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Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer wohnte am 15. juni dem Unterricht der Seminar- kandidaten Dr. Gottschalk und Güngerich, am 4. Februar dem des Seminarkandidaten Stoll und des Wissensch. Hilfslehrers Bauer bei.
Ostern übernahm Oberlehrer Dr. Danker wieder seinen Unterricht. Herr Menges gewährte ihm im Sommerhalbjahr noch etwas Erleichterung, indem er unter seiner Leitung den französischen Unterricht in III, 2 a erteilte. In gleicher Weise konnte Herr Dr. Fuckel von Neujahr ihm etwas von seiner Arbeit abnehmen. Herr Professor Grebe musste von den Sommerferien ab seines Befindens wegen beurlaubt werden und hat um Versetzung in den Ruhestand gebeten. Von Michaelis an ist Herr Bauer mit seiner Vertretung beauftragt. Herr Spangenberg wurde, nachdem er im December einen Schlaganfall erlitten hatte, von Neujahr an beurlaubt. Zu seiner Vertretung ist Herr Dr. Fuckel eingetreten. Herr Prof. Hornstein hatte 5 ½ Wochen Urlaub zu einer Badereise, deren guter Erfolg wieder nicht ausblieb; vom 4. März ab musste der Direktor einen sechswöchigen Urlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nehmen. Mehr als 20 Stunden fehlten ausserdem ihres Befindens halber die Herren Dr. Meyer und Dr. Peters. Die Herren Völler und Dithmar waren zu wissenschaftlichen Kursen je 1 ½ Wochen beurlaubt.
Die schriftliche Reifeprüfung fand im Sommerhalbjahr vom 10.—15. August statt, im Winter vom 1.— 6. Februar; die mündliche im Sommer am 11. September, im Winter am 27. Februar, beide Male unter dem Vorsitz des Herrn Geheimrat Dr. Lahmeyer. Die schrift- liche Abschlussprüfung wurde vom 17.— 20. Februar abgehalten. Der Prüſung der Reife für Prima unterzogen sich 3 Prüflinge, darunter einer für Oberprima, von welchen der letztere, Wil- helm Simons, die Prüfung bestand.
Das Kuratorium der Schule bestand aus den Herren: 1) Oberbürgermeister Westerburg, dann Bürgermeister Jochmus als YNorsitzendem, 2) Stadtratsmitglied Kaiserling, 3) Bürger-— ausschussmitglied Schoppach, 4) Privatmann Ruetz, 5) Privatbaumeister Potente, 6) Stadtschulrat Bornmann, 7) Pfarrer Opper, 8) Dir. Dr. Wittich.
Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: Direktor Dr. Wittich, Professoren IV.: Prorektor Heuser(bis Michaelis), Prorektor Grebe, Dr. Hornstein, Dr. Siebert, Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz; Professor Dr. Ulrici; Oberlehrer: Krauth, Dr. Stehlich, Völler, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Dithmar, Kratsch, Grebe(seit Herbst); Wissenschaſtliche Hilfslehrer: Grebe(bis Herbst), Menges(seit Herbst), Kaplan Braun, Seminarl. Katz; Menges(bis Herbst, unbes.), Bauer und Dr. Fuckel (zur Vertr.); Zeichenlehrer: Karbiner; Elementarlehrer: Spangenberg, Jürgens, Erdmann; dazu Seminarkandidaten: Dr. Gottschalk, Güngerich(bis Herbst), Stoll(seit Herbst).
Katz, Hermann, wurde am 20. December 1862 als Sohn des Lehrers M. Katz zu Wartenburg, Ostpr., geboren, besuchte vom Jahre 1879 bis 1882 das Seminar zu Hannover, wurde dortselbst nach bestandener Prüfung als Seminar- hilfslehrer angestellt, legte 1885 am Kgl. Seminar zu Hannover die zweite Prüfung ab, hierauf 1888 die Mittelschul- lehrerprüfung in Deutsch und Geschichte und wurde in demselben Jahre als Seminarlehrer am hiesigen israelitischen
Seminar angestellt. Im Jahre 1890 legte er eine zweite Prüfung für Mittelschulen in Mathematik und Naturwissen- schaften ab. Seit Ostern 1896 ist er mit der Erteilung des israelitischen Religionsunterrichts am Realgymnasium beauftragt.
Bauer, Wilhelm, geb. am 29. Januar 1861, katholischen Glaubens, besuchte das Realgymnasium zu Wiesbaden und bestand Ostern 1879 das Abiturientenexamen. Er studierte sodann 3 Jahre in Marburg Mathematik und Physik und wurde, nachdem er im Juni 1885 seine Staatsprüfung abgelegt, zu Ostern 1886 der Klingerschule(Oberreal- schule) zu Frankfurt a. M. als Probekandidat zugewiesen. Von April 1887— 1888 genügte er seiner Militärpflicht und war dann, teils in Frankfurt a. M., teils in Berlin, bis Herbst 1896 als Hilfslehrer thätig.


