Jahrgang 
1896
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III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann am 22. April mit der Aufnahmeprüfung. Am 22. Mai nahmen der Direktor, Prof. Dr. Ulrici und Oberlehrer Krauth an der Versammlung des Provinzialvereins der Lehrer höherer Schulen zu Fulda teil, es fielen infolgedessen einige Unterrichtsstunden aus. Die Pfingstferien umfassten den 4. und 5. Juni, die Sommerferien dauerten vom 8. jJuli bis 5. August, die Herbstferien vom 30. September bis 14. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. December 95 mittags bis 6. Januar 96 einschl. Schulfreie Tage waren am 14. juni, wegen der Erhebungen für die Berufsstatistik, und am 18. Februar, als am Fastnachtstage. Am 29. 6. fiel wegen grosser Hitze von 11 Uhr an, am 23. 8. und 3. 9. am Nachmittag, am 4. 9. von 11 Uhr an der Unterricht aus; am 6. 8. wurde um 9 Uhr freigegeben zum Besuch der grossen Parade. Schülerausflüge wurden von allen Klassen im Sommerhalbjahr unternommen. Am 30. Januar wurde der Nachmittag zum Besuche des Eises freigegeben.

Die Festrede zu Kaisers Geburtstag am 27. Januar hielt Prof. Dr. Ulrici.

Er zeigte, wie Eintracht, Gottesfurcht, treue Pflichterfüllung bis in den Tod die grossen Erfolge vor 25 Jahren errangen, andererseits aber, wie heute gewissenlose Verführer die Sinne des Volkes verwirren. An die Schüler richtete er die Ermahnung diesen Verführern niemals Folge zu leisten, sondern in Gottesfurcht, Vaterlandsliebe und treuer Pflichterfüllung gegen Kaiser und Reich den Vorfahren niemals nachzustehen.

Eröffnet wurde die Feier mit dem Chorgesang:Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gott. Dann folgten dic Schülervorträge von 1) H. Riebeling, VIb:Unserem Kaiser, von Karl Lanz, 2) Fr. Henkel, Vb:Mein Vaterland, von Jul. Sturm, 3) H. Leithäuser, IVb:Die Trommel, von Herm. Besser, 4) W. L.öser, III, 2 b:Kaiser Wilhelm II., von A. Weidenmüller, 5) K. Buchbinder, III, 1 b:Dem Vaterland, von Rob. Reinick. An den Chorgesang:Nun brause mein Lied, schlossen sich weitere Vorträge von 6) W. Leithäuser, II, 2 b:Nächtliche Erscheinung in Speyer, von Wolfg. Müller, 7) L. Sinning, II, 1 b:Zwei Berge Schwabens, von K. Gerok, 8) G. Küchler, I, 2:An Deutschland, von Em. Geibel, 9) H. Henkel, I, 1 b:Vom Fels zum Meer, von J. Wahl. Die Chorgesänge:Gebet für Kaiser und Reich, von Lwoff, und:Heil dem Kaiser, von Carey, umschlossen die Festrede.

Die Sedanfeier am Vormittag des 2. September wurde gemeinsam mit allen Schulen der Stadt Cassel begangen; es fand ein grosser Festzug in die Aue nach dem Bowlinggreen statt, wo Gymnasialdirektor Prof. Dr. Muff die Festrede hielt. Am Nachmittag wurde der übliche Auszug nach dem Saurasen bei Kirchditmold von der gesamten Schule unter Vorantritt unseres Trommler- corps mit klingendem Spiel und flatternden Fahnen unternommen. Wie sonst beteiligten sich viele Angehörige unserer Schüler sowie eine Menge ehemaliger Schüler an dem munteren Treiben auf dem Festplatz.

Am 18. Januar 1896 wurde der Gedenktag der Wiedererrichtung des deutschen Reiches

durch eine Schulfeier festlich begangen. Der Choral:O dass icha tausend Zungen hätte, eröffnete dieselbe. Dann folgten Schülervorträge von 1) A. Preime, I, 1 a:Frühlingsgruss an das Vaterland, von M. v. Schenkendorf, 2) E. Koch, VI a:Mein Vaterland, von Hoffmann v. Fallersleben, 3) H. Bromeis, III, 1 a:Deutscher Trost, von E. M. Arndt, 4) W. Nissen, II, 1 a: Die Strassburger Tanne, von Fr. Rückert. An den Chorgesang:Kriegslied und Dankgebet, von Kremser, schlossen sich weitere Schülervorträge von 5) K. Trömner, IV a:Deutsche Siege, von Em. Geibel, 6) W. Buchheister, Va: Die Trompete von Vionville, von F. Freiligrath, 7) H. Till, I, 2:Die Kaiserweihe, von M. Blankartz, 8) H. Löwe, II, 2 a:Barbarossas Erwachen, von Müller v. d. Werra, 9) O. Ide, III, 2 a:Ein Kaiserwort, von G. Weck. Auf den Chorgesang:Deutschland, Deutschland über alles, von Haydn, folgte eine längere Ansprache des Direktors, in Awelcher dieser: die Bedeutung des neuen deutschen Kaisertums im Gegensatz zu dem römischen Kaisertum deutscher Nation den Schülern darstellte. Nach dem Chorgesang:Heil dem Kaiser, von Carey, überreichte der Direktor zur Anerkennung besonders tüchtiger Leistungen unter Hinweis auf die Allerhöchste Bewilligung Seiner