Jahrgang 
1929
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in Hann. Münden. Beim Heiligenbergtreffen im September und bei der Aufführung der RevueVogel Rock im Stadtpark stellte sie eine Gymnastikgruppe.

Die Winterarbeit, die noch eines weiteren Ausbaues bedarf, brachte regelmäßig wiederkehrend Spielnach- mittage für die Unterklassen.

Für die Turnspiele standen die Waldauer Wiesen und der Sportplatz Kurhessen wöchentlich, die Hessen- kampfbahn alle 14 Tage zur Verfügung. Im Winter konnten infolge der anhaltenden Kälte die Spielnachmittage häufig zum Wintersport ausgenutzt werden.

Wanderungen. Die Klassen O! bis Ull unternahmen am 15. und 16. August zweitägige Wanderungen. Sie führten in den Harz, die Rhön, nach Thüringen, in den Solling, das Sauerland, das Knüllgebiet, in das Werra- und Wesertal. Nach der Pfingsttagung des V. D. A. wanderte St.-R. Michel mit einer Anzahl Schüler in das Salzkammergut, zur selben Zeit St.-R. Reese durch den Schwarzwald bis zum Bodensee und in den Herbst- ferien St.-R. Bernhardt an den Rhein und die Lahn und die Studienräte Mondon und Cohrs an den Bodensee. Von dieser Fahrt brachten die Schüler eine große Zahl von Gemälden, Zeichnungen und Photographien die sie selbst angefertigt hatten, mit. Der reiche Ertrag dieser Studienfahrt wurde in einer Ausstellung einige Wochen später allen Schülern sichtbar gemacht. Dem Verein der ehemaligen Schüler gebührt herzlicher Dank für die ansehnliche Beihilfe, durch die sie einigen un- bemittelten Schülern die Teilnahnme möglich gemacht haben. Die übrigen Wanderungen beschränkten sich auf die nähere Umgebung Kassels.

Seit Ostern 1926 sind alle Schüler des Realgymnasiums bei dem Verband öffentlicher Unfall- und Haftpflicht- versicherungen in Berlin gegen Unfall versichert. Auch im abgelaufenen Schuljahr ist eine größere Zahl von Un- fällen vorgekommen, glücklicherweise meist leichterer Art.

Die ärztliche Sprechstunde wurde auch in diesem Jahre alle 14 Tage von Herrn Dr. Steinhardt ab- gehalten. Das Städtische Gesundheitsamt und die Kasseler

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Ferienkolonie ermöglichten wiederum einer Anzahl von Schülern einen Aufenthalt an der See, in einem Soolbad oder auf dem Lande. In der Städtischen Zahnklinik ließen sich 26 Schüler behandeln. Der Preis für das ganze Jahr betrug 1,50 RM für den Schüler. 17 Schüler erhielten während der Wintermonate täglich ein Milch- frühstück unentgeltlich.

i) Das Schulgeld betrug wie bisher für Einheimische 200, für Auswärtige 250 RM mit der Ermäßigung von 25,50 oder 100% bei 2, 3 oder mehr älteren Geschwistern, die eine höhere Schule besuchen. Eine Min.-Verfügung vom 25. 1. 1928 bestimmt, daß diese Vergünstigung in besonders liegenden Einzelfällen verweigert werden kann, wenn die Schule offensichtlich vorhandene Mängel an Schuleignung des betreffenden Kindes feststellt. Frei- stellen wurden verliehen: Im Sommer 31 ganze und 15 halbe; im Winter 33 ganze und 15 halbe. Ein Schüler erhielt eine Erziehungsbeihilfe von 300 RM.

k) Die weiter erschienenen Merkblätter für Berufs- beratung wurden angeschafft und den Schülern zugäng- lich gemacht. Die in den letzten Jahren besprochenen Schwierigkeiten der Beratung bestehen fort. Immer noch besteht der ungesunde Andrang besonders zu den mittleren und oberen Klassen. Es ist eine Ausnahme, wenn jetzt ein Schüler mit der Reife für Obersekunda die Schule verläßt. Zum Teil ist es ja in den wirtschaftlichen Verhältnissen begründet, zum Teil auch in den un berechtigten Anforderungen, die von vielen Seiten hin- sichtlich der Vorbildung gestellt werden. Dadurch werden viele gezwungen auf der Schule zu bleiben, während sie ihrer Anſage nach sich in einem tätigen Berufe weit besser entwickeln und bewähren würden. Um so mehr ist zu beklagen, daß manche Eltern in Verkennung der Verhältnisse günstige Gelegenheiten, iire Söhne dem Berufsleben früher zuzuführen, nicht enutzen.

4. Elternbeirat.

Für die Neuwahl des Elternbeirates wurde nur eine Liste aufgestellt. Er bestand aus: Herrn Ingenieur Gerdum(Vorsitzender), Lehrer Richter, Ober- studienrat Dr. Hollstein(Schriftführer), Frau Trost, Herrn Dr. med. Jorns, Frau Imhoff, Herrn Post-

5. Sammlungen

Die Lehrerbücherei stieg von 4120 auf 4153 Nummern. Die Klage über ihr Zurückbleiben auch in den wichtigsten Fächern muß umsomehr wiederholt werden, als ihr im zweiten Halbjahr auch noch ein Teil ihres Etats von der Stadt gestrichen wurde.

Schulbücherei. DerTag des Buches sollte am 22. März ganz Deutschland darauf hinweisen, was das Buch für uns bedeutet. Daß dieser Tag nötig schien, weist auf eine Gefahr hin: unsere Stellung zum Buch hat sich verändert, weite Kreise scheinen den Weg zu ihm nicht zu finden. Umso größer wird die Aufgabe der höheren Schule. So betonte auch Herr Ministerial- rat Richert, der Schöpfer der Schulreform, bei seinem Besuch der Schule besonders dieses Ziel, durch den

inspektor Wackermann, Landesinspektor Klaube, Buchdruckereibesitzer Stöhr(stellv. Vorsitzender), Herrn Fabrikdirektor Stierlen, Frau Labes, Frau Lewandowski, Herrn Kaufmann Stoltze.

und Spenden.

Unterricht, vor allem den im Deutschen, zum Buch zu erziehen. Entscheidend sei dabei und die unumgängliche Voraussetzung die Mitarbeit einer inhaltreichen Schüler- bücherei. Er sprach seine besondere Freude darüber aus, daß gerade die Hilfe der Eltern es unserer Schule ermöglicht hätte, die Bücherei auszubauen.

Wir sind auch in diesem Jahre ein gutes Stück weiter Le mimon Dabei ist nicht am wenigsten erfreu- lich, daß auch manche Eltern die Bücher, besonders der Oberklassen, mitgelesen haben. So können sie am besten über unsere Arbeit urteilen. Doch ist das Ziel noch keineswegs erreicht. Zwar wurde kurz vor Ostern endlich der Katalog der Oberklassenbücherei fertig. Dafür mußten die Mittel- und vor allem die Unterklassen