeneis, I und II, nach Langes Auswahl. Alle 14 Tage eine schriſtliche UÜbersetzung aus dem Lateinischen. Fragen aus der Grammatik und Metrik im Anschluss an den Lesestoff.
4. Französisch. 4 Std. In a Oberlehrer Dr. Stehlich, in b Oberlehrer Dr. Meyer. Aus Plötz- Kares, Kurzer Lehrgang, Ubungsbuch Ausg. B., wurden die Abschnitte 32— 55 wiederholt. Gelesen wurden ausgewählte Stücke aus Kreyssig, Trois siècles de la littérature frangaise, sowie Molières Femmes savantes(Ausg. von Scheftler) und hierzu sprachliche und sachliche Erläute- rungen gegeben. Sprechübungen und Rückübersetzungen im Anschluss an das Gelesene. Auf- sätze, häusliche und Klassenarbeiten.
Aufsätze in a: 1. Bataille de Marathon. 2. Henri IV, roi de France. 3. Conquéte de la Gaule par les Francs sous le règne de Clovis(Probearbeit). 4. Etablissement de la République romaine. 5. Guerre d'Annibal en Italie(Probearbeit). 6. Godefroy de Bouillon et la premieère croisade.


