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Das Kuratorium bestand aus folgenden Herren: 1. Oberbürgermeister Geh. Regierungsrat Weise als Vorsitzendem, 2. Stadtratsmitglied Wentzell, 3. Bürgerausschussmitglied Geh. Kommerzienrat Henschel, 4. Banquier August Ludwig Pfeiffer, 5. Privatbaumeister Potente, 6. Stadtschulrat Bornmann, 7. Pfarrer Wagner, 8. Direktor Wittich.
Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: 1. Direktor: Dr. Wittich; 2. Oberlehrer: Prorektor Prof. Heuser, Prof. Grebe, Prof. Dr. Hornstein, Dr. Siebert, Dr. Kramm, Stange, Zwirnmann, Dr. Schantz, Dr. Ulrici, Völler, Dr. Steh- lich; 3. Ordentliche Lehrer: Krauth, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Peters, Dr. Meyer, Dr. Krüger, Lange; 4) Wissenschaftliche Hilfslehrer: Angers- bach, Kunze, Dr. Dreyling, Dithmar; 5) Ordentliche Elementarlehrer: Spangenberg, Jürgens, Erdmann; 6) Ordentlicher technischer Lehrer: Karbiner; 7) Seminar-Kandidaten: a. im Sommer: Dr. Abbehusen, Lichtenstein, Schenk, b. im Winter: Lesser, Dr. Levy, Ritter; 8) Katholische Religionslehrer: Kaplan Jestädt, Nau; 9) Praelitischer Religionslehrer: Dr. Stein, Dirigent des israelitischen Seminars.
Sämtliche wissenschaftliche Iilfslehrer waren unbesoldet.
Lesser, Oskar, geboren am 4. Oktober 1867 zu Stadtschmalkalden, Sohn eines Kaufmanns, evangelisch-lutherischer Konfession, besuchte, nachdem er das Realprogymnasium seiner Vaterstadt durchgemacht, die Prima des R. G. zu Cassel und wurde daselbst Ostern 1887 mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Er besuchte die Universitäten München, Marburg, Berlin und wieder Marburg, um sich dem Studium der Mathematik und der Naturwissen- schaft sowie der Gcographie zu widmen, und bestand am 17. Juli 1891 die Lehramtsprüfung für Mathematik, Physik, Geographie, Botanik und Zoologie; am 12. Oktober 1891 trat er am R. G. als Seminarkandidat ein.
Levy, Max Joseph, geboren den 26. März 1867 zu Recklinghausen in Westfalen, Sohn eines praktischen Arztes, israe- litischer Religion, erhielt zu Michaelis 1886 von dem Realgymnasium Wöhlerschule zu Frankfurt a. M. das Zeugnis der Reife und widmete sich dann auf den Universitäten München, Würzburg und Leipzig dem Studium der Naturwissenschaft und der Mathematik. Auf der letzteren Universität erwarb er sich am 11. Nov. 1890 den Grad eines Doktors der Philosophie und bestand am 1. Mai 1891 die Lehramtsprüfung in philosophischer
Propädeutik, Chemie und Mineralogie, Botanik und Zoologie, Physik und Mathematik; am 12. Oktober 1891 trat. er am R. G. als Seminarkandidat ein.
Ritter, Ernst, geboren den 2. Januar 1867 zu Waltershausen im Herzogtum Coburg-Gotha, Sohn eines lchbindors, evangelischer Konfession, erhielt zu Ostern 1886 ein Reifezeugnis von dem Gymnasium zu Gotha und widmete sich dann auf den Universitäten Jena und Göttingen dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaft. Am 28. und 29. November 1890 bestand er in Göttingen die Lehramtsprüfung in Mathematik, Physik und Botanik, Chemie und Mineralogie; am 16. Oktober 1891 trat er am R. G. als Seminarkandidat ein.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen befriedigend, wenn auch einzelne Schüler besonders lange dem Unterricht fernbleiben mussten. Ein Schüler der Sexta, Karl Brandt, starb nach mehrwöchiger Krankheit an Diphtheritis; ein Schüler der Quarta, Fritz Landgrebe, fand in den Fluten der Fulda seinen Tod. Die Schule nimmt an der schweren Heimsuchung der unglücklichen Eltern herzlichen Anteil.
Von Leistungen früherer Schüler gingen uns zu: von dem Generalsekretär Dr. Voltz in Kattowitz die von demselben geleitete Zeitschrift des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins, von dem Direktor der Landwirtschaftsschule zu Kettwig, früher in Hillesheim in der Eifel, Ernst Klöpfer, dessen Doktor-Dissertation über den Einfluss der staatlichen und privaten Massnahmen auf die Hebung der Rindviehzucht des Eifelgebietes.


