Jahrgang 
1893
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Dr. Danker, Heydenreich, Sicbert, Dr. Peters, Dr. Meyer, Dr. Krüger; 3) Ordent- licher Lehrer: Lange; 4) Wissenschaftliche Hilfslelwer: Angersbach, Kunze, Dithmar, Grebe: *

5) Ordentliche Elementarlehrer: Spangenberg, Jürgens, Erdmann; 6) Ordentlicher technischer

Lehrer: Karbiner; 7) Seminar-Kandidaten: a) im Sommer: Lesser, Dr. Levy, Dr. Ritter; b) im

Winter: Schmidt und Veith; 8) Katholische Religionslehrer: Kaplan Jestädt, später Kaplan Lins,

Nau; 0) Israclitischer Religionslehrer: Dr. Stein, Dirigent des israelitischen Seminars.

Sämtliche wissenschaftliche Hilfslehrer waren unbesoldet.

Grebe, Wilhelm, geboren am 1. August 1862 zu Ober-Waroldern(Waldeck), Sohn eines Landwirts, evangelischer Kon- fession, wurde Ostern 1882 am Realgymnasium zu Lippstadt mit einem Zeugnis der Reife entlassen, widmete sich zu Berlin und zu Marburg dem Studium der Naturwissenschaften und unterzog sich am letzten Orte der Prüfung für Chemie, Mineralogie, Botanik, Zoologie und Mathematik. Sein Probejahr, das durch den Einjährig-Freiwilligen- dienst unterbrochen wurde, leistete er von Ostern bis Herbst 1888 und von Herbst 1889 bis Ostern 1800 an dem Realprogymnasium zu Arolsen ab, wo er auch als Hilfslehrer weiter thätig war, bis ihm gestattet wurde als unbe- soldeter Hilfslehrer an unsere Anstalt überzugehen. Er trat hier am 25. April seinen Dienst an und wurde vom Direktor in ordnungsmässiger Weise verpflichtet.

Lins, Karl Hermann, geboren am 15. August 1862 zu Kefferhausen bei Dingelstädt, Sohn eines Gastwirts, katholischer Konſession, besuchte das Gymnasium zu Heiligenstadt und dann das zu Mühlhausen i. Th., von dem er Herbst 1886 mit einem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Darauf widmete er sich dem Studium der Theologie an der theologisch-philosophischen Akademie zu Münster, der Universität Bonn, der bischöflichen philosophisch-theologischen Lehranstalt zu Paderborn, wiederum zu Münster und endlich zu Fulda, wo er Weihnachten 1890 zum Priester geweiht wurde. Er war zuerst als Kaplan in Bockenheim thätig und wurde dann als solcher nach Cassel versetzt. Hier übernahm er am 22. August den bisher von Herrn Kaplan Jestädt erteilten katholischen Religionsunterricht am Realgymnasium und den beiden Realschulen und wurde am 19. September von dem Direktor in vorschrifts- mässiger Weise verpflichtet.

Schmidt, Heinrich, geboren am 30. Januar 1868 zu Marbach(Kreis Marburg), Sohn eines Mühlenbesitzers, evangelisch- lutherischer Konfession, besuchte zuerst das Realprogymnasium zu Marburg und hierauf die Prima des Realgym- nasiums zu Cassel, wo er Ostern 1886 das Zeugnis der Reife erhielt. Von da ab bis Ostern 18900 widmete er sich auf der Universität Marburg dem Studium der neueren Sprachen und Germanistik. Am 29. Mai 1861 bestand er die Lehramtsprüfung für Französisch, Englisch und Deutsch. Vom I. Oktober 1891 bis dahin 1892 genügte er seiner Militärpflicht. Am 11. Oktober 1892 trat er am KR. G. als Seminarkandidat ein.

Veith, Karl Wilhelm Theodor, geboren den 3 August 1866 zu Frankfurt a. M., Sohn eines Schuldirektors, evangelischer Konfession, erhielt Michaelis 1886 das Reifezeugnis von dem Städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. und widmete sich dann auf den Universitäten Bonn und Halle vor allem dem Studium der Neueren Sprachen und der Geographie Am 6. Februar 1892 bestand er zu Bonn die Lehramtsprüfung in Neueren Sprachen, Latein und Geographie und begab sich zu seiner weiteren Ausbildung Anfangs Mai nach England, von wo er gegen Ende September zurückkehrte, um den I1. Oktober als Seminarkandidat am Realgymnasium einzutreten.

Am 4. März starb ein früherer Lehrer der Anstalt, der Maler ohann Georg Giesse, der von Herbst 1874 bis Ostern 1877 Zeichenunterricht bei uns erteilt hatte. Sein gewissenhaftes Verhalten und sein anspruchsloses, freundliches Wesen sind den älteren Kollegen in bester Erinnerung geblieben.

Der Gesundheitszustand der Schüler war befriecdigend, abgesehen von wenigen Einzel- fällen längerer Krankheit. Ein Unterprimaner, Otto Rau, wurde am 17. Juni der Schule und seiner trauernden Mutter nach kurzem schweren Leiden durch den Tod entrissen. Trotzdem er erst Ostern von Marburg zu uns gekommen war, hatte er sich doch durch treue Pflichterfüllung und liebenswürdiges Wesen schon die vollste Anerkennung und Liebe seiner Lehrer und Mitschüler zu erringen gewusst. Die Klasse Unterprima erwies ihm mit zwei Lehrern bei der Beerdigung in Marburg die letzte Ehre. Auch einen Quin- taner, Karl Axmann, ein frisches, liebes Kind, mussten wir durch den Tod verlieren, indem er der

schrecklichen Diphtheritis zum Opfer fiel.

Leistungen früherer Schüler: 1) Dr. Voltz in Kattowitz, Zeitschrift des Oberschlesis chen Berg- und Hüttenmännischen Vereins; Statistik der Oberschlesischen Berg- und Hüttenwerke. 2) Karl Grebe, Aofurbenspektra, Inauguraldissertation. 3) Eduard Gentsch, UÜber die Formen des Ad- verbiums der Gegenwart im Altprovenzalischen, Inauguraldissertation.