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von Siegmunds Liebesgesang aus R. Wagners„Walküre“ vor, die Untersekundaner Riebeling und Beger ein Adagio und Allegretto aus dem 9. Konzert von Beriot für Violine und Klavier, die Unterprimaner Krüpper und Braun und der Obersekundaner Moritz stellten eine Scene aus Molières L'Avare dar. Den Schluss der Aufführung bildete: König Goldner, Märchendichtung für Soli und gemischten Chor, gedichtet und in Musik gesetzt von H. Müller. Hierbei sprach Schoppach, I, 2, den verbindenden Text, die Klavierbegleitung spielte Schwacke, I, la.
Das Kuratorium der Schule bestand aus folgenden Herren: 1) Bürgermeister Klöffler, später Oberbürgermeister Westerburg, als Vorsitzendem, 2) Stadtratsmitglied Kaiserling, 3) Bürger- ausschussmitglied Schoppach, 4) Privatmann Rütz, 5) Privatbaumeister Potente, 6) Stadtschul- rat Bornmann, 7) Pfarrer Wagner, später Pfarrer Opper, 8) Direktor Wittich. Bürgermeister Klöffler trat am 1. jJuli in den Ruhestand, aus gleicher Veranlassung war am 1. April Stadtrats- mitglied Wentzell ausgeschieden, Pfarrer Wagner starb am 7. Juni. Den drei Herren sei für alles, was sie während ihrer teilweise langjährigen Thätigkeit in unserem Kuratorium für unsere Schule gethan, auch hier unser herzlichster Dank ausgesprochen.
Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: Direktor Dr. Wittich, Professoren IV. Prorektor Heuser, Grebe I, Dr. Hornstein, Dr. Siebert l, Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz,; Prof. Dr. Ulrici; Oberlehrer: Krauth, Dr. Stehlich. Völler, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert II, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger: Wissenschaſt- liche Hilfslehrer: Dithmar, Kratsch, Grebe II, Kaplan Braun, Dr. Stein; Dietz, Veith, Menges; Zeichenlehrer: Karbiner; Elementarlehrer: Spangenberg, Jürgens, Erdmann; dazu Seminarkandidaten: Barmeyer(bis Herbst), Dr. Gottschalk, Güngerich(seit Herbst).
Gottschalk, Adolf, wurde am 17. Juni 1871 als Sohn des Lehrers Heinrich Gottschalk zu Cassel geboren. Er besuchte das Realgymnasium seiner Vaterstadt und verliess Ostern 1889 mit dem Reifezeugnis die Anstalt, um auf den Universitäten Halle, Genf und Paris neuere Philologie zu studieren. Am 9. Mai 1893 wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg öffentlich zum Doctor promoviert. Am 9. Juni 1894 bestand er in Halle die Prüfung für das höhere Lehramt. Vom 1. Oktober 1894 bis 1. Oktober 1895 genügte er in Cassel seiner Militärpflicht. Am 1. Oktober 1895 wurde er in das Königliche Pädagogische Seminar zu Cassel aufgenommen und dem Realgymnasium zur praktischen Ausbildung überwiesen.
Güngerich, Rudolf, Sohn des Gutspächters J. Güngerich zu Hohensolms, geb. am 11. Juli 1861 zu Hohen- solms, evangl. Bekenntn., besuchte das Grossh. Realgymnasium zu Darmstadt und studierte nach bestandener Reife- prüfung auf den Universitäten Berlin und Marburg neuere Sprachen und Germanistik. Am 14. Dezember 1894 bestand er zu Marburg die Staatsprüfung und verbrachte dann mehrere Monate in London. Michaelis 1895 trat er in das Königl. Pädagogische Seminar zu Cassel ein und wurde zugleich dem dortigen Realgymnasium zu seiner praktischen Ausbildung zugewiesen.
Dietz, Ernst, geb. den 2. Mai 1863 zu Lispenhausen, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld bis Ilerbst 1882 und die Universitäten München, Berlin und Marburg, wo er alte Philologie, Deutsch und Geschichte studierte, und bestand am 28. Juli 1887 die Staatsprüfung. Von Herbst 1887 bis 1888 war er Probekandidat am Gymnasium zu Rinteln und war seitdem als Hilfslehrer zu Rotenburg, als Hauslehrer zu Warschau, als Lehrer an der v. Hartungschen Militär-Vorbildungsanstalt zu Cassel sowie auftragsweise zu Vertretungen an höheren Schulen in Fulda, Arolsen, Frank- furt a. M., Eschwege, wiederum Fulda und Cassel beschäftigt.
Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium liess sehr viel zu wünschen übrig; bei den Schülern war er befriedigend.
Leistungen früherer Schüler: Dr. Voltz in Kattowitz sendete regelmässig die von ihm geleitete Zeitschrift des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins: Dr. Klöpfer, Direktor der Landwirtschaftlichen Winterschule in Kettwig, übersendete seine Schriftchen:„Die Ernährung des Menschen und ihr Einfluss auf Arbeitskraft und Gesundheit“, Cassel, Hühn, 1895, „Denkschrift betr. die Lage der Landwirtschaft im Stadt- und Landkreis Essen“, Kettwig, Floth- mann, 1895;„Die Haltung und Ernährung des Rindviehs“, Berlin, Waage, 1896.


