Jahrgang 
1891
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Sedanfestes, welchen die städtischen Behörden veranstaltet hatten, und liess daher eine Schulfeier mit Festrede ausfallen, während der übliche gemeinsame Ausflug mit flatternden Fahnen, Musik und eigenem Trommlercorps auf den 1. September verlegt war.

Am 25. September wurde an die Friedrich-Wilhelmsschule zu Eschwege ein Glückwunsch- schreiben zur Feier ihres 50Ojährigen Bestehens gesandt; an der Feier selbst nahm als Vertreter des Realgymnasiums Herr Heydenreich teil.

Am 14. April trat Herr Dr. Krüger als besoldeter mit Versehung der letzten ordentlichen Lehrerstelle betrauter Hilfslehrer, Herr Kunze als unbesoldeter Hilfslehrer ein, am 24. April Herr Dr. Abbehusen als Sewinarkandidat. Nachdem Herr Kaplan Wiegand, zum Pfarrer in Eschwege ernannt, am Anfang des Mai seine Thatigkeit am R.-G. hatte aufgeben müssen, trat Herr Kaplan Jestädt am 29. Mai zunächst als beauftragter Vertreter an dessen Stelle; als wissenschaftlicher Hilfslehrer wurde er am 24. November in das Lehrerkollegium eingeführt und verpflichtet. Herr Lichtenstein trat am 27. Oktober, Herr Schenk, der einige Wochen schwer krank war, am 21. November als Seminarkandidat seinen Dienst an.

Am Schluss des vorigen Schuljahres war Herr Dr. Seelig nach Beendigung seines Probe- jahres vom R.-G. geschieden, um ganz seiner Thätigkeit als Assistent an der Landesbibliothek leben zu können, nachdem er seine Befähigung für den Lehrerberuf dargethan hatte, in welchem es ihm nicht schwer gefallen sein würde, Tüchtiges zu leisten. Seine Anhänglichkeit an die Schule hat er auch später durch Pflege seiner früheren Beziehungen zu den Lehrern derselben bewiesen. In Herrn Pfarrer Wiegand schied von der Schule ein Mitglied des Lehrerkollegiums, das trotz seiner losen Beziehungen als katholischer Religionslehrer treulich Freud und Leid mitgetragen hatte; es folgten ihm die besten Wünsche von unserer Schule in seine neue Stellung. Am 22. August starb in Fulda, im Hause seiner Mutter, wo ihn seit der Mitte der Sommerferien schwere Erkrankung an einem gastrisch-typhösen Fieber an das Krankenlager gefesselt hatte, der wissen- schaftliche Hilfslehrer Dr. Nikolaus Mänz, nachdem er von Ostern 1887 an teils als un- besoldeter, teils als besoldeter Hilfslehrer an unserer Anstalt thätig gewesen war, der er auch einst von Ostern 1879 bis Herbst 1881 als Schüler angehört hatte. An der Beerdigung in Fulda nahm als Vertreter der Schule der Direktor teil und sprach daselbst die Teilnahme des Lehrer- kollegiums den Angehörigen des Dahingeschiedenen aus, dessen redlichem Streben, treuem Pflichteifer und strenger Gewissenhaftigkeit Lehrer und Schüler stets ein ehrendes Andenken bewahren werden.

Auch ein früherer Lehrer unserer Anstalt(Januar 77 bis Herbst 78), der Oberlehrer Simon am Realgymnasium zu Elberfeld, der bei den älteren Lehrern des R.-G. noch in gutem Andenken steht, wurde im letzten Schuljahre, am 12. April, aus diesem Leben abgerufen; das Lehrerkollegium unserer Anstalt gab dem zu Plberfeld seine herzliche Teilnahme kund.

Wie im Vorjahre liessen die Gesundheitsverhältnisse der Lehrer viel zu wunschen übrig. Herr Prof. Hornstein bedurfte eines achtwöchigen Urlaubs, der aber auch mit Hinzunahme der Sommerferien so günstig auf seine Gesundheit wirkte, dass er späâter nur wenige Stunden auszusetzen nõtig hatte. Herr Dr. Siebert wurde durch eine Lungenentzündung sieben Wochen lang der Schule fern gehalten. Mehr als 20 Stunden während des Schuljahres waren noch durch ihr Befinden vom Unterrichten abgehalten die Herren Prof. Grebe und Oberl. Dr. Schantz. Durch Einziehung zum Dienst mit der Waffe waren die Herren Oberlehrer Dr. Ulrici und Dr.