Niederländisches Dankgebet), ferner bei der Abend- unterhaltung des Turn-Rudervereins(Mozart, Kleine Nachtmusik,— Mozart, Allegro aus der 12. Sinfonie— Haydn, Serenade) und endlich in Quintettbesetzung an- läßlich der Schubertfeier 3 Sätze aus dem„Forellen- quintett“ dieses Meisters.
2. Am 4. Dezember fand im Festsaal der Stadthalle ein Konzert des Schülerchors mit dem Thema„Die Völker im Liede“ statt, in welchem Herr Kurt Griebe als Solist mitwirkte. Das Konzert erfreute sich eines regen Besuchs. Der Reingewinn ist wiederum für die Musikpflege der Schule bestimmt.
Leibesübungen. Am 26. und 29. August 1928 fanden die Schulwettkämpfe auf den Waldauer Wiesen und in der Schulturnhalle statt, an denen 182 Schüler teil- nahmen. Sie wurden in 5 Gruppen(je 2 Jahrgänge) ausgetragen. Jahrgang 1918/17 1916/15 hatten einen leichtathletischen Dreikampf, Jahrgang 1914/13 dafür Reckturnen(Pflicht- und Kürübung), Jahrgang 1912/11, 1910/09 dafür Reck- und Barrenturnen zu bestreiten.
Ferner wurde von dem Jahrgang 1909— 1912 50 m Schwimmen verlangt.
An dem Staffellauf Wilhelmshöhe-Kassel nahmen unsere Schüler auch in diesem Jahre mit zwei Mannschaften teil und wurden zum sechsten Male 1. Sieger in der Klasse der höheren Schulen. Wir errangen zum zweiten Mal den von den„Neuesten Nachrichten“ gestifteten Wanderpreis.
Bei den Bannerwettkämpfen konnten wir in diesem Jahre nur den fünften Platz belegen(Versagen der Geräte-
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turner), während wir in der 10* 100 m Staffel(offen) in der sehr guten Zeit von 1,55,8 und ebenso in der großen Schulstaffel(20 Läufer) 1. Sieger wurden.
Das Reichsjugendabzeichen haben 40 Schüler unserer Anstalt, das Turn- und Sportabzeichen 10.
Freischwimmer sind 295 Schüler. Von 80 Quartanern, die an dem pflichtmäßigen Schwimmunterricht(zweimal in der Woche) teilnahmen, erlernten 55 Schüler das Schwimmen, 20 Schüler erhielten das Freischwimmer- zeugnis.
Am Sonderturnen für Rückenschwächlinge nahmen 43 Schüler der Unterstufe teil, von denen 23 im Laufe des Jahres entlassen werden konnten. Der Unterricht wurde in zwei Wochenstunden erteilt.
Kurzschrift(Einheitskurzschrift). 1. Von Ostern bis Herbst ein Fortbildungslehrgang mit zwei Wochen- stunden für 26 Schüler der Obertertien: Wiederholung und Vertiefung der Verkehrsschrift. Von einer Einführung in die Redeschrift wurde Abstand genommen, weil zu wenig Zeit vorhanden. 2. Zwei Anfängerkurse zu je 26 Schülern aus den beiden Untertertien von Herbst bis Ostern in je zwei Wochenstunden. 3. Uebungsstunde für Fortgeschrittene aus den Klassen OIII bis Oll. unter Leitung zweier Schüler(Albert OIl und. Skoruppa UII) wöchentlich 1 ½ Stunde. Ein stenographisches Uebungsblatt wurde gehalten.
Eine Tanzstunde fand für die Unterprimaner in den Monaten Mai bis Juli bei den Tanzlehrern Riebeling und Werner statt.
2. Bericht über die Lehrer.
Zum Nachfolger des Geheimrats Schulte-Tigges wählte die Patronatsbehörde Ostern 1928 den Ober- studiendirektor des Realgymnasiums II v. Hanxleden. Wegen Krankheit konnte dieser erst nach den Sommer- ferien seine Stelle antreten, bis dahin leitete Oberstudien- rat Dithmar die Anstalt.
Nach den Sommerferien 1928 bis Ostern 1929 wurde Studienrat Dr. Melchers mit der Leitung des neu ein- gerichteten Bezirksseminars zur Ausbildung der Studien- referendare beauftragt. Da Studienrat Dr. Pröbsting, der schon vor Ostern zum Studienrat an unserer Schule gewählt worden war, erst nach den Herbstferien sein Amt antreten konnte, waren mancherlei Veränderungen in der Verteilung des Unterrichts nötig. Es wurden infolgedessen der Lehramtsbewerber Otto Setzkorn im Sommerhalbjahr an unserer Schule voll beschäftigt, und der Lehramtsbewerber Georg Brandau bis zu den Sommerferien mit 10, von den Sommerferien bis zu den Herbstferien mit 12 Stunden beschäftigt. Nach den Herbstferien trat Studienassessor Schellenberg an seine Stelle. Die Veränderungen in der Verteilung des Unterrichts sind auf Seite 4 und 5 durch Klammern bezeichnet.
Studienrat Lehmann wurde zum Fachberater für Musik vom Provinzialschulkollegium ernannt. Ober- studienrat Dr. Hollstein unternahm von Mitte Juni ab eine sechswöchige Studienreise nach Frankreich; seine Vertretung übernahm das Lehrerkollegium.
Der Zeichenlehramtskandidat Hegelerwurde wenige Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres dem hiesigen Staatlichen Wilhelmsgymnasium überwiesen; die Zeichen- lehramtskandidaten Jansen und Keßler erhielten im
Herbst das Zeugnis der Anstellungsfähigkeit und verließen darauf unsere Anstalt. Es trat im Oktober Zeichen- lehramtskandidat Braun ein.
Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war im abgelaufenen Schuljahre weniger günstig als in den vor- hergehenden Jahren. Studienrat Lehmann war vom 5. Dezember 1928 bis Ende Februar durch Krankheit verhindert, seinen Unterricht zu erteilen. Von der in den Monaten Januar und Februar hier herrschenden Grippe wurde auch eine größere Zahl Kollegen befallen; an einem Tage mußten 9 Herren dem Unterricht fernbleiben.
Von den früheren Mitgliedern des Lehrerkollegiums verschied am 31. Mai Professor Heinrich Heydenreich, der von Ostern 1880 bis Juni 1917, und am 16. September Geh. Studienrat Professor Dr. Ferdinand Schantz, der von Ostern 1875 bis Herbst 1919 an der Anstalt wirkte. Schule und Schüler verdanken den Heim- gegangenen viel und werden ihrer stets dankbar gedenken.
An pädagogischen Prüfungen war Oberstudienrat Dr. Hollstein, an den Prüfungen der Mittelschullehrer Oberstudienrat Dr. Hollstein, Studienrat Mondon und Studienrat Dr. Dippel beteiligt, an der Prüfung der Zeichenlehrer Studienrat Cohrs.
b) Oberstudienrat Dithmar übernahm von Ostern bis Ende Juli die Vertretung des erkrankten Direktors; zu seiner Entlastung übernahm Studienrat Dr. Kugel einen Teil der Amtsgeschäfte.
c) Den Lehrerausschuß bildeten die Studienräte Dr. Kugel, Dr. Dippel, Michel, Lehmann und Studienassessor Heinz.


